Tourismus und Kultur sagen Nein zur SRG-Halbierungsinitiative
Die SRG-Halbierungsinitiative beschäftigt nicht nur Parteien und Behörden. Auch Vertreter aus Tourismus und Kultur in Davos äussern sich deutlich und verweisen auf die Bedeutung der SRG für die Sichtbarkeit von Rand- und Bergregionen.
Die SRG-Halbierungsinitiative beschäftigt nicht nur Parteien und Behörden. Auch Vertreter aus Tourismus und Kultur in Davos äussern sich deutlich und verweisen auf die Bedeutung der SRG für die Sichtbarkeit von Rand- und Bergregionen.
HotellerieSuisse
An der Delegiertenversammlung von HotellerieSuisse Graubünden vom 6. Februar fasste der Verband einstimmig die Nein-Parole. Präsident Ernst Wyrsch sieht in einer Halbierung der Gebühren erhebliche Folgen für den Kanton. Er befürchtet eine «Amerikanisierung der Schweizer Medienlandschaft», sollte die Initiative angenommen werden. Für ihn sei die SRG neutral und ausgewogen. Der Tourismus werde regelmässig und gerechtfertigt in verschiedenen SRG-Formaten sichtbar gemacht. Gerade für einen dreisprachigen Kanton wie Graubünden sei es zentral, dass Ereignisse und Entwicklungen breit abgebildet würden. Entsprechend klar falle sein Nein aus.
Kulturplatz Davos
Auch aus der Davoser Kulturszene kommen ähnliche Einschätzungen. Eike Riga vom Kulturplatz Davos betont die demokratische und gesellschaftliche Funktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Kulturformate seien ein wichtiger Bestandteil des Angebots. Erhielte Kultur im Allgemeinen weniger Raum, verliere sie an Bedeutung und Publikum. Dies hätte auch Auswirkungen auf lokale Veranstalter. Unabhängige, faktenbasierte Berichterstattung sei eine Grundlage für öffentliche Diskussion und kulturelle Vielfalt.
Kirchner Museum
Für das Kirchner Museum Davos ist die überregionale Medienpräsenz ebenfalls entscheidend. Direktorin Katharina Beisiegel verweist darauf, dass nationale Berichterstattung Ausstellungen in einen grösseren Kontext stelle und damit Reichweite über Davos hinaus schaffe. Gerade für Institutionen ausserhalb der grossen Städte sei diese Sichtbarkeit zentral. Wenn entsprechende Plattformen kleiner würden, werde es für kulturelle Einrichtungen in Randregionen schwieriger, national wahrgenommen zu werden.
Gemeinsame Linie
Die Rückmeldungen zeigen eine gemeinsame Linie: Für Hotellerie und Kulturinstitutionen ist die SRG mehr als ein Medienunternehmen. Sie wird als Plattform verstanden, die Ereignisse und Angebote aus Randregionen in die nationale Öffentlichkeit bringt. Eine Reduktion des Angebots würde aus ihrer Sicht nicht nur die Medienlandschaft verändern, sondern auch die Präsenz von Regionen wie Davos schwächen.
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