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Glarner Regierung spricht sich gegen weitere Coronamassnahmen des Bundes aus

Glarner Regierung spricht sich gegen weitere Coronamassnahmen des Bundes aus

Der Glarner Regierungsrat lehnt die Verlängerung der Coronamassnahmen bis zum 31. März sowie mögliche Teilschliessungen ab. Dafür befürwortet er die Selbstisolation und Selbstquarantäne.

Südostschweiz
18.01.22 - 16:52 Uhr
Politik
Die Glarner Regierung möchte die geltenden Coronamassnahmen nicht bis Ende März verlängern.
Die Glarner Regierung möchte die geltenden Coronamassnahmen nicht bis Ende März verlängern.
Bild iStock

Ende Dezember reagierte der Bundesrat mit einer Erweiterung des Massnahmendispositivs auf die Ausbreitung von Omikron. Der Glarner Regierungsrat spricht sich aber gegen den Vorschlag des Bundes und somit gegen eine Verlängerung der Massnahmen bis zum 31. März aus, wie der Kanton Glarus mitteilt. Die Massnahmen sollten nur so lange gelten, wie unbedingt nötig, liess er verlauten. Alles andere sei nicht verhältnismässig. Gemäss den Prognosen der nationalen Covid-19-Task-Force dürfte die Zahl der Ansteckungen bereits im Februar wieder zurückgehen. Entsprechend seien die Massnahmen vorerst höchstens bis Ende Februar 2022 zu verlängern.

Handlungsbedarf bezüglich der Massnahmen

Für den Regierungsrat besteht Handlungsbedarf in Bezug auf die aktuell geltenden Massnahmen. Er äussert sich folgendermassen dazu:

– Die Glarner Regierung möchte kein Contact Tracing mehr erheben bei Diskotheken oder Veranstaltungen in Innenräumen: Aufgrund der Beschränkung der Quarantäne auf Personen aus demselben Haushalt erübrige sich die Erhebung von Kontaktdaten.

– Teilschliessungen als weitergehende Massnahmen lehnt die Glarner Regierung ab.

– Der Regierungsrat spricht sich gegen ein befristetes Verbot des Präsenzunterrichts auf Tertiärstufe aus. Das schränke das Recht auf Bildung massiv ein.

– Die Reduktion der Altersgrenze bei der Maskenpflicht lehnt der Regierungsrat ab. Eine Maskenpflicht im Freien erachtet er zudem als unnötig und wenig sinnvoll.

– Die Glarner Regierung erwägt keine Kapazitätsbeschränkungen für Grossveranstalter und keine zusätzlichen Auflagen. Die heute geltenden Regeln hätten sich unter Berücksichtigung der Schutzkonzepte bewährt.

– Der Regierungsrat fordert einen Systemwechsel von einer behördlichen Anordnung für Isolation und Quarantäne hin zu einer Selbstisolation und Selbstquarantäne.

– Bei bestehender Zertifikatspflicht spricht sich die Regierung für die Erhaltung des Genesenzertifikats für genesene Personen aus.

– Die Aufhebung der Testpflicht bei der Einreise für Geimpfte und Genesene befürwortet der Kanton Glarus.

– Eine Priorisierung des Testzugangs wird durch die Glarner Regierung begrüsst, und sie unterstützt dabei die Vorschläge des Bundes. (so)

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