«Auftreten und Kommunikation sind entscheidend»
Seit Anfang 2022 ist der 34-jährige Fabian Tomasi für den FC Davos als Fussball-Schiedsrichter tätig. Mittlerweile pfeift er in der 2. Liga regional und träumt davon, einmal den Bündner Cupfinal der Herren zu arbitrieren. Jenen der Damen hat er bereits letztes Jahr geleitet.
Seit Anfang 2022 ist der 34-jährige Fabian Tomasi für den FC Davos als Fussball-Schiedsrichter tätig. Mittlerweile pfeift er in der 2. Liga regional und träumt davon, einmal den Bündner Cupfinal der Herren zu arbitrieren. Jenen der Damen hat er bereits letztes Jahr geleitet.
Je höher die Liga, desto grösser die Anforderungen
Mittlerweile ist der 34-Jährige in der 2. Liga regional als Schiedsrichter und Assistent im Einsatz – jedoch mit klarem Fokus auf das Arbitrieren. Damit gehört er zu den höchstklassierten Unparteiischen im Kanton Graubünden. Sogar in der 1. Liga im Einsatz ist Tomasis Vereinskollege Quendrim Uka, allerdings als Assistent. «Im vergangenen Jahr absolvierte ich über 35 Partien, davon 28 als Schiedsrichter. Pflicht wären eigentlich deren 15. Dabei stand ich fast 55 Stunden auf dem Fussballplatz, die Hin- und Rückfahrt zu den Spielen sowie jene Zeit, die ich vor dem Spiel vor Ort bin (jeweils rund 90 Minuten) nicht eingerechnet», zählt Tomasi auf. Sein Einsatzgebiet erstreckt sich von Wil SG bis Poschiavo – da kann es unter Umständen doch zu längeren Reisezeiten kommen.
Um in der Schweiz pfeifen zu dürfen, musste er erst einen Grundkurs absolvieren. Seither sind diverse weitere Kurse dazugekommen denen man sich austauscht und Erfahrungen weitergibt. Natürlich gehören auch regelmässige Regel- und Leistungstests dazu. Denn es macht sich besser, wenn ein Schiedsrichter konditionell mit dem Geschehen auf dem Spielfeld mithalten kann. Je höher die Liga, desto höher sind auch die Herausforderungen. «Ich beginne jeweils rund einen Monat vor einem Kurs, mich darauf vorzubereiten», erklärt Tomasi.
Fussball lebt von Tatsachenentscheiden
Wer Schiedsrichter sein möchte, muss zwar nicht unbedingt masochistisch veranlagt sein, sich aber schon vor Augen halten, dass gewisse Entscheide den Unmut von Spielern, Verantwortlichen und Zuschauenden mit sich ziehen können. Tomasi hat im Lauf der Jahre gelernt, gewisse Dinge auszublenden: «Für mich endet das Spielfeld bei der Abgrenzung, und was hereingerufen wird, nehme ich kaum wahr.» Natürlich gebe es immer mal wieder brenzlige Situationen, und er müsse unangenehme Entscheide fällen. «Letztendlich muss ich aber neutral sein und mit meinen beiden Assistenten als Team auftreten. Nur schon dies kann eine Beruhigung bringen.» Es sei zudem gut, dass er früher selber gespielt habe und sich dadurch in die Spieler hineinversetzen könne. «Ein hohes Spielverständnis sowie eine offene und ehrliche Konversation schaffen meiner Meinung nach eine gewisse Akzeptanz.» Er selber habe die Linie, den Spielern Platz zum Fussballspielen zu geben: «Aber natürlich muss ich regeltechnisch sattelfest und konditionell auf der Höhe sein.»
Einen VAR (Video Assistant Referee), um sich gewisse Spielszenen wie in der höchsten Schweizer Liga nochmals anschauen zu können, sehnte sich Tomasi nicht herbei: «Fussball lebt von Tatsachenentscheiden und Emotionen. Und wenn ein Fehler passiert, muss man dazu stehen können.» Vor einer Partie – Tomasi erhält jeweils zehn Tage im Voraus ein Aufgebot – bereitet er sich minutiös vor: «Zuerst schaue ich, wo mein nächster Einsatzort ist. Dann vereinbare ich mit meinen Assistenten, dass wir uns am besagten Datum 90 Minuten vor Anpfiff vor Ort treffen. Weiter schaue ich die Rangliste an und erstelle eine PowerOoint-Präsentation mit den wichtigsten Angaben für die Assistenten. Die letzte Stunde folgt einem fixen Ablauf, ehe ich mit meinen Assistenten das Spielfeld betrete und die Partie anpfeife.»
Natürlich hat Tomasi noch seine Ziele. Er werde nun 35 und habe die Chance, noch eine Liga höher – also 2. Liga interregional – zu pfeifen. «Diese Chance möchte ich packen.» Und der Davoser träumt davon, einmal den Bündner Herren-Cupfinal in Chur leiten zu dürfen. «Den Cupfinal der Frauen durfte ich im letzten Jahr schon pfeifen, und sogar das Fernsehen war dabei.» Vor allem möchte er gesund bleiben, «das ist das höchste und wichtigste Gut».
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