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Geschlossene Restaurants

Geschlossene Restaurants

Liebe Bündner Regierung!
Freunde von mir haben ein Restaurant. Seit Mitte November bis Ende Februar bleiben die Restaurants geschlossen. Die Besitzer und ihre Angestellten haben keine Einkünfte und wir alle wissen, die laufenden Kosten summieren sich Das ist keine Neuigkeit.
Ich frage mich einfach warum ist eine schnelle finanzielle Unterstützung nicht möglich? Laut Bund soll es einfach gehen.
Geld ist anscheinend da, dann helfen Sie der Branche am Leben zu bleiben! Danke!

Ursula Gründler
19. Januar 2021, 19:06:28
Leserbrief
Ort:
Chur

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Frau Gründler. Das ist die Ungerechtigkeit und die Scheinheiligkeit unserer Politiker. Den Grossfirmen (Swissair, UBS usw.), die ihre Steuern bis zum geht nicht mehr optimieren, werden in einem Krisenfall sofort Gelder zur Verfügung gestellt (Stichwort Systemrelevanz). Die KMU hingegen sind nur gut, um Steuern abzuliefern. Wenn diese mal Unterstützung brauchen, lässt man sie häufig hängen, obwohl die KMUs eigentlich die Stützen unserer Wirtschaft darstellen. Traurig aber wahr!

Ursula Gründler, wie handhaben Sie den Begriff "Systemwechsel"?
Warum soll die Restaurants-Branche "am Leben bleiben"?
Wer tut etwas für die sterbenden Arten?
Warum sehe ich Logis-Angebote (teils zugig und mit WC 50 Meter entfernt) etwa in Region Savognin, Oberland oder Bosco/Gurin, für rund 6000 Franken pro Monat?
Wer hilft Chronischkranken "am Leben zu bleiben", die die Overkillzivilisations-Unordnung (etwa Massenmenschhaltungs-Wohnenlärm), wie die sterbenden Arten, rein physiologisch nicht stemmen können, aber keine Zuflucht sehen in unserer "alternativlosen Gesellschaft"?
Was antworten Sie dem Papst, der 2015 sagte: "Die Welt steht an der Schwelle zum Selbstmord."
Siehe meinen Kommentar:
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2021-01-17/referendum-zum-co2…
Zitat Uwe Steimle: Wissen Sie, was das Schlimmste ist? Viele Menschen können sich heute eher einen Kapitalismus ohne Welt vorstellen, als eine Welt ohne Kapitalismus. Ich weiss nicht, wer es gesagt hat, entweder der Papst oder ich (es ist egal, jedenfalls ein Stellvertreter): "Wäre die Erde eine Bank, sie wäre längst gerettet."
Zitat Dirk C. Fleck (Schriftsteller und Romancier):
"Wir Menschen haben Jahrhunderte lang in unser Wohnzimmer uriniert. Anstatt aber unsere Lebensweise zu hinterfragen, diskutierten wir lieber über die Saugfähigkeit des Teppichs."
https://www.dirkfleck.de/go-die-%C3%B6kodiktatur/

Sie scheinen aber Restaurants mit Hotels zu verwechseln, Herr Reuss. Wollen Sie denn nur noch Mc'Donalds, Burger King, Starbucks und Kebabs? Es gibt auch Leute, die auswärts arbeiten und Mittags vor allem im Winter gerne was warmes hätten. Neulich war ich Arosa. Wollte eine Gerstensuppe. Immerhin durfte ich noch rein um die Suppe als "take a way" abzuholen. Essen musste ich draußen auf einem Zaunpfahl als Tischchen bei klirrender Kälte. Ein ebenfalls betroffener Rentner bekam einen Wutanfall und rief aus, der gesamte Bundesrat sollte zurücktreten. Es wäre so etwas unlogisch, während sich im Hotel nebenan Gäste ohne Maske und Abstand tummeln müssten wir draußen in der Kälte essen müssen. Ja, wo wird wohl der Bundesrat seine Bankette genießen, auch draußen auf Zäunen?
Aber im heutigen Kapitalismus, wo auch der Mittelstand mit Riesen SUV's herumfährt, über's Wochende kurz in andere Kontinente fliegt, jeden Tag Fleisch isst und ein Heimkino hat muss man die Klassenunterschiede halt irgendwie sichtbar machen. Sonst wären die Reichen ja nur noch genau wie alle andern...

Danke, Emil Huber. Zur Erklärung: Ich bin 1) gegen Restaurants (die für die Ernährung nicht Voraussetzung sind, deshalb wurden Sie ja bei Corona auch als Nice-to-have behandelt), also inklusive MacDonalds, Burger King, Starbucks und Kebabs (das einzige, was ich sinnvoll finde, wäre ein Vollwert-Fast-Food, Anti-Aging vom Teller gegen die Krankenwesenkostenexplosion, der Laden würde dann statt MacDonalds MacDagoberts heissen, der erste Leuchtturm in GR, alle anderen finde ich zappenduster; und Ihren Wunsch nach einer warmen Gerstensuppe finde ich sympathisch, mein Vorschlag: das können Lebensmittelläden integriert anbieten, wäre mit minimster Infrastruktur machbar) UND 2) gegen den Logis-Wucher (ein Zusatz-Thema, das ebenso die Berggebiete betrifft, die jammern, aber ich jammere zurück, weil ich rund 6000 Franken Miete für paar Quadratmeter für Oberwucher halte, ich kanns nicht zahlen; und all die erschwinglicheren Angebote an der Hauptstrasse sind gesundheitlich unzumutbar/widersinnig, wie auch Anwohnerproteste in Susch, Sta.Maria und wie die inflationäre Umfahrungsstrassengesuche heissen mögen, belegen, die aber KEINE Lösung sind, und: da kann ich ja gleich in der Grossstadthölle bleiben): ich finde, hier sollten die Bergbewohner solidarisch sein mit den Bewerbern (und Gesundheitstourismus meiner Prägung anbieten, wenn das schon nicht die in meinem Augen krass rückständige Regierung tut), die bei ihnen wohnen möchten primär in Erstwohnungen (!), also dauernd, oder zeitweise in weiteren Kur-Wohnungen wie früher die Luftkurorte (damals Tuberkulose, heute Asthma, COPD, Long-Covid; und viele weitere Gesundheits-Bereiche, denn Waldbaden und Kneippen in Naturbächen/-seen ist DER Trend, nicht nur bei Isabel Paige, aber eben: es müsste im Rahmen meines Gesundheitstourismus auch für Einheimische via Synthese und Verursacherprinzip organisiert werden, sonst gehts schief wie bisher).

Zitat aus meinem Leserbrief: Giachen? Werden die in Graubünden nicht gejagt? (16.5.2015): Originalton Stoffel: «Die Schweiz ist nicht zu teuer, sondern zu billig.» Na klar, Folks - deswegen kann sich kaum ein Normalsterblicher (meist «Einheimischer» genannt) mehr einen Erstwohnsitz in St.Moritz und tendenziell auch Davos leisten. Die Bergwelt wird zunehmend für Nichtmillionäre gesperrt.

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