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Geburtstag und Kampf um den Stellenwert

Am Sonntag, 23. Juni, feiert die Arbeitsgemeinschaft Christ­licher Kirchen in Davos (AKiD) ihren 30. Geburtstag mit einem grossen Fest. Die Idee der ökumenischen Zusammenarbeit ist heutzutage aktueller denn je, denn viele Kirchen verlieren in der Gesellschaft an Stellenwert. Die AKiD kann aber auch viele Erfolge vorweisen.

Pascal
Spalinger
18.06.24 - 17:00 Uhr
Menschen & Schicksale
Irma Wehrli und Marc Schmed sind für einen regen Austausch innerhalb der AKiD.
Irma Wehrli und Marc Schmed sind für einen regen Austausch innerhalb der AKiD.
ps
Eine ökumenische Zusammenarbeit unter dem Dach christlicher Kirchen und Organisationen à la AKiD gibt es nicht in vielen Schweizer Gemeinden. Gegründet wurde die Arbeitsgemeinschaft am 28. Januar 1994 von den damals noch fünf reformierten Gemeinden der Landschaft Davos, der katholischen Kirchgemeinde, der evangelisch-methodistischen Gemeinde sowie der Heilsarmee, die eine Gründungsurkunde unterschrieben. Den Anstoss zur Zusammenarbeit gab ein grosser Festgottesdienst zur Feier «700 Jahre Eidgenossenschaft» inklusive Abendmahl im Jahr 1991. Den dort gezündeten Funken wollte Pfarrer Rudolf aus Monstein erhalten und weiter pflegen, wie die frühere AKiD-Präsidentin Irma Wehrli auf Anfrage zu berichten weiss. Und Pfarrer Marc Schmed von der Freien Evangelischen Gemeinde, der aktuelle AKiD-Präsident, fügt hinzu, dass es damals wie heute Leute brauche, die zusammenpassen und am gleichen Strick ziehen wollen – und er nennt die Freundschaft der damaligen Pfarrpersonen ­Jakob Gehring (reformiert) und Cleto Lanfranchi (katholisch) als Beispiel.

Mehr als nur den Glauben teilen

Irma Wehrli erklärt, dass es zunächst einmal einige Überzeugungsarbeit brauchte, um den Bedarf, dass sich die verschiedenen Kirchgemeinden näher kennenlernen sollten, aufzuzeigen. Vor 30 Jahren habe es noch keinen so regen Austausch gegeben wie heute, und man habe die Leute davon überzeugen müssen, dass alle im Rahmen der AKiD etwas gewinnen könnten. Im Lauf der Zeit erkannte man aber immer mehr, dass man durch gemeinsames Auftreten nach aussen hin auch einiges erreichen konnte. So will man sich eben nicht nur besser kennenlernen, den Glauben teilen oder das Gebet mit- und füreinander pflegen, sondern man möchte sich auch gemeinsam für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen. In diesem Zusammenhang konnten unter Federführung der AKiD schon einige Projekte ins Leben gerufen werden, die heute noch Bestand und grosse Bedeutung ­haben. So rief man beispielsweise die ­Aktion «Schweigen und Beten» ins Leben, die traditionell während des WEF durchgeführt wird. Zudem gehörte die AKiD zu den Mitbegründerinnen der IG offenes Davos, die sich um Flüchtlinge kümmert, und unterstützt die Organisation heute noch mit Kollekten. Nicht mehr wegzudenken sind auch der Jazz-Gottesdienst während «Davos Klosters Sounds Good», der Weihnachtsweg sowie die Kirchen-App «ACross». Zudem sind aus der ökumenischen Zusammenarbeit verschiedene Projekte entstanden, die sich grosser Beliebtheit erfreuen. Und immer wieder nimmt die AKiD auch zu politischen Themen Stellung, so sie soziale Themen betreffen. «Die AKiD hat als Dachorganisation die wichtige Funktion, punktuell allen eine Stimme zu geben», sagt Wehrli. Früher habe man erklären müssen, was das Kürzel «AKiD» bedeute, heute sei die Bekanntheit grösser.

«Das Ganze am Leben erhalten»

Sowohl Wehrli als auch Schmed glauben daran, dass die AKiD auch inskünftig in irgendeiner Form bestehen bleibt – wobei dann vielleicht sogar Konfessionsgrenzen keine Rolle spielen werden. Entscheidend sei, dass weiterhin ein Austausch untereinander stattfinden werde. Bis dahin gilt es aber auch, verschiedene Herausforderungen zu meistern. Der Stellenwert der Kirche in der Gesellschaft sei gesunken, stellt Schmed fest. Er sieht denn auch seine Hauptaufgabe darin, «das Ganze am Leben zu erhalten, da die Ressourcen – vor allem personeller Art – schwinden». Man werde dafür kämpfen, dass das Gemeinsame die Einzelinteressen weiterhin übertreffe.

Grosses Jubiläumsfest

Am Sonntag, 23. Juni, beschenkt sich die AKiD zu ihrem 30. Geburtstag mit einem grossen Fest, offen für alle, im Kongresszentrum. Ab 10 Uhr trudeln die Gäste – erwartet werden mehrere Hundert – ein und können bei Kaffee und Gipfeli die Feststände in der Wandelhalle ein erstes Mal begutachten. Um 10.30 Uhr findet der Festgottesdienst mit parallelem Kinderprogramm statt, und um 12 Uhr wartet ein leckeres Mittagsbuffet auf die Gäste. Um 12.45 Uhr wird die Tanzgruppe «roundabout» einen Auftritt haben, und um 13.15 Uhr beginnt im Park das Kinderprogramm mit Cevi und Jungschi. Um 15 Uhr werden die Feierlichkeiten beendet sein.

Infos unter www.akid-davos.ch

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