×

Von Science-Fiction zur Realität: Roboter auf unseren Strassen

Während der WEF-Woche wurde im Kongresszentrum nicht nur über geopolitische und wirtschaftliche Fragen diskutiert, sondern auch über künstliche Intelligenz, Auto­matisierung und Robotik. In der Digital Lounge wurden diese Themen am Donnerstag konkret – und überraschend nah und amüsant.

Davoser
Zeitung
28.01.26 - 17:00 Uhr
Ereignisse
Die Digital Lounge bot ein dichtes Programm zu künstlicher Intelligenz und autonomer Robotik.
Die Digital Lounge bot ein dichtes Programm zu künstlicher Intelligenz und autonomer Robotik.
mar
Humanoide Roboter gelten als nächste Entwicklungsstufe der Robotik. Sie sollen nicht nur rechnen, analysieren oder automatisieren, sondern sich in menschlichen Umgebungen bewegen, mit Menschen interagieren und Aufgaben übernehmen. Was lange nach Science-Fiction klang, rückt international immer stärker in den Fokus von Forschung und Industrie.
Roboter können auch das ...
Roboter können auch das ...
mar
mar

Digital Lounge @Davos

Im Rahmen der Digital Lounge, eines der zahlreichen Side-Events rund um das WEF, stand im Guggerbach ein dichtes Programm zu künstlicher Intelligenz, Datenhoheit, autonomer Robotik und industrieller Anwendung auf dem Programm. In Vorträgen und Demonstrationen ging es um die Frage, wie KI-Systeme heute bereits in Produktionsprozesse, Logistik oder Wartung integriert werden, und wo ihre Grenzen liegen.

... Tanzbein schwingen.
... Tanzbein schwingen.
mar
Mit dem nächsten Update ...
Mit dem nächsten Update ...
mar

Ein besonderer Höhepunkt des Tages war der Programmpunkt «Next Generation Humanoid Robots in ­Action – Showtime», bei dem diese Entwicklungen greifbar wurden. Statt abstrakter Konzepte standen reale Anwendungen im Zentrum: Humanoide Roboter bewegten sich durch den Raum, reagierten auf ihre Umgebung und interagierten mit dem Publikum.

... kann dieser hier vielleicht auch Disco-Fox und Salsa.
... kann dieser hier vielleicht auch Disco-Fox und Salsa.
mar

Dass viele der Systeme bewusst menschenähnlich gestaltet sind, hat dabei mehrere Gründe. Zum einen übt die humanoide Form eine gewisse Faszination aus, vor allem aber sollen diese Roboter in menschlichen Umgebungen eingesetzt werden. Eine humanoide Gestalt erleichtert Bewegung, Orientierung und Interaktion in genau diesen sogenannten human environments. Andere Einsatzbereiche erfordern hingegen bewusst anders gestaltete Robotersysteme.

Zusammenspiel von Forschung und Realisierung

Die gezeigten Anwendungen entstanden im Zusammenspiel von Forschung und Umsetzung. Während SwissEP die Systeme für den industriellen Einsatz ent­wickelt und integriert, liefert Lab42 die wissenschaftliche Grundlage. Präsentiert wurden die Roboter von Rolf Pfister, ­Co-Founder und Research Director des Davoser KI-Forschungsinstituts Lab42. Pfister zeigte auf, warum humanoide Robotik derzeit international so stark an Bedeutung gewinnt: Die Systeme sollen nicht nur in kontrollierten Industrieumgebungen funktionieren, sondern sich in menschlich geprägten Räumen bewegen, orientieren und mit Menschen interagieren.

Manche haben etwas Mühe mit dem Eis.
Manche haben etwas Mühe mit dem Eis.
mar

Lab42 mit Sitz an der Oberen Strasse befasst sich mit der Entwicklung sogenannter Human-Level AI, also einer KI, die nicht nur einzelne Aufgaben löst, sondern Fähigkeiten wie Lernen, Verstehen und Entscheiden in einem breiteren Sinn abbilden soll. Humanoide Roboter dienen dabei als Testfeld, um künstliche Intelligenz in der physischen Welt zu erproben, zu trainieren und weiterzuentwickeln.

Mr. Vision hält den Verkehr an und ...
Mr. Vision hält den Verkehr an und ...
mar
... sichert mit Dino die Strasse.
... sichert mit Dino die Strasse.
mar

Von der Show zur Anwendung

Hinter der spektakulären Vorführung steckt mehr als Unterhaltung. In den Präsentationen wurde deutlich, warum humanoide Roboter derzeit international so stark an Bedeutung gewinnen. Sie können dort eingesetzt werden, wo repetitive Tätigkeiten anfallen, Fachkräfte fehlen oder Arbeitsprozesse rund um die Uhr ablaufen müssen. In manchen Bereichen lassen sich damit Kosten senken, etwa im Vergleich zu dauerhaftem Personaleinsatz – ein Aspekt, der gesellschaftlich nicht unumstritten ist.

Mr. Vision hat sehr gute Manieren.
Mr. Vision hat sehr gute Manieren.
mar

Gleichzeitig eröffnen sich Einsatzfelder, in denen Menschen an physische oder sicherheitstechnische Grenzen stossen: in engen, schwer zugänglichen Räumen, bei gefährlichen Arbeiten oder in Umgebungen mit erhöhtem Risiko. Dort können Roboter Tätigkeiten übernehmen oder Menschen gezielt unterstützen. Ziel ist dabei nicht zwingend der Ersatz, sondern die Ergänzung menschlicher Arbeit.

Andere Anforderungen, andere Roboter.
Andere Anforderungen, andere Roboter.
mar

Neuer Kongress: Davos Tech-Summit

Was im Rahmen der Digital Lounge gezeigt wurde, ist zugleich ein Vorgeschmack auf ein neues Grossprojekt in Davos. Unter der Federführung der Davos Destinations-Organisation (DDO) entsteht mit dem Davos Tech Summit ein neuer Kongress, der sich ganz den Themen künstliche Intelligenz, Robotik und technologische Innovation widmet. Der Anlass findet erstmals Anfang Juli 2026 statt und erstreckt sich über mehrere Tage. Geplant sind Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Davos, mit dem Kongresszentrum als zentralem Treffpunkt.

Dino liebt die Bühne und ...
Dino liebt die Bühne und ...
mar

Der Davos Tech Summit richtet sich nicht nur an Fachleute aus Forschung und Industrie, sondern ausdrücklich auch an die Bevölkerung. Vorgesehen sind öffentliche Programmpunkte, Demonstrationen, Ausstellungen und Begegnungsformate, bei denen Besucherinnen und Besucher Technologien wie ­humanoide Roboter aus nächster Nähe erleben können. Ziel ist es, komplexe Zukunftsthemen verständlich und zugänglich zu machen und Davos für einige Tage als sichtbaren, offenen Innovationsort zu positionieren. Die Idee ist, Davos während des Kongresses punktuell in eine «Robot City» zu verwandeln.

... springt vor Freude in die Luft.
... springt vor Freude in die Luft.
mar

Die Digital Lounge machte deutlich, dass künstliche Intelligenz und Robotik keine ferne Zukunftsmusik mehr sind. Sie warten bereits vor unserer Haustür. Formate wie dieses zeigen, wie wichtig es ist, technologische Entwicklungen nicht nur in Fachkreisen zu diskutieren, sondern sie auch öffentlich sichtbar und verständlich zu machen.

Auf bald, in der Zukunft!
Auf bald, in der Zukunft!
mar
Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Ereignisse MEHR