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Historische Dorfkerne sollen bewahrt werden

Historische Dorfkerne sollen bewahrt werden

Sanieren statt abreissen: Der Kanton Glarus führt die Hausanalyse «Espace Suisse» ein und sucht dafür geeignete Glarner Altbauten.

Südostschweiz
vor 1 Monat in
Politik
Eigentümer von Glarner Altbauten können künftig auf das Beurteilungsinstrument der Espace Suisse zurückgreifen.
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Ziel der «Hausanalyse Espace Suisse» ist es, bei geeigneten Altbauten das Potenzial einer Sanierung gegenüber einem Ersatzneubau zu ermitteln. Also bereits in einer ersten Phase eines Bauvorhabens die Möglichkeiten einer Weiterentwicklung aus Sicht des historischen Baubestands zu ermitteln.

Eigentümer von Altbauten sollen so die Möglichkeit erhalten, vor einer Baueingabe das Potenzial eines Erhalts sowohl aus räumlicher als auch ökonomischer Sicht zu ermitteln. Damit können günstige Alternativen zum ressourcenintensiven und für das Ortsbild oft nachteiligen Ersatzneubau aufgezeigt werden.

Vor 1950 erstellte Häuser geeignet

Die Hausanalyse von Espace Suisse, dem Schweizer Verband für Raumplanung, wird als Instrument zur qualitativ hochwertigen Nachverdichtung historischer Dorfkerne in mehreren Kantonen erfolgreich eingesetzt. Die Fachstelle Denkmalpflege und Ortsbildschutz des Kantons Glarus hat mit Espace Suisse nun eine Testphase gestartet, in der die Hausanalyse auch im Kanton Glarus etabliert werden soll. Mit der aus wirtschaftlicher Sicht erfreulichen Zunahme der Bautätigkeit im Glarnerland nimmt der Entwicklungsdruck auf die Dorfkerne zu. Dementsprechend steigt auch die Nachfrage nach neuen Wohnnutzungen in alter Bausubstanz.

Für die Hausanalyse besonders geeignet sind Liegenschaften, die vor 1950 erbaut wurden und aufgrund ihrer unüblichen Grösse oder wegen ihrer komplexen Raumkonstellation eine Herausforderung für die Überführung in eine zeitgemässe Nutzung darstellen. Ebenso eignen sich Liegenschaften, die sich entweder in einem geschützten Ortsbild befinden und ortsbildprägend wirken sowie solche, die vom Umgebungsschutz eines Einzelobjekts in unmittelbarer Nachbarschaft betroffen sind. Objekte, welche auch denkmalpflegerisch relevant sind (Schutzobjekte, Inventarobjekte oder Verzeichnisobjekte) haben eigene Planungsinstrumente und werden für eine Hausanalyse nur in Ausnahmefällen in Betracht gezogen.

Mögliche Kostenbeteiligung

Die Hausanalyse ist für Eigentümer und Behörden eine wichtige Entscheidungsgrundlage und bietet ein präzises und effizientes Planungsinstrument zu vergleichsweise geringen Kosten. Das Honorar beträgt in der Regel 6000 Franken und wird zu mindestens einem Drittel von der öffentlichen Hand übernommen.

Ab Januar 2021 können sich Eigentümer einer entsprechenden Liegenschaft im Glarnerland direkt bei der Fachstelle Denkmalpflege und Ortsbildschutz bewerben und die Qualifikation ihrer Liegenschaft für den Einsatz der «Hausanalyse Espace Suisse» prüfen lassen, heisst es vom Kanton in einer Medienmitteilung. (mitg/red)

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