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«Es waren gute Jahre in Davos»

Nach elf Jahren im Dienst der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Davos Platz ist Kirchenmusiker Ulrich Weissert kürzlich pensioniert worden. In seiner Davoser Zeit hat er einiges erlebt und konnte auch viel bewegen.

Davoser
Zeitung
01.03.26 - 17:00 Uhr
Menschen & Schicksale
Ulrich Weissert blickt auf eine gute Zeit in Davos zurück.
Ulrich Weissert blickt auf eine gute Zeit in Davos zurück.
ps
Weissert war nicht nur als Kirchenmusiker für die Begleitung der Gottesdienste und sonstigen Anlässe in der Kirche St. Johann zuständig, sondern er hatte auch den Chor St. Johann als Dirigent unter sich. Weitere organisierte er im Rahmen der «Davos Abendmusik» diverse hochkarätige Kirchenkonzerte und liess das Publikum bei verschiedenen Orgel-Spaziergängen in das Innenleben der Kircheninstrumente blicken.

Er habe in Davos elf gut Jahre verbringen dürfen, urteilt Ulrich Weissert, wenn er an seine Davoser Zeit zurückblickt. Die tägliche Arbeit sei von gegenseitiger Wertschätzung geprägt gewesen, stellt er fest. Und erzählt, dass der Chor St. Johann zu Beginn seiner Tätigkeit als Dirigent relativ klein war und rund 15 Personen zählte. Im Laufe der Zeit kamen immer neue Sängerinnen und Sänger dazu, und heute ist der Chor stolze 30 Mitglieder gross – also eine Verdoppelung der Mitgliederzahl innerhalb eines Jahrzehnts, während andere Chöre Probleme haben, genügend Mitglieder zu finden. Dies ­obwohl die Corona-Zeit eine ziemliche Zäsur bedeutete. Zudem entwickelte sich der Chor auch gesanglich weiter und wagt sich mittlerweile auch an anspruchsvolle Literatur wie etwa das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach oder Passionskonzerte. Weissert gelang es immer wieder, den Chor erfolgreich in auch mit Solistinnen und Solisten bestückten Kirchenkonzerten erfolgreich einzusetzen. Und dank seiner guten Beziehungen zu namhaften Künstlerinnen und Künstlern – etwa den Mitgliedern der Cappella Vivace Rottweil (D) – gelang es Weissert immer wieder, Konzertabende hochkarätig zu besetzen und diese zu einem Hörgenuss zu machen.

Orgel lag am Herzen

Ein spezielles Augenmerk legte Weissert auf die verschiedenen Orgeln in Davos und Klosters. Diverse Orgel-Spaziergänge, bei denen die Teilnehmenden einen Blick ins Innenleben eines Instruments werfen konnten, waren gut besucht. Der grösste «Wurf» in Weisserts Davoser Zeit war die Renovation der Orgel in der Kirche St. Johann. Vorher habe die Orgel teilweise schrill getönt, meint der Kirchenmusiker. Nun sei alles gut abgestimmt und angenehm anzuhören.

Nachdem Weissert am vergangenen Sonntag anlässlich des Gottesdienstes an seiner alten Wirkungsstätte offiziell verabschiedet wurde, kehrt er Davos nicht sofort den Rücken, sondern wird im Rahmen verschiedener Funktionen weiterhin in der Region wirken. Er, der in Kürze Schweizer wird, wird auch danach der Schweiz erhalten bleiben und ins Unterland ziehen.

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