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Teletext-Probleme und Bart-Vorsprung

Teletext-Probleme und Bart-Vorsprung

Roman
Michel
vor 1 Monat in
SCHWEIZ EISHOCKEY LAUSANNE DAVOS
Le defenseur davosien Oliver Heinen, gauche, et le gardien davosien Sandro Aeschlimann, droite, luttent pour le puck avec le top scorer PostFinance lausannois Denis Malgin, centre, lors du match a huis clos du championnat suisse de hockey sur glace de Nat

Im Blog «Anpfiff» berichten Journalistinnen und Journalisten jede zweite Woche aus der Südostschweiz-Sportredaktion.

Die aktuellsten Nachrichten? 100. Die Sport-Schlagzeilen? 180. Die Super-League-Tabelle? 203. Das Wetter? 500. Die Welt, heruntergebrochen auf ein paar wenige Zeilen. Auf ein paar wenige Sätze. Aber mehr braucht es ja gar nicht. Im Gegenteil. In seiner Kürze liegt die Stärke des Teletexts. Seit bald 40 Jahren. Eine Revolution war die Einführung damals. Das Schweizer Fernsehen DRS verkündete, viele Jahre vor dem Siegeszug des Internets, dass nun jeder und jede «aus einem Fernsehen eine Zeitung» machen könne. 64 Seiten stark war der Teletext damals. Aktualisiert wurden die Meldungen nur zwischen dem Mittag und dem Sendeschluss abends.

Vier Jahrzehnte sind seit der Einführung des Teletexts vergangen. Man sieht es ihm kaum an. Gut, heute sind es rund elfmal so viele Seiten. 899 genau. News gibt es längst rund um die Uhr. Nicht bloss auf Deutsch wie in den Anfängen, sondern auch auf Italienisch, Französisch, ja gar Rätoromanisch. Optisch aber sieht der Teletext aus wie eh und je. Die Textlänge, maximal 25 Zeilen à 40 Zeichen. Die eckige Schrift. Die Farbpalette. Nur sechs Farben sind möglich, dazu Schwarz und Weiss. Im Zeitalter von Smartphone und Glasfaser-Internet wirkt der Teletext eigentlich wie ein Relikt aus der Vergangenheit. Die Taste mit den drei Linien ist dennoch nicht von der TV-Fernbedienung verschwunden. Und just in diesen Wochen des Jahres erlebt der Teletext jeweils sein Revival. Grün oder rot? Play-offs oder nicht? Welcher Eishockeyfan kennt es nicht?

In diesem Jahr aber kommt der Teletext an seine Grenzen. Der Grund: die Pre-Play-offs. Plötzlich gibt es nicht mehr nur Grün und Rot. Sondern auch Hellgrün (Pre-Play-off-Qualifikation) und Hellrot (direkte Play-off-Qualifikation verpasst). So jedenfalls löst das der Verband auf seiner Website. Da kann der Teletext nicht mithalten. Ein einziges Team ist bisher grün: Der EV Zug, der sich bereits einen direkten Play-off-Platz gesichert hat. Der HC Davos, obwohl mindestens für die Pre-Play-offs qualifiziert, steht hingegen weiter im gewohnten Schwarz auf Weiss.

Am 7. April sollen die Pre-Play-offs starten. Der Kampf um die letzten beiden Plätze in den «richtigen» Play-offs. Siebter gegen Zehnter. Achter gegen Neunter. Maximal drei Spiele. Gute Sache, weil der doppelte Strichkampf zu noch mehr Spannung führt. Es gibt Spieler, die die Pre-Play-offs als Vorteil sehen: Bereits im Rhythmus und mit einem Erfolgserlebnis im Rücken ein Topteam aus der Qualifikation zu fordern? Verlockend. Und dann wäre da ja auch noch die Sache mit den Play-off-Bärten. Wer trägt den schönsten? Den längsten? Den furchteinflössendsten? Auch das sind Fragen, die die Hockey-Schweiz im Frühjahr jeweils beschäftigen. Die Pre-Play-off-Teams haben da beinahe eine Woche Vorsprung. Vorausgesetzt natürlich, dass sie Mitte April von Hellgrün auf Grün wechseln.

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