«Nach Geld drängt, am Geld hängt, ...
... doch alles. Ach wir Armen!», lautet ein Zitat aus Goethes «Faust». Das stimmt noch immer, doch heute könnte «Geld» einfach auch durch «Strom» ersetzt werden.
... doch alles. Ach wir Armen!», lautet ein Zitat aus Goethes «Faust». Das stimmt noch immer, doch heute könnte «Geld» einfach auch durch «Strom» ersetzt werden.
Solange alles funktioniert, fällt kaum auf, wie stark unsere gesamte Gesellschaft und Wirtschaft von der Energie aus der Steckdose abhängig ist. Kaum etwas, das mehr ohne Strom funktioniert. Aber was, wenn dieser mal ausfällt? Wenn es flächendeckend keine elektrische Energie mehr gibt? Damit wir in diesem Moment keine Armen sind, definierte die Gemeinde im Auftrag des Kantons 2023 sogenannte Notfalltreffpunkte. Die drohende Strommangellage vom Winter 2022/23 hatte den Verantwortlichen bei den für die Notfallversorgung zuständigen Blaulichtorganisationen ihre Achillesferse unerbittlich aufgezeigt. Ziel der nun geschaffenen Anlaufstellen ist, die Bevölkerung an zentralen Punkten auch dann über die aktuelle Lage informieren zu können, wenn die üblichen Kommunikationsmittel ausfallen. Gemeint sind damit insbesondere Radio/Fernsehen und auch das Telefonnetz. Doch auch für das Absetzen von Notrufen sind diese Stellen in solchen Situationen unverzichtbar. Dabei denkt man zuerst einmal an Katastrophen und Notlagen, aber auch ein flächendeckender Stromausfall kann die reguläre Kommunikation schnell unterbrechen. Dies zeigten kürzlich die Unwetterereignisse im Misox eindrücklich auf.
Im Kopf behalten
Mit Personal besetzt sind die Notfalltreffpunkte nur im Ereignisfall, der sich im Idealfall vorher ankündigt. «Dann werden wir über die uns zur Verfügung stehenden Kanäle intensiv informieren und der Bevölkerung die Notfalltreffpunkte in Erinnerung rufen», sagt Mirco Ambühl, Stabschef des Gemeindeführungsstabs, der unter anderem für die Vorsorgeplanung zuständig ist. Oft sind Notlagen aber eben das Resultat unvorhergesehener Ereignisse. In solchen Fällen werden an die Notfalltreffpunkte Personen entsandt, die Fragen beantworten, informieren und auch helfen können. Daher lohnt es sich, deren Standorte im Kopf zu behalten. Diese sind beim Rathaus am Platz und bei der Hochgebirgsklinik am Wolfgang. Ausserdem gibt es Notfalltreffpunkte im Dorf beim Bündaschulhaus, im Laret beim Kirchli, im Dischma in der Teufi, im Sertig beim Hotel Walserhuus und in den Fraktionen Frauenkirch, Glaris, Monstein und Wiesen jeweils beim Schulhaus.
Und der Strom ist weg ...
Was aber, wenn «nur» der Strom ausfallen sollte? Wie die Ereignisse bei den Unwettern im Misox eben erst zeigten, ist dabei das Mobiltelefonnetz besonders verwundbar. Denn wenn keine Antenne das Signal mehr weiterleitet, nützt es nichts, dass das Handy noch über einen vollen Akku verfügt. Damit auch in solchen Momenten Notrufe an die Polizei, die Feuerwehr oder die Sanität abgesetzt werden können, rüstete die Gemeinde acht ihrer zehn Notfalltreffpunkte nun mit Notrufsäulen aus. Einzig bei den beiden Treffpunkten beim Rathaus am Platz und bei der Hochgebirgsklinik stehen keine. «Im Ereignisfall wird da Personal vor Ort sein und kann weiterhelfen», sagt Ambühl.
Im Erscheinungsbild sind die Notrufsäulen ihren bekannten orangen Gegenstücken entlang der Autostrassen nachempfunden und funktionieren auch gleich. Nach dem Druck auf den Sprechknopf bestätigt eine registrierte Aufnahme den Kontakt und es wird eine Verbindung mit der Einsatzzentrale der Kantonspolizei in Chur hergestellt. «Die Verbindung erfolgt über das Notfall-Funknetz Polycom. Dieses funktioniert eben auch noch, wenn alle anderen zusammenbrechen», erklärt Ambühl. «Diese Notrufsäulen sind ganzjährig während 24 Stunden am Tag betriebsbereit.» Die Vorgabe, die bei der Platzierung gewählt wurde, ist eigentlich, dass die Alarmierungsstellen innert dreissig Minuten erreichbar sind, im konkreten Fall kann das natürlich, abhängig von der jeweiligen Situation, variieren. 6000 Franken pro Gerät lässt es sich die Gemeinde kosten, damit Polizei, Feuerwehr oder Sanität jederzeit und auch bei einem Totalausfall des Stroms alarmiert werden können. «Die Säulen sind fix am Strom angeschlossen, verfügen aber auch über eine Batterie, die den Betrieb für weitere 72 Stunden sicherstellt», erklärt Ambühl, der unter dem Jahr auch für deren Wartung und Unterhalt verantwortlich ist.
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.