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Es hätte so schön sein können…

Es hätte so schön sein können…

Ein Lieblings-Diskussionsthema von vielen Davosern – so auch von mir – ist der Verkehr. Ein Kommentar.

Andri
Dürst
vor 1 Monat in
Politik
Für kurze Zeit wurde sie ihrem Namen wieder gerecht: Die Promenade lud zum Promenieren ein.
zvg

So gibt es am einen oder anderen Stammtisch auf einmal zahlreiche «Verkehrsexperten» – meine Wenigkeit «selbstverständlich» inkludiert. Darum sollen nachfolgende Zeilen auch nicht als sakrosankte Wahrheit, sondern als subjektiver Denkanstoss gesehen werden.

Der Titel dieses Kommentars sagt es schon: Es hätte so schön sein können – nämlich die Verkehrssituation während der Promenadensanierung. Besonders, als das erste Teilstück zwischen Tobelmühle- und Guggerbachstrasse bereits fertig war, kam man in den Genuss einer verkehrsberuhigten Hauptstrasse. Das Beste daran: Man merkte erstmals, wie grosszügig eigentlich unsere Trottoirs sind. Ohne Seitenparkplätze liess es sich beinahe luxuriös flanieren.

Doch vor wenigen Wochen änderte sich dies. Kaum war die Strasse wieder geöffnet, wurde entlang des Hotels Europe fleissig parkiert. Die sodann folgenden Bodenmarkierungen geboten immerhin dem Kreuz-und-quer-Hinstellen der Fahrzeuge Einhalt. Was aus meiner Sicht nicht hätte sein müssen, sind die blauen Täfelchen, die dem geneigten Automobilisten anzeigen, dass er auch wirklich auf einem Parkplatz steht. Ab und an wird ein solches Täfelchen aber übersehen, und so verwandeln sich die Installationen in verbogene Metallstangen, die noch krummer als eine Villiger Original daherkommen.

Doch zurück zum Trottoir. Eine Aufhebung der Seitenparkplätze wäre aus meiner Sicht absolut gerechtfertigt und machbar gewesen. Denn das neue Parkhaus Arkaden bietet rund 100 öffentliche Parkplätze. Auf dem ehemaligen Arkaden-Parkplatz waren es insgesamt 57 (inklusive vermietete Parkfelder). Obschon auch Parkplätze entlang der Schulstrasse wegfielen, wurde somit die Parkplatz-Kapazität im Ortszentrum erhöht. Eine Streichung oder zumindest eine Reduktion der Seitenparkplätze entlang der Häuser Promenade 55 (Handelshof), 63 (Europe) und 69 (ex. Bonita/Bucherer) wäre somit absolut gerechtfertigt. Ein Auge zudrücken könnte man aus meiner Sicht für Güterumschlag, Personen-Ein-und-Ausland sowie für Handwerker und Blaulichtorganisationen. Für den «normalen» Kunden sollte es aber machbar sein, sein Auto im neuen Parkhaus abzustellen und einige Meter vom Arkadenparkplatz aus zu Fuss zu gehen.

Diese Forderung ist auch nicht als Kritik an die Gemeinde gerichtet. Denn hätte diese die Parkplätze aufgehoben, wäre wahrscheinlich ein Sturm der Entrüstung hereingebrochen. Man erinnere sich an die Einführung des Velo-Beidrichtungsverkehrs. Bereits die Streichung von ein paar Seitenparkplätzen liess die Wogen bei Ladenbesitzern hochgehen. Es ist daher verständlich, will man sich im Rathaus eine solche Reklamationswelle vom Hals halten.

Glücklicherweise wird ja derzeit ein Gesamtverkehrskonzept für Davos erarbeitet. Es ist zu hoffen, dass mit einem «grossen Wurf» auch noch viele andere Probleme gelöst werden können. Denn die Promenade hat es nicht verdient, als Durchgangsachse und Parkplatzfläche missbraucht zu werden.

 

Andri Dürst, Redaktor DZ

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Lieber Andri Dürst, schön dass es Sie gibt, aber auch Sie scheinen machtlos gegenüber dem, was im Gegensatz zum historischen Luftkurorte-High in Davos, heute dort dominiert: Preise-High.
Die Logis-Vermieter (Bundesrätin Leuthard war öffentlich entsetzt über die Highpreise: https://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/wef-2017/doris-leuthard-kritisi… ), die Ladengeschäfte-Besitzer, das WEF (Infos über Klaus Schwab samt "The Great Reset": https://www.youtube.com/watch?v=PdwwCnnXd9M ): ALLE scheinen das Gegenteil zu wollen dessen, was ich Davos empfehle: Gesundheits-Vorbild zu werden (Luftkurort und Ruhe). Und um hier erneut darauf hinzuweisen: Schweiz Tourismus listet in der Schweiz elf autofreie Orte, im grössten Kanton der Schweiz hingegen null.
WER vertraut denn noch der Werbung (à la "Ariel wäscht nicht nur sauber, sondern rein")? Hier die Eigenwerbung von davos.ch:
Davos is the highest town in Europe (1,560 m above sea level). The quality and diversity of its facilities is unique.
Oje. Stattdessen lauten die Medientitel «High Noon» und «Wem die Stunde schlägt».
Siehe meine Kommentare :
https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/2017-09-22/davoser-glockens…
https://www.suedostschweiz.ch/zeitung/schlaegt-den-turmuhren
https://www.suedostschweiz.ch/ereignisse/2018-05-01/high-noon-im-glocke…
https://www.suedostschweiz.ch/wirtschaft/2017-08-29/der-verdrehteste-da…
https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/2021-07-28/sieh-das-gute-li…
In SO "vor 10 Jahren" (leider schreibt die SO-online das so statt das Datum) veröffentlicht:
«Liebe Bündnerinnen und liebe Bündner, ich war jetzt eine Woche in den Ferien bei euch: Es war alles wunderbar, gutes Essen, schönes Zimmer, wirklich gut. Okay, mit den Mitarbeitenden im Hotel konnte ich nicht reden, weil sie kein Deutsch verstanden. Aber das ist ja nicht so wichtig. Wirklich schockiert aber hat mich, dass Ihr, liebe Bündnerinnen und Bündner, alle taub seid! Der Krach der Militärflugzeuge, die unzähligen Helis, die da rumfliegen, die Subaru Imprezas, die durchs Dorf blochen und der Lärm der Schneekanonen nachts! Also wirklich: Respekt! Ihr nehmt diesen Saukrach gelassen hin, ohne auch nur ein Wort des Ärgers, des Missfallens oder gar des Aufbegehrens. Unterdessen, liebe Bündnerinnen und Bündner, bin ich wieder in Basel und geniesse (sic!) die Ruhe unter der An- und Abflugschneise des Aeroports Basel-Mulhouse. Ich hatte wirklich tolle Ferien bei euch im Bündnerland, und dafür möchte ich mich hier auch gerne bedanken, aber – bitte seid mir nicht böse! – ich komme erst wieder, wenn ich alt und taub bin. Versprochen!
Silvia Lorenz, Basel
Bei Graubünden Ferien hat man auf eine Replik auf der Leserbrief von Silvia Lorenz verzichtet.»