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Graubünden soll langsam werden

Regierungspräsident Marcus Caduff und Regierungsrätin Carmelia Maissen haben diese Woche die «Strategie Langsamverkehr Graubünden 2037» präsentiert. Mit der Strategie möchte der Kanton die aktive Mobilität gezielt fördern. Bis 2037 soll der Langsamverkehr im Alltag und in der Freizeit ein zentrales Rückgrat der Mobilität in Graubünden sein.

Davoser
Zeitung
01.12.25 - 07:00 Uhr
Mobilität
Der Langsamverkehr soll attraktiver und sicherer werden.
Der Langsamverkehr soll attraktiver und sicherer werden.
Somedia Archiv (Nadja Simmen)
«Bis 2037 soll der Kanton Graubünden über die Kantonsgrenzen hinaus für seine attraktiven Angebote im Langsamverkehr bekannt sein», meint Regierungspräsident Marcus Caduff, Vor-steher des Departements für Volkswirtschaft und Soziales. Attraktiv gestaltete Strassen, Wanderwege und Biketrails sollen Bevölkerung, Beschäftigte und Gäste dazu einladen, sich aktiv fortzubewegen. «So stellen wir langfristig eine hohe Standortqualität sicher und stärken unseren Kanton als attraktiven Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum.»

Regierungsrätin Carmelia Maissen, Vorsteherin des Departements für Infrastruktur, Energie und Mobilität, bringt es auf den Punkt: «Bis 2037 ist der Langsamverkehr ein zentrales Rückgrat der Mobilität im Kanton Graubünden, sodass die Hälfte aller Wege im Kanton zu Fuss oder mit dem Velo zurückgelegt werden.» Gemäss Strategie soll die aktive Mobilität im Alltag und in der Freizeit selbstverständlich sein und aktiv gefördert werden.

Drei Ziele für das gesamte Kantonsgebiet

Die «Strategie Langsamverkehr Graubünden 2037» wurde in den letzten zwei Jahren von einer departements- und dienststellenübergreifenden Projektgruppe erarbeitet. Verschiedene Fachorganisationen steuerten ihre Anliegen bei. Damit der Langsamverkehr in den nächsten zwölf Jahren zum zentralen Rückgrat in Graubünden wird, wurden in der Strategie folgende drei Ziele für das gesamte Kantonsgebiet definiert. Ziel Nummer eins sei es, dass der Langsamverkehr im Kanton Graubünden neben dem motorisierten Individualverkehr und dem öffentlichen Verkehr eine gleichwertige und gleichberechtigte Mobilitätsform werde. Weiter soll sich der Anteil des Langsamverkehrs im Kanton in-folge gezielter Förderung deutlich erhöhen. Und als Letztes sollen die Zuständigkeiten und Prozesse eindeutig geregelt und koordiniert werden.

Auch Davos ist auf dem langsamen Weg

Für Davos bedeutet die Kantonale Strategie eine klare Bestätigung des bereits eingeschlagenen Wegs. «Die Gemeinde Davos hat die Analyse längst gemacht – unsere Grundlagen stehen», meint die Kleine Landrätin und Vorsteherin des Departements Tiefbau und Öffentliche Betriebe Claudia Bieler. Das bestehende Gesamtverkehrskonzept sowie das Fuss- und Veloverkehrskonzept decken sich in zentralen Punkten mit der kantonalen Stossrichtung. Die neue Strategie unterstreicht, dass Davos in vielen Bereichen bereits voraus ist und verleiht den lokalen Planungen zusätzlichen Rückhalt.

Konkrete Schritte stehen bevor

Auch die überregionale Wahrnehmung spielt eine Rolle: «Was Marcus Caduff für den Kanton fordert, gilt selbstverständlich auch für Davos», so Bieler. Als international bekannte Destination eröffne Davos ideale Voraussetzungen, um die Qualität des Langsamverkehrs sichtbar zu machen. Mit Projekten wie der Verkehrsdrehscheibe Davos Dorf, der Weiterentwicklung des Velonetzes und dem überarbeiteten Masterplan Bike und Wandern stehen konkrete Schritte bevor. «Je nach Ausgestaltung der kantonalen Förderinstrumente können wir dabei mit beträchtlicher Unterstützung rechnen», betont Bieler. Dies stärke die Umsetzungskraft und beschleunige den Ausbau.

Tempo 30 gehört nicht zum Langsamverkehr

Die immer wieder für Diskussionen sorgende Frage bezüglich der Einführung von Tempo 30 gehört allerdings nicht zur Strategie. Bieler erklärt: «Bei der Temporeduktion handelt es sich um eine Massnahme im Individualverkehr. Aber selbstverständlich wird die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer bei einer geringeren Höchstgeschwindigkeit innerorts erhöht, damit auch für die Nutzenden im Langsamverkehr. Die Schulwege queren beispielsweise einige bekannte gefährliche Strassenübergänge. Es ist die Aufgabe der Gemeinde, zusammen mit den zuständigen Stellen beim Kanton Graubünden diese zu optimieren und für alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere für die ‹schwächsten› Teilnehmer im Verkehr sicherer zu machen.»

Was sind die nächsten Schritte in der Strategie

Die Umsetzung der «Strategie Langsamverkehr Graubünden 2037» wird nun schrittweise vorangetrieben. Der Kanton setzt hierfür eine Projektorganisation ein, deren strategische Verantwortung das Tiefbauamt als Fachstelle Langsamverkehr übernimmt. Ein Projektteam widmet sich der Ausarbeitung der konkreten Massnahmen sowie der fachlichen Abstimmung zwischen den Ämtern. Zudem setzt der Kanton eine Begleitgruppe mit Fachpersonen, Vertreterinnen und Vertretern aus Regionen und Gemeinden, relevanten Stakeholdern aus betroffenen kantonalen Dienststellen sowie externen Fachverbänden und Organisa-tionen ein. Diese wird regelmässig über den Stand der Umsetzung informiert und nach Bedarf miteinbezogen. «Die Strategie bietet die Chance, unseren Kanton zukunftsgerichtet weiterzuentwickeln. Nutzen wir sie – steigen wir gemeinsam um», motiviert Maissen.

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