Der HCD rehabilitiert sich und fährt den Prestigesieg ein, verpasst aber den Gruppensieg
Davos gegen Team Canada: Es ist der Klassiker am Spengler Cup. Obwohl sich der HC Davos für die Auftaktniederlage rehabilitiert, gewinnt er zu wenig hoch, um den Gruppensieg einzufahren.
Davos gegen Team Canada: Es ist der Klassiker am Spengler Cup. Obwohl sich der HC Davos für die Auftaktniederlage rehabilitiert, gewinnt er zu wenig hoch, um den Gruppensieg einzufahren.
Das Spiel
Der Klassiker zwischen dem HC Davos und dem Team Canada startet intensiv. In den ersten drei Minuten bekommen die HCD-Spieler die kanadische Härte deutlich zu spüren. Auch weil das Heimteam sich in Unterzahl wehren muss, müssen die Davoser zu Beginn ein wenig unten durch. Danach verteilen sich die Spielanteile relativ ausgeglichen auf beide Teams. Immer öfter rücken die beiden Torhüter – Kanadas James Reimer und der Bündner Luca Hollenstein – in den Fokus. Mit teils starken Paraden bringen sie die gegnerischen Stürmer zur Verzweiflung.
Als alles bereits mit einem 0:0 rechnet, schlägt der HC Davos doch noch zu. Nach einem Abschluss von der blauen Linie durch Klas Dahlbeck neben das Tor, bringt Simon Ryfors den Puck nochmals vor das Tor. Fast schon liegend kann Filip Zadina zum 1:0 treffen. Die Matchuhr zeigt noch 3,7 Sekunden an. Ein perfektes Ende des Startdrittels aus Sicht des Gastgebers.
Im Mitteldrittel schockt der kanadische Verteidiger Nikolas Brouillard bereits in der zweiten Minute nach Wiederanpfiff. Unwiderstehlich lässt er zwei bis drei Gegenspieler aussteigen und verwertet aus dem Handgelenk ins weite obere Eck. Doch geschockt sind die Landwassertaler deshalb nicht. Je länger der mittlere Abschnitt dauert, desto dominierender agieren die Gastgeber. Doch obwohl der HCD viel Aufwand betreibt, kann er sich nicht belohnen. Dies hat auch mit der starken Leistung des kanadischen Torhüters zu tun. Davon zeugt auch die Schussstatistik, die klar zu Gunsten des HCD ausfällt.
Die Dominanz ziehen die Davoser im Schlussdrittel weiter, in welchem sie sich endlich auch belohnen. In Minute 46 zielt Matej Stransky zuerst noch zu wenig genau. Er geht dem Puck aber hinterher und bedient Rasmus Asplund, welcher das Heimteam zum zweiten Mal an diesem Abend in Führung schiesst. Fünf Minuten später bauen die Davoser ihre Führung weiter aus. Nach einem schnellen Gegenstoss trifft Yannick Frehner zum 3:1, aufgelegt hat Simon Knak.
Diese Konstellation mit zwei Toren Vorsprung neun Minuten vor Schluss bringt es mit sich, dass der HCD wieder mit dem Gruppensieg liebäugeln kann. Dafür braucht es aber mindestens drei Tore Unterschied und gleichzeitig auch mindestens fünf eigene Treffer. Dem HCD fehlen zu diesem Zeitpunkt in der sich anbahnenden Schlussphase also noch zwei Tore. Riskieren oder lieber den Vorsprung verwalten? Keine ganze einfache Frage, die sich dem Trainerstaff stellt.
Weil sich Ryfors noch eine unnötige Strafe einhandelt, sind diese Gedankenspiele aber schnell Makulatur. Es geht in erster Linie darum, um den Zwei-Tore-Vorsprung konservieren zu können. Zwar schaffen die Davoser noch den vierten Treffer und gewinnen die Partie mit 4:1. Trotzdem bedeutet dies auch, dass sich die überraschenden US Collegiate Selects den Gruppensieg vor dem HC Davos holen. Team Canada schliesst die Gruppe nur auf Rang 3 ab. Damit kommt es am Montag zu folgenden Duellen um den Halbfinaleinzug: Sparta Prag fordert im Nachmittagsspiel Team Canada, der HCD misst sich am Abend mit Helsinki IFK.
Die Top 3
Filip Zadina: Der tschechische Stürmer ist heute sehr auffällig. Mit seiner stupenden Technik gelingt es ihm immer wieder, seine Gegenspieler zu Statisten zu degradieren. Dazu trifft er kurz vor Schluss des ersten Drittels zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung. Auch sonst ist er mit seiner Übersicht und seinen Ideen ein steter Unruheherd. Und dieses Mal – im Vergleich zum Tag zuvor – übertreibt er es auch nicht mit seinen Aktionen.
Luca Hollenstein: Wie schon am Vortag Sandro Aeschlimann macht Hollenstein einen ruhigen und souveränen Eindruck. Wenn es ihn braucht, ist er zur Stelle. Und noch mehr als das: Auch die eine oder andere riesengrosse Chance der Kanadier weiss der Bündner zunichte zu machen.
Das Kollektiv: Das ganze Team zeigt im Vergleich zum Vortag eine deutliche Steigerung. Diese war nach dem Auftritt gegen die US-amerikanische Studentenauswahl auch bitter nötig gewesen.
Das gab zu reden
HCD-Trainer Josh Holden wirbelt seine Linien im Vergleich zum Vortag gehörig durcheinander. Nach der 3:5-Niederlage gegen die US Collegiate Selects bleibt im Line-up fürs Duell gegen Team Canada kaum ein Stein auf dem anderen. Dazu setzt er im Tor auf Luca Hollenstein statt Sandro Aeschlimann. Das dürfte aber ein geplanter Wechsel gewesen sein.
Während des Spiels erfreuen sich die Heimfans an den Durchsagen des Speakers. Dieser teilt nämlich mit, dass Bündner an der U20-WM auftrumpfen. Der Aroser und HCD-Spieler Beni Waidacher gleicht für das Schweizer Nationallteam gegen Schweden zum 1:1 aus. Lars Steiner, ein HCD-Eigengewächs das in Kanada spielt, sorgt kurz darauf für die zwischenzeitliche 2:1-Führung. Es brandet Applaus im weiten Davoser Stadionrund auf. Am Ende verlieren die Schweizer jedoch mit 2:4.
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