Guter Start in die Wintersaison
Die Bündner Hotellerie ist mit einem deutlichen Plus in die Wintersaison 2025/26 gestartet. Gemäss einer aktuellen Blitzumfrage von Hotellerie Suisse Graubünden verzeichneten die Hotelbetriebe kantonsweit im Durchschnitt sechs Prozent mehr Buchungen als im bereits soliden Vorjahreswinter.
Die Bündner Hotellerie ist mit einem deutlichen Plus in die Wintersaison 2025/26 gestartet. Gemäss einer aktuellen Blitzumfrage von Hotellerie Suisse Graubünden verzeichneten die Hotelbetriebe kantonsweit im Durchschnitt sechs Prozent mehr Buchungen als im bereits soliden Vorjahreswinter.
Der positive Eindruck setzt sich auch im Ausblick fort. Für die restliche Wintersaison bis April rechnen die befragten Sektionspräsidenten aktuell mit einem weiteren Plus von durchschnittlich 3.5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit dürften insbesondere die Sportferien und die Wochen danach nochmals gut ausgelastet sein. Hotellerie Suisse Graubünden spricht von einem erfreulichen Zwischenstand, der sich in eine Reihe guter touristischer Winterhalbjahre einfügen könnte.
Uneinheitlich zeigt sich hingegen die Entwicklung einzelner Herkunftsmärkte. Kantonsweit haben die Buchungen deutscher Gäste gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen oder stagnieren. Besonders deutlich fällt der Rückgang in stark international ausgerichteten Destinationen wie Davos Klosters oder St. Moritz aus. Gleichzeitig konnten andere Regionen, darunter die Surselva und die Lenzerheide, bei deutschen Gästen ein Buchungsplus verzeichnen. Diese Verschiebungen deuten laut Hotellerie Suisse Graubünden auf eine zunehmende Preissensibilität dieses Marktes hin, die sich je nach Angebotsstruktur unterschiedlich auswirkt.
Sehr positiv entwickelt sich dagegen weiterhin die Nachfrage aus den USA. Die Buchungen amerikanischer Gäste legten kantonsweit im Durchschnitt um vier Prozent zu. Besonders Destinationen mit starker internationaler Positionierung profitieren überdurchschnittlich von dieser Entwicklung. In mehreren Regionen hilft die steigende Nachfrage aus den Vereinigten Staaten, Rückgänge bei anderen Märkten zumindest teilweise auszugleichen.
Internationale Ausrichtung als Chance und Herausforderung
Für Davos Klosters bestätigt die Umfrage ein bekanntes Spannungsfeld: Als international stark ausgerichtete Destination reagiert der Ort sensibler auf Verschiebungen einzelner Auslandsmärkte. Während sich der Rückgang bei deutschen Gästen hier deutlicher bemerkbar macht als in stärker binnenorientierten Regionen, profitiert Davos gleichzeitig überdurchschnittlich von der wachsenden Nachfrage aus den USA.
Hotellerie Suisse-Graubünden-Präsident Ernst A. Wyrsch verweist in diesem Zusammenhang insbesondere auf die wirtschaftliche Lage in Deutschland. Diese treffe die breite Mittelschicht spürbar und erhöhe die Preissensibilität deutlich. Hinzu komme der für deutsche Gäste ungünstige Wechselkurs zwischen Euro und Schweizer Franken. «Unser Image als teures Reiseland wirkt nach», so Wyrsch. Zwar hätten Nachbarländer wie Frankreich oder Österreich ihre Preise teilweise stärker erhöht als die Schweiz, der reale Unterschied sei damit kleiner geworden – das «teure Image» der Schweiz sei jedoch geblieben. Eine kleinere, treue Stammkundschaft aus Deutschland halte dem Wintertourismus zwar weiterhin die Treue, insgesamt werde der deutsche Markt aber weiterhin gezielt bearbeitet werden müssen.
Entspannung zeigt sich zudem auf dem Arbeitsmarkt. Sowohl bei Fach- als auch bei Hilfskräften gingen die Rekrutierungsschwierigkeiten gegenüber der letzten Umfrage im November nochmals zurück. Der Anteil unbesetzter Stellen liegt bei Fachkräften kantonsweit bei rund drei Prozent, bei Hilfskräften sogar deutlich darunter. In einzelnen Regionen sind aktuell sämtliche Stellen in den Hotelbetrieben besetzt – ein für die Branche vergleichsweise positives Bild, insbesondere vor dem Hintergrund der vergangenen Jahre.
Die Blitzumfrage basiert auf Rückmeldungen aus elf Sektionen von Hotellerie Suisse Graubünden und dient einer raschen Standortbestimmung zum Saisonverlauf. Die Resultate sind nicht nach Betriebs- oder Regionsgrösse gewichtet, liefern aber eine aktuelle Einschätzung aus Sicht der Branche.
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