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Für mehr Schnee- und Wettersicherheit am Jakobshorn

Für mehr Schnee- und Wettersicherheit am Jakobshorn

Einerseits soll auf dem Jakobshorn im Gebiet Usser Isch ein neuer Speichersee entstehen, andererseits soll eine neue Talabfahrt die Attraktivität des Skigebiets steigern.

Andri
Dürst
vor 2 Wochen in
Tourismus
Grosse Pläne am Jakobshorn: Mit einer neuen Talabfahrt soll ein Mehrwert geschaffen werden.
ad

Bereits im Vorfeld wurden Umweltschützer mit ins Boot geholt, um die Projekte möglichst naturverträglich realisieren zu können.

Zwar verfügt das Skigebiet Jakobshorn mit dem Nord- und dem Stadlersee bereits über zwei künstlich angelegte Speicherseen, die der technischen Beschneiung dienen. Doch noch immer braucht es einiges an Wasser, das aus dem Landwasser zur Ischalp hochgepumpt werden muss. Daher soll nun unterhalb der Bergstation Fuxägufer ein dritter Speichersee entstehen. Klaus May, Bereichsleiter «Bergbahnen & Infrastruktur» bei den DKB, betont: «Aus Sicht der Energieeffizienz ist das eine sinnvolle Sache». Die Menge des vom Landwasser hochgepumpten Wassers könne so verringert werden, entsprechend muss also  weniger Energie aufgewendet werden. Wie im Planungs- und Mitwirkungsbericht – der noch bis am 19. April öffentlich aufliegt – zu lesen ist, soll der neue See jeweils im Frühjahr mit Sickerwasser und dem Überlauf eines nahe gelegenen Reservoirs gespiesen werden. Ein weiteres Plus sei gemäss May, dass nach dem Bau des Sees viel mehr Fläche mit Eigendruck beschneit werden könne – dies zugunsten der Energiebilanz.

Derzeit führen bloss zwei Ziehwege (3 und 10) vom Skigebiet Jakobshorn zurück zur Talstation. Neu soll entlang der Sesselbahn «Fuxägufer» eine attraktive Piste entstehen. Dafür wird der ehemalige FIS-Hang (12) ausgezont.
zVg/DKM

Schneller ins Tal

Ein weiteres Projekt, über das in den vorliegenden Unterlagen informiert wird, betrifft eine neue Piste. Denn eines fehlt dem Jakobshorngebiet bis heute: eine attraktive Talabfahrt. Die «Hauptentleerung» des Gebiets erfolgt über die Piste Gämpen – eine auf weiten Strecken aus Ziehwegen bestehende Abfahrt von der Clavadeler Alp in Richtung Carjöl. Zuweilen komme es auch zu «gefährlichen Situationen», wenn sich viele Skifahrer auf dieser Piste konzentrierten. Die zweite Talabfahrt besteht lediglich aus einer schmalen Fortstrasse, die von der Ischalp durch den Mattawald in Richtung Geissloch führt. Wer es abenteuerlicher mag, der wählt hingegen eine der beiden unpräparierten Abfahrtsrouten vom Jakobshorngipfel Richtung Teufi oder Mühli – oder bahnt sich seinen eigenen Weg durch den Wald. Genau dort knüpft das Projekt an: Die schon bestehende und oft genutzte Schneise neben der Zurbinger-Sesselbahn Fuxägufer soll in eine «richtige» Piste umgewandelt werden, die den Gefallen von geübten Skifahrern finden soll – womit eine Entflechtung stattfindet. Da die künftige Piste grösstenteils durch bewaldetes Gebiet verläuft, könnte sie auch bei schlechten Wetterverhältnissen den Umständen entsprechend gut befahrbar sein, zudem könnte die Sesselbahn Fuxägufer besser ausgelastet werden. Es ist geplant, diese neue Abfahrt auch technisch zu beschneien.

Die Waldschneise entlang der Sesselbahn ist bereits jetzt relativ breit (siehe auch Foto oben).
ad

Kompensationsmassnahmen vorgesehen

Damit diese rund einen Kilometer lange Abfahrt eingerichtet werden kann, ist die Einzonung in die Wintersportzone nötig. Als freiwillige Kompensationsmassnahme soll dafür der ehemalige FIS-Slalomhang – eine Schneise von der Ischalp in Richtung Bolgenlift – künftig keine Wintersportzone mehr sein und der Waldzone zugewiesen werden. Ebenfalls soll dort auch Wald aufgeforstet werden, dies als Kompensation zur geplanten Rodung entlang der Fuxägufer-Piste.
À propos Rodung: Für Klaus May ist es wichtig, bei einem Projekt früh mit den betroffenen Parteien wie den Grundeigentümern zusammenzuspannen. Ebenfalls wichtig sei die Zusammenarbeit mit den Umweltämtern - und Verbänden. «Wir konnten so die ursprünglich geplante Rodungsfläche optimieren und geeignete Waldersatzmassnahmen besprechen». In den aufliegenden Unterlagen des Projekts ist sodann auch in einer Nachricht einer WWF-Vertreterin zu lesen: «So ist meines Erachtens ein Projekt entstanden, das versucht, möglichst allen gerecht zu werden. So ist auch aus Umweltsicht kaum mehr etwas gegen das Projekt einzuwenden». Auch bezüglich des Flachmoors von nationaler Bedeutung, das sich in der Nähe des geplanten Speichersees befindet, fand man eine gütliche Lösung und tangiert das Objekt nicht.

Sind viele Leute auf dem Berg, kommt es auf der Gämpen-Piste ab und an zu heiklen Situationen bis hin zu Unfällen.
ad

Volksabstimmung notwendig

Ob es noch etwas einzuwenden gibt oder nicht, wird nun der weitere politische Prozess zeigen. Nach der öffentlichen Mitwirkungsauflage wird das Projekt von der Raumplanungskommission begutachtet, und auch der Kleine und Grosse Landrat müssen ihren Segen geben. Anschliessend werden für den Speichersee und die Talabfahrt je ein BAB-Gesuch eingereicht (Bauen ausserhalb Bauzonen). Diese müssen unter anderem von der Kantonsregierung genehmigt werden, bei der Talabfahrt muss aufgrund der Zonenänderung auch noch eine Volksabstimmung durchgeführt werden. May rechnet damit, dass im Laufe des nächsten Jahres gewisse Vorarbeiten beim Speichersee vorgenommen werden können. Was die neue Talabfahrt anbelangt, sei der Zeitplan vom Termin der Volksabstimmung abhängig. Laufe aber alles wie erhofft ab, könnte das Gesamtprojekt 2024 realisiert werden. Wie aus den Unterlagen hervorgeht, rechnen die DKB für die beiden Teilprojekte mit einer Investitionssumme von sieben bis acht Millionen Franken.

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