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Park-Leitsystem zur Verkehrsberuhigung

Im Juni 2021 wurde dem Gemeinderat das Parkierungskonzept vorgelegt, welches bis anhin bereits teilweise umgesetzt werden konnte.

Conradin
Liesch
08.08.22 - 13:51 Uhr
Politik
Die Tafel vor Klosters Dorf informiert die Autofahrenden, welche Parkplätze noch frei und wozu sie ideal sind.
Die Tafel vor Klosters Dorf informiert die Autofahrenden, welche Parkplätze noch frei und wozu sie ideal sind.
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Seit Mitte Juni 2022 hat das sinnlose und verzweifelte Herumkurven auf der Suche nach Parkplätzen in Klosters ein Ende. Oder besser gesagt, hätte ein Ende. Zum einen, weil es zu wenig Parkplätze hat. Zum anderen, weil sich die Verkehrsteilnehmer noch nicht an das Parkleitsystem gewöhnt haben und meist hoffen, auch auf besetzten Parkplätzen noch eine ­Lücke zu finden, wo sie ihr Fahrzeug – in bequemer Gehnähe – platzieren können.

Verschiedene Massnahme zur Option

Das attraktive Bus- und Bahnangebot ist nur eine der Massnahmen, mit welcher – vor allem an den Spitzentagen der ­Wintersaison – der Autoverkehr innerorts reduziert werden kann. Als weitere Möglichkeit wurde das Anlegen einer temporären dezentralen Parkierungsanlage Selfranga in Betracht gezogen, was aber bis anhin nicht weiter verfolgt wurde.

Der Bau eines Parkhauses auf dem Areal des Casanna-Parkplatzes wird wohl im Laufe dieses Jahres bei der Präsentation der Dorfkernplanung und der Neugestaltung des Postgebäude-Areals wieder ­aktuell werden, wobei der Gemeindevorstand erklärt, dass für das Montana-Areal kein Projekt bestehe und dieses durch das geplante Parkhaus nicht tangiert werde (siehe KZ vom 19. Februar 2021).

Das Parkleitsystem als weitere Massnahme hätte ursprünglich bereits Ende ­November in Betrieb genommen werden sollen. «Aber es ist terminlich nicht gegangen, weshalb man es erst im Juni 2022 in Betrieb nehmen konnte», erklärt ­Hubert Schöpfer, Chef der Gemeindepolizei. Nachdem der Gemeindevorstand das Parkleitsystem genehmigt hatte, wurde mit der Signal AG abgeklärt, wo die Hinweistafeln am meisten Sinn machen.

So sind überm Bach und nach der ­Einfahrt beim Verladebahnhof in die Klosterser Strasse grosse Tafeln montiert worden, welche einen ersten Überblick über die Parkmöglichkeiten und deren Belegung geben.

Langläufer zur Loipe leiten

Im Ort sind bei den wichtigen Einfahrten weitere Tafeln aufgestellt worden. Die Standorte Madrisastrasse, Monbielerstrasse, Gotschnastrasse (Arena) und Doggilochstrasse geben Auskunft, welche Parkplätze frei sind. Mit Symbolen werden zusätzlich die Bedürfnisse der Autofahrenden angesprochen: So werden die Langläufer eher zur Aeujer Brücke ge­leitet.

Die Tafel in Klosters Dorf ist allerdings wegen des Umbaus des Bahnhofareals noch nicht in Betrieb.

Der Bau der Hinweistafeln stellte eine weitere Herausforderung dar. Bedingt durch ihre Grösse stellen sie eine doch relevante Angriffsfläche für den Wind dar, weshalb die Kandelaber, woran sie befestigt sind, verstärkt werden mussten.

Halbdynamisches System

Das Park-Leistsystem ist halbdynamisch. Das bedeutet, dass die Anzahl Parkplätze vor Ort überwacht werden müsssen. Ein vollautomatisches Parksystem wäre für die Gemeinde zum gegenwärtigen Zeitpunkt fast nicht machbar, da die Anzahl der freien oder belegten Parkplätze durch ein Schrankensystem oder mit Sensoren ermittelt würde. Beim Parkplatz Arena, wo sich auch die Moloks auf dem Parkplatz befinden, eine eher umständliche Prozedur.

Hubert Schöpfer ist allerdings froh, dass er so bei Bedarf gleich vor Ort jedes Signal mit einem Daumenwisch auf dem Smartphone steuern kann, da die Signaltafeln mit Router ausgerüstet sind und deren Steuerung über eine zentrale Plattform läuft.

Erfasst werden mit dem System aber nur die relevanten und grösseren Parkflächen. Die öffentlichen Parkplätze der Gemeinde sind alle kostenpflichtig. Das mühsame Hervorklauben von Münz ist gehört allerdings bereits längere Zeit der Vergangenheit an – für alle, die das wollen: Die Parksysteme «Parkingpay» und «Sepp» können bequem auf dem Handy aktiviert werden und per Monats- oder Kreditkartenrechnung obezahlt werden.

Einziger Wermutstropfen beim neuen Park-Leistsystem ist allerdings, dass auch die 1120 Parkplätze auf Klosterser Boden nicht ausreichen, wie Hubert Schöpfer bedauert: «Für die Spitzentage haben wir einfach rund 300 Plätze zu wenig.»

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