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Dr hübschischt Blick uf Tafaas

Das Handy zu zücken und auf den Auflöser zu drücken, ist nun wirklich keine Kunst. Die sich ständig verbessernde Technik macht aus den kleinen Telefonkameras inzwischen richtig gute Geräte. Im richtigen Moment eingesetzt, entstehen so vielfach ausgezeichnete Bilder. Doch kommen die spontanen Fotos auch gegen die sorgfältig ausgewählten Sujets von professionellen Fotografen an? Die DZ bat fünf um ihr liebstes Winterbild. Können sich Ihre Fotografien mit diesen messen, liebe Leserinnen und Leser? Senden Sie uns ebenfalls Ihr liebstes Winterbild. Wir werden es an dieser Stelle veröffentlichen.

Barbara
Gassler
13.01.22 - 12:00 Uhr
Aus dem Leben
Marcel Giger (snow-world.ch)
Marcel Giger (snow-world.ch)

Mehrmals, so erzählt Marcel Giger (snow-world.ch), habe er schon dagestanden. «Irgendwie gefiel mir diese Aussicht. Aber bei Tageslicht? Nein.» Er habe sich vorgestellt, wie es am Abend sein könnte. «Müsste doch...!» Und so ein Bild gebe es ja noch nicht. So kontaktierte er die Parsennbahn und erkundigte sich nach der letzten Talfahrt. «Am 22. November 2013 war es soweit. Um 15 Uhr fuhr ich mit zwei Kameras, drei Objektiven und zwei Stativen zum Höhenweg hoch. Es war aber alles komplett verhangen. Nebel oder tiefliegende Wolken versperrten mir die Sicht.» Von den Schneemachern auf dem Jakobshorn wusste er, dass ab 16 Uhr alle Schneekanonen dort laufen würden. «Nun begann das Warten. Es war saukalt», erzählt Giger weiter. «Langsam leerte sich die Höhenweg-Terrasse, aber die Sicht wurde von Minute zu Minute besser.» Dann kam die Sperrstunde, die letzte Bahnfahrt. Die Restaurant-Mitarbeitenden verabschiedeten sich, und die Parsennbahn fuhr ohne Giger ins Tal. «Nun begann ich zu fotografieren. Es stimmte einfach alles. Langzeitbelichtungen bis 90 Sekunden. Und, siehe da, ein Auto fuhr aus dem Dischmatal, ein weiteres kam von Clavadel, die Nachtloipe, die Strassen-beleuchtung ... alles fast wie geplant. Ich war stolz, ja glücklich.» Dank der freundlichen und fortlaufenden Unterstützung durch die Mitarbeitenden der Parsennbahn sei er nach einem letzten Blick auf die Aussicht anschliessend zufrieden mit der allerletzten Bahn ins Tal gefahren, schliesst Giger seine Erzählung.

Luzia Schär (www.luzia-schaer-davos.ch)
Luzia Schär (www.luzia-schaer-davos.ch)

«Dieses Bild entstand letztes Jahr an einem Februarmorgen mit den ersten Sonnenstrahlen», erinnert sich Luzia Schär (www.luzia-schaer-davos.ch). «Ich finde die Einzigartigkeit der Seifenblase bei jedem Bild faszinierend. Kaum ist die Blase gemacht, verändert sich diese mit der extremen Kälte innert Sekunden.»

Monique Schneider (www.monique-schneider.ch)
Monique Schneider (www.monique-schneider.ch)

«Geborgenheit» nennt Monique Schneider (www.monique-schneider.ch) dieses Bild, das in der letzten Woche des alten Jahres am Mittag auf dem Golfplatz entstand: «Es schneit, wie immer bin ich mit meiner Kamera unterwegs. Ich bin nicht auf der Suche nach schönen Motiven, meist finden sie mich. Was mir ins Auge sticht, halte ich direkt mit der Kamera fest. Und da stand sie nun. Die Hütte, eingebettet von Bäumen mitten im Schnee. Durch den anhaltenden Schneefall war eine gedämpfte, ruhige Stimmung. Die Patina des Holzes kam wunderschön zur Geltung. Das gab mir ein Gefühl der Wärme, trotz Kälte. Das Bild passt für mich in das Jahr 2021. Wir sind alle auf der Suche nach Ruhe, Geborgenheit und Sicherheit. Daher ist dies mein Lieblingswinterbild.»

Walter Dürst (http://wdfotografie.ch)
Walter Dürst (http://wdfotografie.ch)

Ich war nach einem Job in Serneus auf dem Heimweg in den wohlverdienten Feierabend. Als ich über den Wolfgangpass fuhr, traute ich meinen Augen kaum», erzählt Walter Dürst (http://wdfotografie.ch) zu diesem Bild. «Wie sich der Himmel über Davos präsentierte, hatte ich so bis anhin noch nie erlebt. Da ich zum Glück meine gesamte Fotoausrüstung dabei hatte, musste ich dieses Naturschauspiel einfach festhalten.» Den perfekten Standpunkt für die beste Perspektive habe er schnell gefunden, erzählt Dürst weiter. Das Stativ sei aufgebaut, die Kamera mit dem richtigen Objektiv montiert, die passenden Einstellung für die Aufnahmen eingestellt und dann habe er drauflos fotografiert. «Die Stimmung änderte in Minutentakt, und ich musste mich beeilen, den richtigen Moment festzuhalten.» In der Nachbearbeitung habe er lediglich Helligkeit und Kontrast anpassen müssen. «Dieses Bild lebt von den schönen Farbverläufen, die dieses prächtige Abendrot hervorbrachte. Der Davosersee, die Abendstimmung zur blauen Stunde und die Nebelschwaden machen das Übrige, dass diese Aufnahme einzigartig ist, und wie ich finde, zum Kunstwerk wird.»

Andy Mettler (Swiss-image.ch)
Andy Mettler (Swiss-image.ch)

Der Eventfotograf Andy Mettler (www.swiss-image.ch) sandte dieses Bild von Dario Cologna, anlässlich seines Abschieds vom Davoser Publikum bei Prolog zum Sprint der Herren während Davos Nordic 2021. «Das Heimspiel zahlte sich leider nicht aus», kommentiert Mettler, der corona-bedingt mehr Zeit im Büro verbringt und kaum noch fotografiert. «An unserer Entwicklung wird natürlich weiter gearbeitet.»

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