×

Marc Gianola zur Verschiebung der Ligareform

Marc Gianola zur Verschiebung der Ligareform

Die umstrittene Ligareform wird erst nach den Play-offs weiterdiskutiert. Fans und Spieler werden zudem in die Diskussionen miteinbezogen. Marc Gianola im Interview über seine Sicht der Dinge.

Rinaldo
Krättli
vor 1 Monat in
Eishockey
Davos Eishalle Vaillant Arena Stadion HCD Hockey Club
Marc Gianola diskutiert als Verwaltungsrat der National League AG über die Ligareform mit.
PHILIPP BAER/ARCHIV

Am 20. Februar protestierten die Spieler in allen Eishockeystadien gegen die geplante Ligareform. Insbesondere die Ausländerregelung stösst der Spielergewerkschaft sauer auf. Der Vorschlag mit künftig sieben erlaubten Ausländern pro Team geht Spielern und Fans zu weit.

Dass die Verschiebung der Ligareform vor allem mit dieser Protestaktion zu tun hat, verneint der HCD-Geschäftsführer Marc Gianola, der als Verwaltungsrat der National League AG über die Ligareformen mitdiskutieren kann. Laut Gianola gehe es insbesondere darum, dass der Aktionärsbindungsvertrag noch nicht so weit ausdiskutiert war, dass er von allen Verwaltungsräten der National League AG unterzeichnet werden konnte. Man brauche schlicht mehr Zeit, und weil während den Play-offs der Kopf nicht frei sei, verschiebe man das Ganze in den Sommer, so Gianola.

Die von der Liga vorgeschlagene Ausländerregelung sei in der Öffentlichkeit falsch wahrgenommen worden. De Facto habe man mit den bisherigen vier erlaubten Ausländern und den sogenannten «Wie-Schweizern» eine ähnliche Ausgangslage, wie wenn die Siebener-Regelung käme, führt Gianola aus.

Man sei also offen, den bisherig angedachten Vorschlag der Liga mit der Spielergewerkschaft zur Diskussion zu stellen.

Beruhigung der Lage

Alles also halb so wild? Hört man sich Marc Gianola an, wurden die Vorschläge der Liga schlicht falsch verstanden. Zur Aufregung führte insbesondere halbfertige Informationen die in die Öffentlichkeit gelangten. Ruhe dürfte vorerst tatsächlich einkehren. Auch weil die Liga glaubhaft macht, dass man die Spieler und Fans ernst nimmt. Nebst der Arbeitsgruppe mit Liga und Spielern gibt es auch eine Umfrage, an der die Fans teilnehmen können.

Hier geht’s zur Umfrage

Beruhigend dürfte auch sein, dass die nächsten zwei Saisons als Transformationsphase gelten werden. Zudem hat sich die Liga für eine mindestens gleich hohe finanzielle Förderung des Nachwuchses ausgesprochen und verspricht, «die Förderung des gesamten Schweizer Eishockeys auf allen Ebenen».

Noch nicht ganz klar ist, inwiefern die Spieler tatsächlich involviert werden im Entscheidungsprozess und welches Gewicht die Fan-Umfrage bei den Entscheidungen betreffend die Ligareform haben wird.

Vorerst können sich also Fans, Spieler und Ligavertreter auf die Play-offs konzentrieren. Die Emotionen auf dem Eis sorgen für eine Verschnaufpause neben dem Eis – und das ist für alle gut so.

Kommentieren

Kommentar senden