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Jahrelange Traditionen und doch auch Neues am Lumnezia

Jahrelange Traditionen und doch auch Neues am Lumnezia

Während zum Auftakt am Donnerstagabend rund 6000 Festivalbegeisterte vor der kleinen Bühne des Open Air Lumnezia feierten, sind bereits am Freitagmittag mehr Menschen in der Sonne von Degen unterwegs. Sie treffen auf viel Bekanntes, aber auch auf Neues.

Südostschweiz
vor 2 Jahren in
Kultur & Musik
Die Abfallstellen auf dem Gelände sind neu auffällig markiert.
CORINNE RAGUTH TSCHARNER

Klein und fein, so startete das Open Air Lumnezia zu seiner ersten Ausgabe 1985. 600 Besucher lockte das Festival in der Surselva damals an, ist seither aber nach und nach gewachsen, sodass heute jedes Jahr rund 18'000 Menschen ans Festival nach Degen tingeln. Damit gehört es mittlerweile zu den grössten Open Airs der Schweiz. Trotzdem ist von allen Seiten zu hören, dass den Veranstaltern eine familiäre Atmosphäre am Herzen liegt. Und auch den Festivalgängern scheint das Altbekannte zu liegen. Der steile Zeltplatz, die Bergkulisse, die Essensstände, das Postauto, das sich über dem Festivalgelände den Hang hinaufschlängelt, und der Gang zum örtlichen Volg sind für sie altbekannte Bilder.

Seit gestern müssen sich die Besucher aber auch an das neue Pfandsystem gewöhnen, an Informationen über die neue App und daran, dass man sich auf dem Gelände auch einfach mal in einem Restaurant mit 60 Sitzplätzen verpflegen kann. Die Casa Surselva steht mitten auf dem Gelände und soll laut den Veranstaltern eben genau die gewünschte familiäre und heimelige ausstrahlen.

Die Casa Surselva war zum Start des Open Airs relativ gut besucht.
CORINNE RAGUTH TSCHARNER

Das zweistöckige Holzchalet beherbergt eine Bar und eben ein Restaurant, das Bündner Spezialitäten wie Capuns und Maluns anbietet. Es wurde vom Open Air in Zusammenarbeit mit der Surselva Tourismus AG aufgestellt. Man wolle die 18'000 Besucher damit für die Region begeistern, wird der Geschäftsführer der Tourismusorganisation in einer Mitteilung zitiert. «Das Ziel ist es natürlich, dass die spezielle Atmosphäre in der Casa die Festivalbesucher dazu bewegt, baldmöglichst wieder in die wunderschöne Surselva zurück zu kehren.»

Becher zurück – Geld zurück

Neu arbeitet das Open Air in Degen auch mit der Insembel GmbH zusammen, mit der man eine Nachhaltigkeitsstrategie ausgearbeitet hat. Einwegbecher sind deshalb seit diesem Jahr Geschichte. Sie wurden durch Mehrwegbecher ersetzt, ebenso wie die PET-Flaschen - auf beiden liegt neu ein Pfand. So sollen weniger von ihnen im Abfall landen und stattdessen recycelt werden können.

Bei den Rückgabestellen kann man das Pfandgut zurückgegeben.
CORINNE RAGUTH TSCHARNER

Tatsächlich scheinen die Massnahmen zu fruchten. Bis Samstagnachmittag lagen kaum verweiste, leere Becher oder PET-Flaschen auf dem Boden des Geländes. Die Abfallberge reduzieren wird das Festival so voraussichtlich wohl können, dem Littering Abhilfe schaffen aber eher nicht. Über andere Arten von Abfall stolpert man aber immer noch des Öfteren  – trotz der neuen Abfallstationen auf dem ganzen Gelände. (rac)

Neben den Zelten liegt auch schon mal eine Sandwichverpackung.
CORINNE RAGUTH TSCHARNER

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