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Die drei ersten Gruppen sind fast durch

Die drei ersten Gruppen sind fast durch

Nach einem holprigen Start, bei dem Impftermine wegen fehlenden Impfstoffs immer wieder verschoben werden mussten, ist man inzwischen mit den Höchst-Risikopatienten fast durch.

Barbara
Gassler
vor 1 Monat in
Politik

Die nächste Gruppe muss sich noch gedulden. Mit dem Impfen angefangen hatte man in Davos Mitte Januar im Alterszentrum Guggerbach und im Pflegeheim des Spitals. Ganz nach den Vorgaben des BAG, das deren Bewohner und die Pflegenden in die erste Gruppe der Impfempfänger einteilt. Rund 80 Prozent von ihnen sind inzwischen freiwillig mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech geimpft und geniessen zusätzliche Freiheiten wie etwa die Befreiung von der Maskenpflicht.

Zwei Drittel von Zwei und Drei

Aus den Gruppen Zwei und Drei – das sind Personen älter als 75 Jahre sowie Jüngere mit gewissen schweren chronischen Erkrankungen – wurden inzwischen rund zwei Drittel ein Mal, und davon wiederum rund die Hälfte zwei Mal geimpft. Am Anfang seien sie die Sache wohl etwas zu euphorisch angegangen, erinnert sich Walter Kistler, Leiter des Pandemiestabs am Spital Davos. «Inzwischen plane ich nur noch definitiv, wenn ich den Impfstoff tatsächlich in der Hand halte.» Denn wegen, trotz verbindlicher Zusage, fehlenden Impfstoffs hatte es immer wieder Unterbrüche gegeben. Kistler versteht, dass das Leute, deren Termine teils mehrfach verschoben wurden, irritiert hat, und er entschuldigt sich auch dafür. «Es ging allerdings keine einzige Impfdosis verloren», versichert der Arzt. Im Gegenteil. Sie hätten aus jeder vorhandenen Ampulle des Moderna-Impfstoffes elf, anstatt der vorgesehenen zehn Impfdosen ziehen können. «Das ist möglich, weil wir mit einem Trick die sonst verbleibenden Resten in den Kolben und Nadeln noch verwenden können.»

Keine Unberechtigten

Beim Impfen hätten sie sich strikte an die vom BAG vorgegebenen Berechtigungen gehalten. «Selbst wenn mal jemand nicht erschien, telefonierten wir solange, bis wir aus den Risikogruppen einen Ersatz gefunden hatten.» Bis Ende letzter Woche hätten sie so 612 Personen impfen können. «Damit haben wir einen grossen Teil der Personen geimpft, die älter als 75 Jahre alt sind.» Gemäss Liste des Kantons seien im Anschluss an die über 75 Jährigen jüngere Risikopatienten, das heisst die Gruppe Vier – Personen ab 65 Jahren – an der Reihe.»
Wie hoch bei den bereits Geimpften der Anteil an der ständigen Davoser Wohnbevölkerung sei, könne nicht gesagt werden. «Niemand ist gezwungen, sich am Wohnort impfen zu lassen.» In Davos zum Impfen angemeldet hätten sich auch Zweitwohnungsinhaber, Leute aus dem Prättigau und anderen Regionen in Graubünden, ergänzt Kistler. Die Einteilung nach Prioritäten wird dabei zentral vom Kanton auf einer elektronischen Plattform vorgenommen, und Personen, die entsprechende Voraussetzungen erfüllen und bisher keinen Termin erhalten haben, können sich bei der kantonalen Hotline melden. «Wenn sich jemand angemeldet hat, verlangen wir beim Impfen vorerst keine Bestätigung der chronischen Erkrankung.» Eindeutige Schummler, dessen ist sich Kistler sicher, würden allerdings beim ärztlichen Vorgespräch auffallen und abgewiesen. «Zum Glück hatten wir noch keinen solchen Fall. Die Leute verhalten sich im grossen Ganzen sehr korrekt und sind auch sehr dankbar.»

Und wieder heisst es warten

Die aktuell Impfserie am Davoser Impfzentrum ist allerdings schon wieder vorbei. «Für nächste Woche haben wir keinen neuen Impfstoff mehr», konstatiert Kistler. «Vorhanden ist lediglich noch, was wir zur Seite legten, um bei den Zweitimpfungen das empfohlene Intervall einzuhalten.» Auf Ende März seien ihnen weitere 800 Dosen versprochen worden. «Damit könnten wir ab Anfang April weitere 400 Personen impfen.» Das könne dann sehr schnell gehen, denn wegen der beschränkten Haltbarkeit sei ihnen daran gelegen, die Dosen rasch zu brauchen. «In der Zwischenzeit könnte sein, dass nochmals Impfstoff der Firma Pfizer/Biontech geliefert wird.» Wegen der mit diesem Impfstoff verbundenen, noch einmal komplizierteren Logistik würde dieser dann aber wohl eher durch mobile Teams des Kantons verabreicht.

Noch nicht in Hausarztpraxen

Genau dieser komplizierte Umgang und die Bedingung, dass bei den einmal angestochenen Impfflaschen alle Dosen innerhalb von von wenigen Stunden verimpft werden müssen, sei der Grund, warum in den Hausarztpraxen noch nicht geimpft werde, erklärt Kistler und verweist dabei auf die Impfstrategie des Kantons. «Einmal geöffnet, sind die Ampullen des Moderna-Impfstoffes nur sechs Stunden haltbar.» «AstraZeneca», der Impfstoff, der sich auch für die Anwendung in den Hausarztpraxen eignen würde, sei in der Schweiz noch nicht zugelassen. «Auch wenn grosser Zeitdruck herrscht, lohnt es sich, die Abklärung zur Sicherheit und Wirksamkeit korrekt vorzunehmen.»

Anmeldungen zur Impfung können über die Webseite des Kantons (https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/djsg/ga/coronavirus/info/impfen/Seiten/impfen.aspx) oder unter Telefon 0812541600 vorgenommen werden.

 

 

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