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Zwei sechste Plätze für die Bündner Mountainbiker

Während Steffi Häberlin und Konny Looser ihren zweiten Bikemarathon-Schweizer-Meistertitel gewinnen, fahren die Bündner Vertretungen am Bergibike jeweils auf den sechsten Rang.

Südostschweiz
05.07.22 - 09:43 Uhr
Sport
Steiler Aufstieg: Die Spitzengruppe beim Aufstieg am La Berra.
Steiler Aufstieg: Die Spitzengruppe beim Aufstieg am La Berra.
Gallay Foto

Es war ein überaus hektisches Finale mit allen Titelanwärtern auf dem letzten Kilometer des Bergibike, wie das Organisationskomitee in einer Medienmitteilung vermeldete. Die beiden Haupthindernisse auf den 79 Kilometern zwischen Fribourg und Bulle – La Berra und Le Gibloux – hatten nicht die gewünschte Selektion herbeigeführt. Auf den verbleibenden rund 20 Kilometern bis ins Ziel in Bulle kam es nochmals zum Zusammenschluss einer grösseren Gruppe mit allen Favoriten. Urs Huber, Martin Fanger, Konny Looser, Marc Stutzmann, Casey South und der Bündner Andrin Beeli kämpften um die beste Position für den Zielsprint. Um die letzten Kurven konnten sich aber nur noch Huber, Looser und Fanger an der Spitze behaupten. Den längsten Atem und die grösste Risikobereitschaft zeigte schliesslich Looser, der Huber auf der Ziellinie noch um Reifenbreite abzufangen vermochte. Das Bergibike zählte in diesem Jahr zugleich als Schweizer Bikemarathon-Meisterschaft.

Sieg auf den letzten Metern

Im Siegerinterview erklärte Looser: «Die Zieleinfahrt war sehr schwierig zu fahren. Ich hatte mir im Vorfeld zwei Stellen eingeprägt, an denen ich mich an die Spitze setzen wollte, aber ich habe es an beiden Stellen nicht geschafft. Mein Glück war, dass Urs Huber die letzte Kurve nicht enger angefahren ist. So konnte ich kurz vor der Ziellinie noch an ihm vorbeifahren.» Looser hat schon am Morgen gespürt, dass es heute sein Tag werden könnte. In der Vorwoche hatte der 33-Jährige Zürcher Oberländer den Marathon im deutschen Singen mit ähnlicher Topografie ebenfalls im Sprint gewonnen. Er sagt: «Dieser Titel bedeutet mir ungleich mehr wie der erste vor fünf Jahren. Der erste Titel kam eher überraschend. Heute dagegen wollte ich ihn unbedingt gewinnen. Am Schluss ist auch noch alles perfekt für mich aufgegangen.»

Sieg auf den letzten Metern: Konny Looser (rechts) überholt kurz vor dem Ziel Urs Huber .
Sieg auf den letzten Metern: Konny Looser (rechts) überholt kurz vor dem Ziel Urs Huber .
Gallay Foto

Urs Huber nahm sich im Ziel selber an der Nase. «Keine Ahnung, was ich auf den letzten Metern studiert habe. Bis Konny an mir vorbeifuhr, stimmte meine Taktik.» Es sei das gesamte Rennen lang sehr eng an der Spitze zugegangen. «Am La Berra habe ich erstmals Druck gemacht. Doch es blieben alle dabei.» Am Gibloux das gleiche Spiel. Er habe sich wohl gut gefühlt, aber wegfahren konnte er dennoch nicht. Auch nicht, als Huber am Gibloux das Tempo verschärfte. Stutzmann und Looser sind mitgekommen. Auch Fanger, South und Beeli konnten in der Folge nochmals aufschliessen. Die Kurve 800 Meter vor dem Ziel sollte schliesslich vorentscheidend sein. Stutzmann fuhr vorne, dann Looser. Huber konnte beide überholen und kam als erster ins Zielgelände, wähnte sich schon als Sieger, bis Loosers Attacke kam. «Ich bin der erste Verlierer, was mich schon ein bisschen ärgert. Die letzten zehn Meter habe ich verschlafen», übte sich Huber in Selbstkritik.

Auch der drittplatzierte Martin Fanger war nicht glücklich über den Rennausgang: «Ich habe gewusst, dass Konny heiss auf den Titel ist, aber in diesem Zielgelände war einfach nicht mehr für mich möglich.»

Favoritin gewinnt überzeugend

Bei den Frauen ist Steffi Häberlin ihrer Favoritenrolle gerecht geworden. Auf dem zweiten und letzten Haupthindernins des Tages, auf Le Gibloux, verfügte die Titelgewinnerin von 2020 bereits über mehrere Minuten Vorsprung. In losen Abständen folgten die SM-Bronzegewinnerin von 2020, Irina Lützelschwab und die EM-Zweite Janina Wüst. Titelhalterin Ariane Lüthi hat 24 Stunden vor dem Start Forfait für den Titelkampf erklärt, Alessia Nay aus Zizers fuhr auf den sechsten Rang. «Ich war angenehm überrascht über den hohen Singletrail-Anteil des Rennens. Für mich ist dieser Titelgewinn die Bestätigung, dass ich sportlich auf dem richtigen Weg bin», erklärte Siegerin Häberlin im Ziel.

Das Podest: Steffi Häberlin (Mitte), Irina Lützelschwab (Links) und Janina Wüst (Rechts).
Das Podest: Steffi Häberlin (Mitte), Irina Lützelschwab (Links) und Janina Wüst (Rechts).
Gallay Foto

Resultate Schweizer Bikemarathon Meisterschaften:

Männer (79 Kilometer), 1. Konny Looser (Hinwil) 3:28:08. 2. Urs Huber (Mettmenstetten) gl. Zt. 3. Martin Fanger (Genf) 0:01. 4. Marc Stutzmann (Belp) 0:07. 5. Casey South (Frauenfend) 0:10. 6. Andrin Beeli (Sagogn) 0:13. 7. Emilien Barben (Chez-le-Bart) 2:38. 8. Hansueli Stauffer (Sigriswil) 4:05. 9. Gilles Mottiez (Collognes) 5:21. 10. Damian Perrin (Bern) 14:41.

 Frauen (79 Kilometer), 1. Steffi Häberlin (Happerswil) 4:02:53. 2. Irina Lützelschwab (Wallbach) 4:16. 3. Janina Wüst (Lupfig) 5:30. 4. Antonia Bünter (Bern) 21:47. 5. Ilona Chavaillaz (Sommentier) 23:14. 6. Alessia Nay (Zizers) 28:42. 7. Carmen Zaugg (Hägendorf) 29:33. 8. Naika Racheter (Hauterive) 40:24. 9. Stefanie Zahno (Bürchen) 43:29.

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