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Malans siegt und verliert in der ersten Doppelrunde

Alligator Malans reagiert am Wochenende mit einem 8:6-Sieg in Uster auf einen durchzogenen Saisonstart. Am Tag darauf gegen GC halten die Bündner lange mit, müssen sich aber mit 3:8 geschlagen geben.

Südostschweiz
26.09.22 - 10:23 Uhr
Unihockey
Grosser Anteil am Erfolg in Uster: Mit zwei Toren sorgt Joel Friolet für einen wichtigen Auswärtssieg.
Grosser Anteil am Erfolg in Uster: Mit zwei Toren sorgt Joel Friolet für einen wichtigen Auswärtssieg.
Bild Erwin Keller

von Heinz Grass und Thomas Rentsch

Gleich zwei Fliegen beabsichtigte Alligator Malans im Spiel gegen Uster zu erschlagen. Die eine war die gegen Wiler-Ersigen erhaltene Klatsche vom vergangenen Wochenende vergessen zu machen und die zweite, sich für die schmerzliche 9:11-Niederlage der letzten Direktbegegnung vom Februar dieses Jahres zu revanchieren.

Dem Vorhaben hatten die Ustermer natürlich etwas entgegenzusetzen, denn nach 80 gespielten Sekunden wurden die Bündner mit dem ersten Gegentor durch Martin Prazan gleich mal kalt geduscht. Dem Heimteam gehörten in der Folge auch die weiteren Minuten in diesem Startdrittel und es war in erster Linie Torhüter Sandro Breu zu verdanken, dass es nach 15 Spielminuten «erst» 3:1 für die Ustermer hiess. Claudio Schmid durfte sich schon zum zweiten Mal als Torschütze feiern lassen. Seitens der Malanser wurde mit zu wenig Biss und noch fehlender Aggressivität dem Geschehenen entgegengesetzt. Zu ungenau die Malanser-Passqualität und auch das sonst so berüchtigte Tempo-Pressingspiel wurde auf Bündner Seite arg vermisst. Vorab bei schnellen Auslösungen über den rechten Flügel via der Schlüsselposition Patrik Doza bekundeten die Alligatoren ihre liebe Mühe. So erstaunte es nicht, dass es zur ersten Pause bereits zu diesem Zeitpunkt verdient 4:2 für Uster stand und Doza bereits drei Skorerpunkte auf sein persönliches Konto schreiben durfte.

Offenbar fand der Malanser Trainer Pius Caluori in der Pause die richtigen Worte. Die Alligatoren wirkten nun wesentlich frischer und konzentrierter in ihren Aktionen. So wurden denn auch vermehrt gefährliche Torchancen herausgespielt. Zudem wurde Breu erneut äusserst früh gegen Mario Bardill im Malanser Tor ausgetauscht, obschon es nicht sein Verschulden der Baisse im ersten Drittel war. Die Malanser nun doch stets besser ins Spiel zurückfindend, kamen in der 26. Minute infolge einer Strafe gegen Markus Kulmala zu ihrem ersten Überzahlspiel. Faktisch mit der allerletzten Sekunde dieser Strafzeit verkürzte Kevin Berry das Skore und bei Spielhälfte wurde durch Tim Braillard sogar der Ausgleichstreffer zum 4:4 Tatsache.

Eine Ustermer Strafenflut – meist wegen Disziplinlosigkeiten – in den nachfolgenden Spielminuten erlaubte den Alligatoren während mehreren Minuten in numerischer Überzahl agieren zu können. Diese Gelegenheit liessen sich die Gäste nicht entgehen und konnten dank dem zweiten Powerplaytreffer von Berry das Skore erstmals auf ihre Seite zwingen und verdient in Führung liegend zur zweiten Pause gehen.

Uster stellte zu Beginn des dritten Drittels auf zwei Linien um und machte bereits nach 40 Sekunden die knappe Malanser Führung durch den Treffer von Josia Pfister zu Nichte. Joel Friolet sorgte aber nur zwei Zeigerumdrehungen später nach einem sehenswerten Solo für die nächste Malanser Führung. Das Spiel wirkte in der Folge nun gefällig und mit sehenswerten Aktionen hüben wie drüben. Die Alligatoren blieben aber doch mehrheitlich spielbestimmend und die Früchte ihrer Bemühungen durfte Remo Buchli ernten, indem er sein Team in der 51. Minute mit zwei Längen in Front brachte.

Das darauf gesetzte «All-In» auf Ustermer Seite eröffnete den Alligatoren zudem in den Schlussminuten zunehmend gefährliche Kontervorstösse zu spielen. Erst als Mike Jäger in der 57. Spielminute zur ersten Strafe gegen die Alligatoren gebüsst wurde, rochen die Ustermer die Lunte zum Anschlusstreffer. Doch statt dem vermeintlichen Anschluss, traf Friolet mit einem Shorthander auf der Gegenseite zur Vorentscheidung. Nach Schmids Hattrick-Treffer in Überzahl in der 60. Minute liessen die Alligatoren aber nichts mehr anbrennen und holten so ihren ersten Sieg mit 8:6 nach Hause.

Niederlage gegen den Meister 

Die ersten acht und die letzten zehn Spielminuten weggedacht, war Alligator Malans zumindest auf Augenhöhe mit Meister GC. Deutlich besser als in den letzten Spielen funktionierte die defensive Aufteilung, offensiv lief der Ball geschmeidig. Entscheidende Szene des Spiels war Tobias Hellers Treffer zum 3:5 in der 47. Minute, der den Schwung aus den Bündner Offensivbemühungen nahm. Zunehmend gelang es Malans nicht mehr, Ball und Gegner laufen zu lassen, während GC seinerseits das Spiel souverän nach Hause brachte. Drei Treffer in den Schlussminuten, zwei davon ins leere Tor, besiegelten das Verdikt der Niederlage.

Dass die Alligatoren derart lange kompetitiv im Match blieben, hätten nach einem verschlafenen Start wohl nur die zuversichtlichsten Fans vorausgesagt. Nach sieben chancenlosen und unter zürcherischem Dauerbeschuss stehenden Minuten, lagen die Herrschäftler mit 0:2 zurück. Erinnerungen an die Vorwoche und die herbe Klatsche gegen Wiler wurden wach. Dann fand zuerst die dritte Formation in Spiel und Härte zurück: Damian Rohner staubte zum 1:2 ab, Mike Jäger traf kurz darauf nur die Latte. In der 15. Minute erzielte Kevin Berry in Überzahl den Ausgleich, was der Spielfreude und zielstrebigen Offensivaktionen der Alligatoren weiter zuträglich war. Mario Bardill, der zum ersten Mal im Tor starten durfte, zeigte sichere Paraden und ein gutes Stellungsspiel.

Im zweiten Abschnitt gefiel ein sehr stabiles Boxplay und die defensive Stabilität: GC tauchte nur noch punktuell gefährlich vor Bardill auf, sah sich früh gezwungen, auf zwei Linien umzustellen. Mit Lukas Veltsmid war es in der 29. Minute wiederum ein Spieler des dritten Blocks, der seine Farben in Führung bringen konnte. Unter der Regie des agilen Centers Harry Braillard zeigte sich diese Formation auch gegen die Zürcher Nationalspieler stabil, eine erfreuliche Erkenntnis des Abends. Weniger schön die Entwicklung in der 38. Minute, als GC innert Sekunden zu zwei Toren kam: Meier, Riedi und Rüegger kehrten mit ihrer Klasse das Spiel. Darauf reagierten die Malanser unbeeindruckt, kreierten auch im Schlussabschnitt gute Chancen, Dan Hartmann traf nur den Pfosten. Bis zu Hellers Tor also alles in Reichweite, danach schwanden Zuversicht und wohl auch die Kräfte der Alligatoren.

Resultat- und punktemässig kann von einem Fehlstart gesprochen werden. Arrivierte Spieler begehen ungewohnte Fehler, die rechte Mischung in der Aufstellung muss der Staff erst noch finden. Eine positive Entwicklung war am Sonntagabend ersichtlich, gegen den nicht unwiderstehlichen Meister funktionierte in den guten Phasen einiges. Mit Bardill, Obrecht, Holenstein, Jäger und Harry Braillard gingen Spieler aus der nominell zweiten Reihe mit gutem Beispiel voran.

Nach einer Nationalmannschaftspause am kommenden Wochenende steht am 7. / 8. Oktober die Doppelrunde gegen Zug (Heimspiel am Samstag) und Rychenberg Winterthur auswärts an. Delikate Aufgaben also auch als Nächstes.

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