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ZSC und SCB bitten zum Cupfinal

ZSC und SCB bitten zum Cupfinal

Die Affiche im letzten Cupfinal am Sonntagabend könnte kaum attraktiver sein: Mit den ZSC Lions und dem SC Bern treffen im Zürcher Hallenstadion zwei Schwergewichte im Schweizer Eishockey aufeinander.

Agentur
sda
vor 1 Monat in
Eishockey

Keine Mannschaft hat seit der Einführung der Playoffs in der Saison 1985/86 mehr Meistertitel geholt als der SC Bern (10), die ZSC Lions triumphierten sechsmal. Seit 2012 stemmten mit Ausnahme des HC Davos im Jahr 2015 nur noch diese beiden Teams den Meisterpokal in die Höhe. Nicht umsonst wird von einem Klassiker gesprochen.

SCB sucht den Rhythmus

«Es ist immer speziell, gegen den ZSC zu spielen», sagt SCB-Captain Simon Moser im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Berner sind derzeit jedoch alles andere als ein Spitzenteam. Am 30. Dezember rutschten sie gar ans Tabellenende, das sie erst am 17. Februar verliessen. «Wenn das Selbstvertrauen fehlt, gehen auch Partien verloren, in denen du eigentlich gut spielst», so Moser.

Ausserdem bestritt der SCB aufgrund von Quarantänen zwischen dem 17. November und dem 26. Januar bloss acht Begegnungen, was es erschwerte, einen guten Rhythmus zu finden. Seither bewältigen die Berner ein Mammutprogramm, immerhin hatten sie von Sonntag bis Mittwoch vier Tage frei, um die Batterien wieder aufzuladen. Das taten sie mit einem positiven Gefühl, da sie zuvor einen Aufwärtstrend zeigten.

ZSC fehlt die Konstanz

Die ZSC Lions liegen zwar auf dem 2. Tabellenplatz, seit dem Ende einer - inklusive Cup - elf Partien dauernden Erfolgsserie am 30. Dezember fehlt es den Zürchern jedoch an Konstanz. Sie gewannen seither nie mehr als zwei Spiele hintereinander, und zwei Siege in Folge gelangen auch bloss zweimal.

Auffallend ist, dass sich die Lions insbesondere gegen die auf dem Papier zwei schwächsten Teams der Liga schwergetan haben. Gegen Ambri-Piotta gingen sämtliche drei Saisonspiele verloren, gegen die SCL Tigers unterlag der ZSC in drei der letzten vier Duelle. «Wir müssen es hinbekommen, in jeder Partie alles hineinzuwerfen», sagt Captain Patrick Geering. Die vielen Verletzten lässt der Verteidiger nicht als Ausrede gelten.

Gegen den SCB lautet die Bilanz in der laufenden Meisterschaft 3:1 zu Gunsten der Zürcher. Die Niederlage setzte es für den ZSC im letzten Heimspiel ab. Überhaupt schwächelten die Lions zuletzt im Hallenstadion, wo sie fünf der letzten sechs Begegnungen verloren haben. «Der Heimvorteil ist sicher nicht mehr so immens, wie wenn du von den eigenen Fans getragen wirst», führt Geering aus.

Fällt es manchmal schwer, ohne Zuschauer anzutreten? «Schwer nicht. Wenn ich auf dem Eis stehe, fällt es mir weniger auf und ist es fast einfacher, den Fokus zu behalten, da es keine Ablenkung gibt. Ohnehin befinden wir uns in einer privilegierten Situation, deshalb dürfen wir nicht jammern.»

Keine Hockeyfeste für die Kleinen mehr

Die Vorfreude von Geering auf den Cupfinal ist gross. «Klar war der Ruf des Cups nicht immer der Beste, ein Final ist aber immer etwas Lässiges.» Dass der 2014 nach einem Unterbruch von 42 Jahren neu lancierte Wettbewerb wieder abgeschafft wird, weil der Kalender zu sehr überladen sei, findet Geering «vor allem für die kleineren Vereine schade». Diese hätten von den Hockeyfesten profitieren können. Speziell war auch, dass mit den Rapperswil-Jona Lakers (2018) und Ajoie (2020) zweimal ein unterklassiges Team triumphierte.

Simon Moser sieht es als Nachteil, dass seine Mannschaft im Final auswärts antreten muss: «Die Abläufe sind anders und du bist nicht in der gewohnten Umgebung. Wichtig wird sein, dass wir einen guten Start haben. Wir dürfen uns nicht einschnüren lassen, da sie in der Offensive über extrem gute Spieler verfügen.» Dass es - zumindest vorerst - der letzte Cupfinal ist, gibt Moser Extra-Motivation. Für Spannung dürfte also gesorgt sein. Für den ZSC wäre es der vierte Cupsieg nach 1960, 1961 und 2016, für Bern der dritte nach 1965 und 2015.

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