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IG Welschdörfli fordert längere Öffnungszeiten

IG Welschdörfli fordert längere Öffnungszeiten

In der Churer Altstadt könnten Gartenbeizen demnächst bis 24 Uhr geöffnet bleiben. Diese Massnahme prüft derzeit der Stadtrat, um die von der Coronakrise stark gebeutelten Gastrobetriebe wirtschaftlich zu unterstützen. Nur wenige Stunden nach dieser Ankündigung zieht die Interessensgemeinschaft Welschdörfli nach und stellt Forderungen auf.

Bernhard
Aebersold
vor 11 Monaten in
Wirtschaft
Diese und andere Barhocker sollen länger besetzt sein. Die Interessensgemeinschaft Welschdörfli fordert längere Öffnungszeiten.
ARCHIV

In einem Brief an den Churer Stadtpräsidenten Urs Marti schildert die Interessensgemeinschaft Welschdörfli ihre Betroffenheit in der Coronakrise: «Wir mussten als erste Betriebe einschneidende Restriktionen über uns ergehen lassen und kurz darauf komplett schliessen. Das passierte notabene genau zu dem Zeitpunkt, als die rentabelsten Monate vor der Tür standen», heisst es im Schreiben, das «suedostschweiz.ch» vorliegt.

Eine Stunde zur Kompensation

Die Urheber schätzen den entgangenen Umsatz ihrer Gastrobetriebe ennet der Plessur auf rund sieben Millionen Franken. Um diese wirtschaftlichen Einbussen besser wegstecken zu können, bitte die IG Welschdörfli, sämtlichen Bars, Clubs und Restaurants ab September längere Öffnungszeiten zu gewähren.

So sollen ab September die Öffnungszeiten am Freitag und Samstag um eine Stunde bis morgens um 4 Uhr verlängert werden. «Mit dieser Massnahme könnten wir ungefähr zehn bis 20 Prozent des ausgefallenen Umsatzes bis Mitte 2021 wieder erwirtschaften, was für alle Betriebe eine enorme Hilfestellung bedeuten würde», heisst es in der Mitteilung an den Churer Stadtpräsident Urs Marti weiter.

Streitpunkt: Lärm

Die Anfrage der «Welschdörfler» trifft beim Churer Stadtpräsidenten auf Verständnis. Denn zurzeit prüft der Stadtrat ein ähnliches Anliegen auf der anderen Plessurseite. In der Altstadt könnten Gartenwirtschaften eine Stunde länger – neu bis 24 Uhr – geöffnet bleiben. Könnten, denn die Öffnungszeiten in der Churer Altstadt sind ein heikles Pflaster. Für jede Veränderung der Öffnungszeiten ist eine Verfügung notwendig, gegen die Einspruch erhoben werden kann.

«Wir werden das Anliegen der IG Welschdörfli prüfen und schauen, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen», sagt Stadtpräsident Urs Marti gegenüber «suedostschweiz.ch». Er schliesst nicht aus, dass die Verhandlungen zu den verlängerten Öffnungszeiten in der Altstadt, einen Einfluss haben könnten auf das Anliegen im Welschdörfli. «Das Miteinander ist mir in dieser Angelegenheit wichtig. Wenn wir in der Altstadt mit allen Bezugsgruppen gut zurecht kommen, könnte das eine Signalwirkung für das Welschdörfli haben», führt Marti weiter aus.

Dieses Miteinander setzt voraus, dass sich der Lärm während den verlängerten Öffnungszeiten in Grenzen halten müsste – auf beiden Seiten der Plessur. (bae)

Video: Urs Marti zum Anliegen von IG Welschdörfli

BERNHARD AEBERSOLD

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Wir haben eine GESUNDHEITS-Krise und als Therapie will Stadtpräsident Urs Marti NOCH längere Öffnungszeiten der Gastronomie: Lärm stresst die GESUNDHEIT.
Ich finde es unfassbar, Stapi Marti «appelliert in dieser schwierigen Zeit an die Solidarität der Anwohner» (den noch längeren Mehrlärm zu schlucken) statt umgekehrt.
Ich finde, hier wird Gesundheit «Für eine Handvoll Stützli» für Beizer geopfert in diesem Sergio-Leone-Schinken westlich und östlich der Plessur: ein Western der Willkür?
Sich medienwirksam «für die Schwächsten» einsetzen und dann den Stärkeren noch mehr die Schleusen öffnen? Ich kenne Leidende, die nicht mal tagsüber sich in die Bogenplazaszene verirren (können und wollen), geschweige denn nachts. Wer also ist dieses Nachtpublikum, wenn nicht Überkräftige und Gelangweilte (die Zeigefreudigen mit dezibel-getunten Motorfahrzeugen nicht zu vergessen)?
Eine Variante nicht nur für Altstadtbewohner: Gehen Sie wählen, auch wenn Sie sonst Nichtwähler sind, gehen Sie Abwählen!
Wenn man sich das Leid medizinisch betrachtet, sowie die Geld- und Nervenaufwendungen auch im juristischen Bereich – Bundesgerichtsfälle x-seitenweise neverending seit x-Jahren, lesen Sie das mal, aufwühlender als Netflix – kann man da als Ausserirdischer auf die Menschheit blickend etwas anderes als gramgebeugt den Kopf schütteln?
Wieso, warum und weshalb diese Ressourcenverschleuderung, unnötige Marter, wenn man für den Bruchteil dieser (über lange Zeit sich enorm kumulierenden) Aufwände, ein für alle Mal ORDNUNG (!) schaffen würde: Lärm around-the-clock HIER – und Stille «Schlaf ist die beste Erholung», Zuflucht, Refugium, Lebenselixier DORT.
Das müsste doch auch gewerbenahen Politikern samt den Beizern und Feuchtfröhlichen selbst, einleuchten, denn es würde ja BEIDE Gruppen glücklich machen, mehr Entfaltung erlauben.
Warum Hass statt Frieden und Gesundheit:
https://www.20min.ch/story/klaeger-erlebt-hass-hautnah-139890982235
Warum Schilda statt Ordnung:
Baizer.ch (Wirteverband Basel-Stadt) interviewte eine Wirtin, die ihre Gartenhinterhofbeiz ab 20 Uhr schliessen muss gemäss Eidgenössischem Umweltschutzgesetz (übrigens: auch Mieter dürfen dann eigentlich nicht mehr draussen lärmen, und ab 22 Uhr gilt ja Nachtruhe):
Baizer.ch:
Aber ein bisschen Verständnis für die Rekurrenten haben Sie schon, oder?
Wirtin:
Nein, unter guter Nachbarschaft verstehen wir etwas anderes.
Baizer.ch:
Wieso richten Sie Ihre Aussenplätze nicht einfach vor dem Lokal ein?
Wirtin:
Das ist nicht wirklich eine Alternative, denn vorne dort führt die verkehrsreiche und LAUTE Feldbergstrasse vorbei.
Mein Fazit:
Die Lauten fühlen sich durch Laute gestört?
Belegt das nicht, dass diese Lauten selbst stören?
Was nützen Warnungen der WHO vor Stressfolgeerkrankungen, was nützen wissenschaftliche Berichte über Dauerkopfschmerzen, millionenteure Spitäler- und Reha-Behandlungen (wobei vieles eh irreparabel ist), wenn das alles in unserem «My Home Is My Castle» konterkariert wird durch vermeidbaren Schall und insbesondere Abruptschall; auch der Waffenplatz Chur wurde laut Zeitungsbericht deshalb nicht abserviert, weil er "Beizenumsatz" erhöhe. Verhältnismässigkeit? Die Bevölkerung der wachsenden Metropole Grosschur bedankt sich (für diese nun zementierte, "ewige" Zukunftsträchtigkeit).
Apropos Umwelt und Gesundheit:
https://www.suedostschweiz.ch/wirtschaft/2020-05-04/ein-drittel-der-bev…
Wolfgang Reuss
05.05.2020 - 02:29 Uhr
Hitze zunehmend wie in der Hölle. Das Wasser versiegend. Bloss die Hoffnung... äh, die Tigermücke, stirbt zuletzt?
Heim(at):
https://www.youtube.com/watch?v=mkjwxmcdb0E
Mutter:
https://www.youtube.com/watch?v=B5ttajMfFd4
https://www.youtube.com/watch?v=WmVLcj-XKnM
Und was ist das grosse Anliegen von Somedia-Journalist Dario Morandi (SO 4.5.2020, Seite 2): dass dereguliert wird bzw. dieser Deregulierungsboost auch nach Corona gelten soll, «insbesondere in Raumplanung, Umweltschutz (…)»
Und auf Seite 3: Die Gastwirtschaften sollen sich vermehrt im Freien breitmachen.
Die Gemeinderatssitzung 14.5. wird nicht öffentlich sein (ich frage: dafür via Internet?), wo es insbesondere um den Lärmschutz geht, während der Wähler doch wissen müsste, wer wofür ist, bevor er wählt.
https://www.chur.ch/_docn/2565578/01_Botschaft_Totalrevision_Polizeiges…
Das finde ich den Hammer in unserer angeblich zunehmend die Schwächeren schützenden Gemeinwesenschaft: Statt verbessert soll der Lärmschutz erodiert werden: nicht die Beizen müssen sich nach den Anwohnern (Nachtruhe ab 22 Uhr) richten, sondern umgekehrt die Anwohner haben sich den paar Beizern (quasi Bolgenplaza bis 23 Uhr) zu unterwerfen (obwohl in anderen Städten teils bereits ab 20 Uhr Aussenwirtschaft untersagt ist), und das gilt dann für ganz Chur. Das widerspricht meinen Schallforschungsreferenzen: Lärm sollte outgesourct werden (wie eine «Umfahrung»), meinetwegen auf die Obere Au.
Zurück zu Morandi und seiner Motoren-PR, die ich ähnlich bemerkenswert finde wie die 5G-PR, jedenfalls ist das mein Eindruck, aber Sie können ja mal einen Historiker alle Somedia-Artikel der beispielsweise letzten 2 Jahre zu einem Befund verdichten lassen (wofür ich allerdings nicht Ch.R. mandatieren würde).
Dass Eigner Lebrument und Monsignore Masüger derzeit mehrfach die Unverzichtbarkeit der Lokalmedien preisen (bzw. deren finanzielle Unterstützungswürdigkeit), okay, aber wieso gleichzeitig diese Marotte mit dem ständigen Gratis-Motorenpushen (jedenfalls kommentierte die SO einen kritischen Leserbrief, sie mache es gratis) im redaktionellen Zeitungsteil – notabene alles zu Greta-/Umweltschutz-/Klima-Zeiten – während ich hiermit fordere oder ähem, höfischst unterbreiten möchte, dass die Somedia die Zeichen der Zeit erkennend ab sofort derlei Jubel-PR ausschliesslich Velos (mein Tipp: Velomarke Benno) und anderer Klima-Fortbewegung einräumt.
Na, ist doch wahr: da profiliert sich Masüger multigelobt von Lesern als Umweltapostel, wenn ich mich nicht irre, und gleichzeitig fährt ihm notabene in «seiner» Gazette ständig ein D.M. mit «brüllendem» Motor in die Parade… also das ist doch, da kann ja… stammelt Chefarzt Prof. Donald Duck.

Im Grunde genommen hat ja der gute Wolfgang Reuss Recht!
Aber warum muss er immer seine Kommentare mit ellenlangen
https:// „verschlüsselten“ Links, wie er selber sagt, publizieren?
Das könnte man doch auch kürzer und effizienter formulieren…
Man darf nicht erst Feuer löschen, wie dies bisher getan wurde!
Das Welschdörfli war betreffend Lärm Immissionen schon
immer problematisch und nun hätte man die Gelegenheit, quasi
bei einem Neuanfang dieses Feuer schon im Keim zu ersticken
oder gänzlich zu verhüten. Man sollte nicht erst Feuer löschen,
wie dies bisher getan wurde. Man muss jetzt einen glaubwürdigen
Kompromiss schaffen wo alle Restaurationsbetriebe und Anwohner
zustimmen und zufrieden sein können.
Einfach nur zu rufen: “Der Wolf ist da – fangt den Wolf!” genügt nicht
mehr. Ich hoffe sehr, dass sich eine solche Aussprache nicht durch
die Spannungen, die sie auslöst, sondern durch die Klarheit, die sie
vermittelt, auszeichnen möge.
„Wir selbst müssen sicher sein, und wir müssen unseren Bürgerinnen
und Bürgern Sicherheit vermitteln auch dass wieder Ruhe einkehrt.“

Ich unterstützen Sie Herr Reuss und muss erwähnen: Mir geht es so
wie unserem Pfarrer in der Kirche. Der redet auch immer zu den
Falschen, nämlich denen, die da sind. Denen braucht man es nicht
zu sagen. Hingegen allen die es Betrifft! An einem runden Tisch!

Wenn Sie das, was Sie hier nun gesagt haben, Herr Reuss und auch
wirklich meinen, dann werden Sie vielleicht doch noch einmal
irgendwann mein Held. Das waren Sie in der Vergangenheit nicht,
aber ich wäre bereit, das zu ändern.

Das ist eine Frechheit Gegenüber den Bewohnern habt ihr nichts gelernt dass ihr mit Vernünft und nicht mehr alles übertrieben solltet.
Langt euch das noch nicht werdet wieder etwas Bescheiden.Nur immer Konsum und sonst nichts.Auf eine ruhige Nacht.

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