Verlaufen und kein Mobile-Empfang: So orientiert ihr euch ohne GPS
Bestimmt wart ihr schon an Orten, wo es keinen Empfang gibt. Ihr sehnt euch nach einer Orientierungshilfe, aber kein Mensch ist weit und breit anzutreffen? So findet ihr den Weg wieder.
Bestimmt wart ihr schon an Orten, wo es keinen Empfang gibt. Ihr sehnt euch nach einer Orientierungshilfe, aber kein Mensch ist weit und breit anzutreffen? So findet ihr den Weg wieder.
Gerade in der Schweiz ist der Handyempfang, je nach Angebot und Anbieter, meistens ausgezeichnet. Selbst auf einer Wanderung im Gebiet des Vorderglärnisch oder Piz Cotschen ist noch ein Anruf möglich. Zum Beispiel in den Auslandferien kann es aber ganz anders aussehen. Schliesslich sind Roamingdaten, die Mobilfunkanbieter fürs Ausland bereitstellen, nicht in jedem Abo unbegrenzt verfügbar, sondern aus Kostengründen häufig limitiert.
Wer an einem Nachmittag im Spätsommer das Abenteuer in der Wildnis sucht, kann plötzlich von der Dunkelheit überrascht werden. Um euch auf Abwegen nicht im Dunkeln zu lassen, erklären wir euch, wie ihr euch am besten mit Papierkarte und Taschenlampe orientiert und welche Richtungshinweise uns der Nachthimmel bieten kann.
Orientierung mit Papierkarte und Kompass
Zunächst braucht man eine die gute alte Karte und einen Kompass. «NORDA» ist eine gute Abkürzung, um sich richtig zu orientieren. Von links nach rechts dient die Buchstabreihe als Reihenfolge für den richtigen Ablauf beim Umgang mit Karte und Kompass. Das «N» steht für Norden. Das bedeutet, die Karte sollte nach Norden ausgerichtet werden. Will man eine Karte benutzen, um seinen Standort zu suchen oder eine Route zu planen, muss man zuerst wissen, dass (allermeist) Norden oben ist.
Nun ist natürlich immer die Frage, in welcher Richtung sich Norden von unserem Standpunkt befindet. Um das herauszufinden, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Wie «wiki.cevi.ch» schreibt, befindet sich beispielsweise das Moos an den Bäumen in Mitteleuropa im Nordwesten. Im Frühling bleibt Schnee an Nordhängen länger liegen.
Mit Kompass geht es allerdings leichter. Um den Kompass genau ausrichten zu können, sollte er möglichst waagrecht in der Hand liegen. Dabei hilft eine integrierte Wasserwaage. Der rote Pfeil zeigt immer nach Norden. Er richtet sich nach dem magnetischen Nordpol. Nun muss nur noch die Karte nach Norden gedreht werden. Dazu kann man sie einfach korrekt ausgerichtet auf den Boden legen.
Der Buchstabe «O» steht für das Orientieren. Kartenlesende sollten dazu den eigenen Standort auf der Karte bestimmen. Das geht durch das «R». Dies erinnert an das Bestimmen und Einhalten der Marschrichtung. Das geht ganz leicht mit dem Kompass. Weil die Karte bereits richtig ausgerichtet ist, muss nur noch die Marschrichtung bestimmt werden.
In den meisten Kompassmodellen ist auch eine Drehscheibe eingebaut. Auf dieser Drehscheibe sind alle wichtigen Himmelsrichtungen abgebildet. Norden hat als einzige Richtung zwei weisse Striche. Die Scheibe kann nun so weit gedreht werden, bis die rote Nadel möglichst parallel zwischen den beiden weissen Strichen liegt.
Als Nächstes wird durch «D» die horizontale Distanz bestimmt. Das kann man durch Abgleichen mit dem Kartenmassstab machen. Das «A» steht schliesslich für Auf und Ab. So können die Höhenunterschiede, die auf dem Weg zum Ziel bewältigt werden müssen, abgelesen werden.
Habt ihr euch schon einmal verlaufen?
Nächtliche Orientierungshilfen
Wenn es dunkel wird, fühlen wir uns zunächst etwas verloren. Doch unsere Augen sind anpassungsfähig. Sie funktionieren ähnlich wie eine Kameralinse. Die Iris verhält sich dabei wie eine Blende. Ist es hell, verengen sich unsere Pupillen und weniger Licht gelangt ins Auge, bei Dunkelheit öffnen wir sie. Deshalb sind wir auch bei dunklen Verhältnissen in der Lage uns an die Dunkelheit zu gewöhnen. Die Gewöhnung an Dunkelheit bis zu 60 Minuten, wie «brille24.de» schreibt. Dann sind bereits erste Umrisse erkennbar und das Gelände, was uns verborgen schien, ist plötzlich gut sichtbar.
Zudem bietet und der Himmel einige Orientierungshilfen. In einer sternenklaren Nacht ist der Nordstern in offenem Gelände gut sichtbar. Er befindet sich in der Nähe der Sternbilder «Grosser und Kleiner Wagen». Diese stellen beide einen Handwagen mit Deichsel dar. Die hintere Seite des Grossen Wagens muss fünf Mal in Richtung des Kleinen Wagens verlängert werden. Dann stösst man auf den Polarstern «Polaris», der auch das Deichselende des Kleinen Wagens bildet. Dieses Sternzeichen ist auch als Kleiner Bär oder Ursa Minor bekannt. Allerdings gelingt dies laut «einstieg.com» nur auf der Nordhalbkugel.
Auf der Südhalbkugel ist das Kreuz des Südens, was der Nordstern im Norden ist. Es ist ein Sternbild bestehend aus vier Sternen. Die zwei hellsten zwei sind Acrux ganz am Stielende und Mimosa oben links. Wie «sterntaufe-schweiz.ch» schreibt, kannten schon die alten Griechen die Sternkonstellation. Sie verschwand jedoch wegen der Verschiebung der Prozessionsbewegung der Erde aus dem sichtbaren Bereich der Nordhalbkugel. Später entdeckten die portugiesischen Seefahrer die «Crux» wieder bei der Überquerung des Südatlantiks auf dem Weg nach Indien.
Jetzt habt ihr es geschafft und könnt euer Handy bei der nächsten Wanderung gegen Kompass und Karte eintauschen. Oder ihr vertraut euren Sinnen und folgt den Sternen durch die Dunkelheit. Es gilt jedoch auch zu erwähnen, dass es leuchtende Kompasse gibt, die selbst bei vollständiger Dunkelheit noch eine gute Orientierung gewährleisten. Ausserdem ist es ratsam, bei jedem Trip in die Wildnis eine gute Tageszeit zu wählen, auf das Wetter zu achten und die richtige Ausrüstung mitzunehmen.
Hier geht es zu allen unseren #SOfunktionierts-Artikel:
Nicolas Boschung ist in der Nähe des Greifensees im Zürcher Oberland aufgewachsen. Der gelernte Verpackungstechnologe hat in Chur Multimedia Production studiert. Seit 2023 arbeitet er als Produzent Online für «suedostschweiz.ch».

Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.