«Potenzial für Höheres ist vorhanden»
Die Davoser Skirennfahrerin Melanie Michel hat eine nach eigenen Angaben zufrieden stellende Saison hinter sich, wie sie im Interview erklärt.
Die Davoser Skirennfahrerin Melanie Michel hat eine nach eigenen Angaben zufrieden stellende Saison hinter sich, wie sie im Interview erklärt.
DZ: Melanie Michel, wie zufrieden sind Sie mit der abgelaufenen Saison?
Melanie Michel: Ich kann eigentlich eine ähnliche Bilanz wie bereits zu Saisonbeginn ziehen. Ich bin angesichts des turbulenten Trainings im letzten Sommer vor allem froh, dass ich alle Rennen bestreiten und trotz allem ein paar gute Resultate herausfahren konnte. Zudem konnte ich erstmals sämtliche Europacup-Speedstrecken kennenlernen und so wertvolle Erfahrungen sammeln. Von ds her gesehen bin ich mit dem Erreichten einigermassen zufrieden.
Was war aus Ihrer Sicht besonders gut?
Viele Europacup-Abfahrten waren für mich zwar wie gesagt neu, aber konnte mich jeweils in kurzer Zeit auf den Strecken zurechtfinden. Ich erzielte auch ein paar gute Resultate, spürte aber auch die fehlenden Trainingskilometer aus dem Sommertraining. Es ging nicht alles so leicht wie sonst, und ich musste mental viel arbeiten. Hin und wieder stand ich, wenn ich müde war, «neben den Schuhen» – eine Nachwirkung der im letzten Jahr erlittenen Hirnerschütterung. Wir werden daher weiter daran arbeiten, dass ich mein ideales Gleichgewicht wieder erlangen kann.
Womit wir beim nächsten Thema wären: Woran müssen Sie im Hinblick auf die Zukunft noch arbeiten?
Im letzten Sommer konnte ich nur eingeschränkt an meiner Kondition arbeiten. Wenn in diesem Sommertraining alles gut läuft, erhoffe ich mir in konditioneller Hinsicht Fortschritte. Die abgelaufene Saison war sehr anstrengend, aber ich konnte wertvolle Erfahrungen sammeln. Trainieren werde ich weiterhin mit dem B-Kader, auch wenn ich immer noch C-Kader-Status habe.
Derzeit absolvieren Sie die Sportler-Rekrutenschule in Magglingen. Welche Vorteile erhoffen Sie sich davon?
Die RS hat eben erst begonnen, und wir stecken mitten in der Grundausbildung, die drei Wochen dauert. Dann folgen zwei Wochen, in denen wir die Ausbildung zum Militärsport-Leiter absolvieren. Den Rest der Rekrutenschule – rund 13 Wochen – können wir uns voll auf unser Training konzentrieren. Ich denke, dass mir die Sportler-RS viel bringen kann. Wir sind eine gute Swiss-Ski-Gruppe, die aus drei Damen und vier Herren besteht, und wir haben in Magglingen eine Top-Infrastruktur, die wir benutzen können. Es gibt aber auch bei den militärischen Teilen durchaus spannende Elemente.
Wie sieht Ihr derzeitiger Tagesablauf denn aus?
Täglich um 6.50 Uhr müssen wir uns draussen besammeln. Dann gibt es Antrittsverlesen, und wir singen die Nationalhymne. Meine Gruppe trainiert jeweils am Morgen und geniesst nachmittags die militärische Ausbildung. Und abends ist um 22 Uhr Nachtruhe.
Wie geht es für Sie in den nächsten Monaten weiter?
Bis am 19. August weile ich in Magglingen in der Sportler-RS. Von da her gesehen ist das Sommertraining heuer einfach planbar. Ab Ende Juli werden wir jedoch nach Möglichkeit wieder ersten Schneekontakt haben und dann zeitweise nicht im Sportzentrum weilen.
Inwiefern haben Sie sich schon Ziele für die nächste Saison gesetzt?
Mein Ziel für den Sommer ist einfach: Gesund bleiben und einen guten Aufbau absolvieren können. Ich möchte Schritt für Schritt vorwärtskommen und nicht übertreiben. Trotzdem möchte ich im Europacup in mindestens einer Speed-Disziplin im Gesamtklassement unter die Top-15 kommen. Das Potenzial für Top-Fünf-Klassierungen ist meiner Meinung nach durchaus vorhanden. Ein weiteres Ziel ist, einem Weltcup-Einsatz näherzukommen.
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