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Gedanken zur Massentierhaltungsinitiative

Über 90% der Landwirtschaftlichen Betriebe wären gemäss Bundesrat bei einer Annahme der Initiative gegen Massentierhaltung NICHT betroffen.
Die Initiative zielt zum Beispiel auf die 0.5% der Landwirtschaftlichen Betriebe, die etwa die Hälfte des Schweizer Poulets produzieren und nicht auf die Bäuerinnen oder Bauern, die ihren Kühen Namen geben und die wissen, wie die Wiesen heissen, die sie mähen.
Es geht auch nicht um die Betriebe die Sorge zu ihren Böden tragen, sondern um industrielle Grossbetriebe, die nur einen Bruchteil ihres Mastfutters selbst produzieren und tausende Tonnen an billigem Futter importieren. So werden 69% des Rohproteins für das Kraftfutter importiert Dies entspricht insgesamt 1.4 Millionen Tonnen jährlich an importierten Futtermitteln.
Als Faustregel gilt: Den Tieren, die wir sehen, geht es gut. Das sind die Tiere der meisten Betriebe, aber leider nur etwa 12 Prozent der Tiere.
Die Initiative hilft nicht nur viel unnötiges Leid zu ersparen, sondern schützt und stärkt mit Regeln zu den Importen von tierischen Produkten (Billigfleisch) die tierfreundliche Schweizer Produktion und somit die Existenz vieler regionaler Landwirtschaftsbetrieben.

Emanuel Schütt
16.09.22 - 14:08 Uhr
Leserbrief
Ort:
Maienfeld
Zum Artikel:
Leserbrief "Gedanken zur Massentierhaltungsinitiative" vom 14. September
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Es gibt zwei Szenarien ! Die Mastbetriebe von Poulets stellen um auf den vorgeschriebenen Bio - Standard mit entsprechender Preiserhöhung. Dann bleiben die Produkte im Regel liegen, weil die Schweizer Konsumenten nur 6% von Bio - Produkten kaufen. Also muss 94 % zum "normalen" Preis verkauft werden -- gleich Konkurs des Produzenten.
Damit wird der Weg frei für den Import. Diese sind günstiger aus den bekannten Gründen. Aber die Schweiz kann diese Produktion gar nicht überprüfen und damit kommt Ware in die Schweiz aus "nicht tierfreundlicher" Produktion ! Dazu gibt es noch mehr Transporte mit viel CO2 Ausstoss - also nicht klimaneutral. Zudem fahren die Schweizerkonsumenten wieder vermehrt über die Grenze zum Einkaufen. Damit verliert auch die AHV, über die wir ja auch abstimmen.
Darum wird die Massentierhaltungsinitiative auch abgelehnt!!!

Herr Steinmann, bitte vergleichen sie nicht Äpfel mit Birnen.
Gefordert wird mit der Initiative nicht Bio sondern der Bio-Standard in Bezug auf das Tierwohl. Die Knospe geht weit darüber hinaus. Ein grosser Kostentreiber im Bio ist zum Beispiel das Futter. Hier dürfen die Produzenten weiter konventionelles Futter verwenden.
Einverstanden, die Preise für Fleisch und Poulet werden steigen. Der Bundesrat geht von 5 bis 20 Prozent aus, also lediglich 50 Rappen bis 2 Franken pro Kilo für ein Schweizer Poulet beim Grossverteiler.
Und auch das Argument mit dem zusätzlichen CO2 durch Fleischtransporte kann ich nicht nachvollziehen. Der grossmehrheitliche CO2 Ausstoss fällt bei der Produktion und nicht beim Transport von Fleisch an. Klimaunfreundlich ist das Fleisch und nicht primär der Transport. Bezüglich CO2 wäre es immer noch gescheiter, direkt das Fleisch zu importieren, statt das Mehrfache davon an Kraftfutter.
Das Fleisch im Ausland ist heute schon bedeutend günstiger als bei uns in der Schweiz und Einkauftourismus gibt es bereits heute. Die zollfreie Einfuhr von Fleisch ist aber auf 1kg pro Person beschränkt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es viele zusätzliche Personen gibt, die wegen 50 Rappen bis 2 Franken pro Kilo Poulet ins Ausland fahren werden.