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41-jähriger Valverde gehört noch immer zu den Mitfavoriten

41-jähriger Valverde gehört noch immer zu den Mitfavoriten

Alejandro Valverde wird heute 41 Jahre alt. Der älteste Fahrer auf der World Tour ist aber noch nicht müde und hat Chancen, zum fünften Mal den Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich zu gewinnen.

Agentur
sda
vor 1 Monat in
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Er ist aufgrund seiner Doping-Vergangenheit eine umstrittene Figur im Radsport. Nicht wenige hatten sich 2012 gewünscht, dass Alejandro Valverde nach Verbüssen seiner zweijährigen Sperre aufgrund der Verwicklung in den Fuentes-Skandal nicht mehr zurückkehren würde. Doch der Spanier kehrte zurück, fuhr rasch wieder Spitzenresultate ein, wurde 2018 schliesslich Weltmeister - und gehört noch heute zu den Besten.

Am Mittwoch klassierte sich Valverde an der Flèche Wallonne hinter dem Franzosen Julian Alaphilippe und dem Slowenen Primoz Roglic, die sich auch in Lüttich zusammen mit Tour-de-France-Gewinner Tadej Pogacar die Rollen der Topfavoriten teilen, im 3. Rang. Nach einer schwachen letzten Saison bewies der Profi vom Team Movistar spätestens an der finalen Mur de Huy, dass mit ihm auch 20 Jahre nach dem Debüt auf höchster Stufe weiterhin zu rechnen ist.

«Ich bin glücklich, gleich hinter den Besten und auf dem Podium ins Ziel gefahren zu sein», freute sich Valverde nach der Flèche Wallone. «Ich hatte eine schlechte Position kurz vor der Schlusssteigung. Vielleicht hat der Effort, wieder nach vorne fahren zu müssen, ein noch besseres Resultat verhindert.» In Lüttich sei die Position im Finale weniger wichtig. «Wir werden also sehen, was geht», sagte er mit einem Schmunzeln.

Ein Sieg fehlt zu Merckx' Rekord

14 Mal ist Valverde in Lüttich bereits gestartet, viermal beendete er den Klassiker zwischen 2006 und 2017 als Sieger. Damit fehlt dem Ältesten bei «La Doyenne», dem ältesten der fünf Radsport-Monumente, noch ein Triumph, um mit Rekordsieger Eddy Merckx gleichzuziehen. «Ich bin in grossartiger Form», blickt der Routinier den knapp 260 km mit Zuversicht entgegen.

Eddy, den Grössten aller Zeiten bei diesem Rennen einzuholen, gebe ihm eine «extra Portion» Motivation. Es werde allerdings «kompliziert», das Rennen zu gewinnen. «Gegen die Jungen ist es schwierig geworden. Aber ich werde es versuchen, wie immer, wenn ich am Start stehe», so Valverde, der von seinen Berufskollegen einst geächtet wurde, mittlerweile aber - auch wegen seiner Erfolge im hohen Alter - zumindest wieder respektiert wird.

Ob es seine letzte Chance sei, in Lüttich noch einmal zu gewinnen, wurde Valverde in Huy gefragt. «Ich weiss es nicht. Im Moment geniesse ich es einfach, weil es mir so gut läuft. Einzig und allein das zählt, über den Rücktritt denke ich später nach.» Valverde hatte im Januar bestätigt, dass dies nun sein letztes Jahr sei, aber gleichzeitig eine Hintertüre offengelassen.

Erfolgreicher als das Idol

Auch ohne einen fünften Sieg in Lüttich gehört Valverde, der Dopingvergangenheit und der damit verbundenen Zwangspause von zwei Jahren zum Trotz, zu den erfolgreichsten Fahrern der Geschichte. Man kann halten von ihm, was man will, aber die Zahlen sprechen für ihn - wie auch der Fakt, dass er seit seiner Sperre nie mehr mit Doping in Verbindung gebracht worden ist.

Nur 15 Fahrer in der langen Geschichte des Radsports weisen gemäss den (inoffiziellen) Statistiken mehr Siege aus als Valverde. 131 davon hat er bisher auf seinem Konto, den letzten sicherte er sich Anfang April beim GP Miguel Indurain. Indurain, den fünffachen Sieger der Tour de France, nennt Valverde als sein Vorbild. Gemessen an den Anzahl Siegen hat er sein Idol (91 Siege) schon längst überholt.

Olympia als grosses Ziel

Lüttich ist so etwas wie «sein» Rennen. Nur ein Wettkampf liegt dem vierfachen Familienvater dieses Jahr noch mehr am Herzen: das olympische Strassenrennen Ende Juli in Tokio. «Das ist mein grosses Ziel», so Valverde. «Wenn ich die Strecke betrachte und meine Erfahrung berücksichtige, dann denke ich, meine Chancen stehen nicht so schlecht, dort etwas zu erreichen.» Für den Olympiasieg würde Valverde gar auf einen fünften Triumph in Lüttich verzichten.

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