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«Viel besser kann es nicht mehr laufen»

«Viel besser kann es nicht mehr laufen»

Daniel Steiger stammt ursprünglich aus Klosters und hat das Unihockey-ABC bei den Iron Marmots Davos-Klosters gelernt. Nun wurde er mit den Grosshoppers Meister und Cupsieger.

Pascal
Spalinger
10.05.22 - 18:00 Uhr
Unihockey
Daniel Steiger (in Blau-Weiss) hat eine tolle Unihockey-Saison hinter sich.
Daniel Steiger (in Blau-Weiss) hat eine tolle Unihockey-Saison hinter sich.
zVg/Tobias Wagen

DZ: Daniel Steiger, Sie haben in dieser Saison mit den Grasshoppers das nationale Unihockey-Double – also Meisterschaft und Cup – gewonnen. Wie stolz sind Sie auf das Erreichte?

Daniel Steiger: Ich bin in der Saison 2016/17 zu GC gestossen, als der Verein Cupsieger wurde. Danach wurden wir maximal Meisterschaftszweite. Diesmal wurden wir Schweizer Meister und Cupsieger, und wir haben auch während der Qualifikationsphase fast alles gewonnen. Das war schon cool. Hätten wir im Superfinal der Meisterschaft verloren, wären wir halt wieder nur Zweite gewesen. Besser als in der abgelaufenen Saison kann es wohl nicht mehr laufen. Wir haben eine gute Mischung im Team aus erfahrenen und vielen jungen, sehr talentierten Spielern. Viele haben ihre gesamte Juniorenzeit bei GC verbracht, und wir Auswärtigen spielen auch schon mehrere Jahre dort – das schweisst zusammen und stiftet Identifikation. Es macht Spass, mit den Jungtalenten zusammenzuspielen, und die Titel zeigen, dass der Verein mit seiner Philosophie – wir spielen ohne ausländische Verstärkungsspieler – auf dem richtigen Weg ist und vieles richtig macht. 

Was bedeutet Ihnen der Titelgewinn?

Er bedeutet mir sehr viel. Ein Meistertitel ist doch noch einmal etwas Grösseres als ein Cupsieg. Die Titelgewinne sind Entschädigungen und eine Genugtuung für die investierte Zeit und Arbeit. Wir hatten beispielsweise einen faktischen Ferienstopp ab August letzten Jahres, was natürlich Einschränkungen mit sich brachte: Ich habe heuer zum Beispiel kaum Skifahren können. Man muss sich halt anpassen und Entbehrungen auf sich nehmen können. Letztendlich ist Uni­hockey für mich aber immer noch ein Hobby.

Wie haben Sie den Superfinal gegen den SV Wiler-Ersigen erlebt? Immerhin konnten Sie das erste GC-Tor erzielen.

Ich bin nun bereits die sechste Saison bei GC und war noch nie als grosser Skorer bekannt. Allerdings hatte ich bereits im Cupfinal das erste Tor erzielt. Den Spitznamen «Playoff-Dani» erhielt ich aber nicht wegen dem Cupfinal, sondern vor allem wegen den vorhergehenden Saisons. In diesen erzielte ich jeweils ebenfalls in der Qualifikation noch nicht viele Punkte, war dann aber auf einmal in den Playoffs eher oben in der Skorerliste aufzufinden. Wenn man schaut, wie Teamkollegen an Weltmeisterschaften Tore für die Schweiz erzielen und man dann in einer wichtigen Begegnung selber treffen kann, ist das natürlich schön. Und vor allem konnte ich dem Team damit helfen. Darum bin ich auch mit meiner eigenen Saison sehr zufrieden.

Trotzdem haben Sie noch nie für das Schweizer Nationalteam gespielt. Inwiefern würden Sie einem Aufgebot Folge leisten?

Sollte tatsächlich mal ein Aufgebot kommen, wäre das cool, und ich würde es natürlich sofort annehmen. Ich muss aber auch realistisch sein, denn dafür müssten viele der Spitzen-Cracks – aus welchen Gründen auch immer – absagen. Es stimmt für mich auch ohne Natiaufgebot.

Sie sind gebürtiger Klosterser und haben Ihre ersten Unihockey-Erfahrungen bei den Iron Marmots sammeln können. Welche Verbindungen haben Sie heute noch zu Ihrer alten Heimat?

Ich habe immer noch grosse Beziehungen zur Region Davos-Klosters. Bis ich 20 Jahre alt war, lebte ich in Klosters, und in Davos habe ich meine Lehre absolviert. Auch zu den Iron Marmots habe ich noch guten Kontakt, zum Beispiel mit Luca Rizzi. Ich bin an die erste Playout-Partie gegen Lok Reinach mit dem Team in den Aargau gefahren, um es zu unterstützen. Leider hat dies dann am Ende nichts genützt.

Wie geht es bei Ihnen nun weiter?

Erst einmal werde ich Unihockey-Stock und Ball bewusst für ein paar Wochen zur Seite legen und nichts machen. So, wie es derzeit aussieht, werde ich wohl bei GC bleiben. Dann wird im Sommer die Mission «Titelverteidigung» gestartet.

Wie stehen die Chancen, dass Sie dereinst vielleicht sogar nochmals für die Iron Marmots auflaufen werden?

Ob ich irgendwann einmal zu den Marmots zurückkehren werde, hängt unter anderem auch davon ab, ob ich bereit wäre, auch nach meiner Zeit in der NLA einen gewissen Aufwand für den Unihockey-Sport zu betreiben. Zudem würde ich zuerst schauen, ob noch Leute mitspielen, die ich kenne. Und nicht zuletzt spielt auch die Gesundheit eine ­Rolle. Wir werden also sehen.

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