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Der Norweger startet als Favorit in die Vierschanzentournee

Der Norweger startet als Favorit in die Vierschanzentournee

Trotz Corona-Pandemie, Lockdown und grenzüberschreitender Reiserei geht die 69. Vierschanzentournee planmässig über die Bühne.

Agentur
sda
vor 3 Monaten in
Wintersport
Halvor Egner Granerud aus Norwegen hinterliess auch in den ersten Sprüngen in Oberstdorf einen bestechenden Eindruck.
Halvor Egner Granerud aus Norwegen hinterliess auch in den ersten Sprüngen in Oberstdorf einen bestechenden Eindruck.
KEYSTONE/EPA/LUKAS BARTH-TUTTAS

Der Favorit heisst Halvor Egner Granerud, Gregor Deschwanden will mit Konstanz punkten, und Simon Ammann kämpft um den Anschluss.

Die erste Hürde mussten die Springer bereits vor der Qualifikation in Oberstdorf nehmen. Am Sonntag stand ein Corona-Test auf dem Programm. Das Virus gibt auch im Alltag der Sportler den Takt vor. Es bestimmt, ob ein Athlet am Montag im Allgäu überhaupt zur Qualifikation antreten darf. Doch vom Leben in der Blase oder von der gähnenden Leere statt der Partystimmung bei der Massenveranstaltung wird der TV-Zuschauer nicht viel mitbekommen. Sportler und Fans sind dankbar, dass überhaupt gesprungen wird.

Mit von der Partie sind auch drei Schweizer. Gregor Deschwanden hat mit 29 Jahren zur Konstanz gefunden. In den bislang sieben Weltcupspringen der Saison stiess er jedes Mal auch im Finaldurchgang vom Balken ab. Der 18. Zwischenrang im Overall-Klassement unterstreicht die Serie des Luzerners.

Exakt der 18. Rang im Gesamtklassement der Vierschanzentournee grenzte im vergangenen Jahr die Konstanten vom Rest des Feldes ab. Wer viermal den Finaldurchgang der Top 30 erreicht, fliegt in der Overall-Wertung bestimmt in die Top 20. Der Wettkampfmodus unterscheidet sich allerdings von jenem im Weltcup. Bei der Tournee stehen im ersten Durchgang 25 K.o.-Duelle an. Die 25 Sieger sowie die besten fünf Verlierer (Lucky Loser) ziehen in den zweiten Durchgang ein.

Deschwanden kann als Tournee-Bestresultat einen 34. Rang aus dem Jahr 2015 vorweisen - mit zwei Finalteilnahmen. Diese Vorgabe dürfte er, sofern er von Windpech, Stürzen und dem Coronavirus verschont bleibt, klar unterbieten. Für eine Top-10-Klassierung wie sie zuletzt der WM-Dritte Killian Peier 2019 erreicht hat, müsste in den vier Springen aber alles perfekt passen.

«Ich habe im Sommer meinen Grundsprung gefunden», nennt Deschwanden die Ursache für die Steigerung. Geholfen haben ihm dabei kleinste Anpassungen wie beispielsweise die Verlagerung des Schwerpunkts im Ski oder Tests mit Simon Ammanns Karbonschuh-Modell. Die Erkenntnisse übertrug er erfolgreich auf seine eigenen Stiefel. «Der Grundsprung hievt mich nun auf ein höheres Level. Ich spüre das», betont der zweifache Olympia-Teilnehmer, der nach fünf Jahren den Kontakt zu den Top 30 seiner Sportart wieder hergestellt hat.

Etwas überraschend nimmt Simon Ammann seine 23. Vierschanzentournee in Angriff. Sein Leistungsausweis ist ungenügend. Keinen einzigen Weltcuppunkt hat er diesen Winter eingeflogen. Das Training vergangenen Mittwoch in Engelberg mit dem modifizierten Schuhmodell fiel aber positiv aus.

Als dritter Schweizer wird Dominik Peter in Oberstdorf abheben. Der junge Zürcher verdiente sich die Nomination mit 21 Weltcuppunkten, die aus drei Top-30-Klassierungen resultierten.

Granerud im Flow

Traditionell startet die Tournee in Oberstdorf und endet am 6. Januar in Bischofshofen. Dazwischen stehen das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen und der Wettkampf am Bergisel in Innsbruck auf dem Programm. Der Top-Favorit kommt mit Halvor Egner Granerud aus Norwegen. Der 24-Jährige siegte im Weltcup zuletzt fünfmal in Serie und ist derjenige, den es zu schlagen gilt.

Sein erster Herausforderer ist der Weltmeister Markus Eisenbichler. Der Bayer zeigte mit zwei Einzelerfolgen in dieser Saison bereits, dass er Granerud besiegen kann. Er ist der erste Kandidat auf die Nachfolge von Sven Hannawald, der als letzter Deutscher vor 19 Jahren den deutsch-österreichischen Klassiker über den Jahreswechsel gewann.

Eine grosse Unbekannte ist der Skiflug-Weltmeister Karl Geiger, bei dem nach seiner Quarantäne wegen eines positiven Corona-Tests offen ist, in welcher Form er auf der Heimschanze an den Start gehen wird. Mit Kamil Stoch, der die Tournee schon zweimal gewann und aufsteigende Form beweist, sowie dem Vorjahressieger Dawid Kubacki gehen zwei Favoriten nicht an den Start. Polens Mannschaft wurde wegen eines positiven Coronatests ausgeschlossen.

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