Das gute Herz der Davoser Nacht
Er lächelt, wo andere fluchen, packt an, statt zu klagen. Renzo Oswald ist Hauswart, DJ, Macher und Menschenfreund zugleich. Vom Kellner zum Szenegesicht hat der Engadiner viele Wege beschritten, aber nie den Boden unter den Füssen verloren.
Er lächelt, wo andere fluchen, packt an, statt zu klagen. Renzo Oswald ist Hauswart, DJ, Macher und Menschenfreund zugleich. Vom Kellner zum Szenegesicht hat der Engadiner viele Wege beschritten, aber nie den Boden unter den Füssen verloren.
Vom Bordstein zur Skyline
Vorwärts gekommen ist der Engadiner allemal. Gestartet hat er seine Laufbahn als Kellner. «Die Jahre in der Gastronomie haben mich sicherlich geprägt. Ich lernte viel über Menschen, aber auch, wie man hart arbeitet. Das hat sicherlich meinen Lebensweg geprägt.» Einige Zeit blieb er der Gastronomie treu, bevor er ins Sportartikel-Business einstieg. Über verschiedene Stationen von Arosa bis zum Bodensee arbeitete er sich in der für ihn neuen Branche vom Bordstein zur Skyline. Alles, bis es ihn schliesslich nach Davos verschlug.
Die Liebe gab den Weg vor
Dass es den sympathischen Weltenbummler eines Tages nach Davos verschlagen würde, daran hätte er selbst nicht gedacht. «Ich hatte ein sehr schönes Leben in Rorschach. Mochte die Region und mein Umfeld.» Ganz von den Bergen lassen konnte er allerdings nie. So jobbte er stets als Skilehrer. «Der Job als Skiinstruktor führte mich oft nach Davos. Hier habe ich dann auch meine Liebe und eine Familie gefunden und bin geblieben. Gerade die Familie hatte für mich schon immer einen sehr hohen Stellenwert. Und auch wenn ich aufgrund einer Krankheit keine eigenen Kinder haben kann, sehe ich meine beiden Stiefkinder auch etwas als meine eigenen an. Gleich geht es mir da mit meinen zwei Enkeln.»
Ja, geblieben ist der Familienmensch. Nun schon seit rund 25 Jahren. Und in diesen 25 Jahren hat er definitiv seine Spuren hinterlassen. Zunächst noch im Detailhandel, wo er lange die Vögele Shoes-Filiale am Postplatz führte, was ihm dann auch den Spitznamen «Al Bundy von Davos» einbrachte.
Zwischen Sportladen, Hauswart und DJ-Pult
Nach zehn Jahren in der Filiale orientierte er sich um und eröffnete sein eigenes Sportgeschäft. «Es was sicherlich ein Risiko, doch es hat sich gelohnt. Es war eine sehr schöne Zeit.» Mittlerweile ist er selbstständiger Hauswart und betreut dutzende Häuser in Davos. Stets mit einem Lächeln und vollem Einsatz. «Für mich ist der Beruf sehr wichtig. Doch brauche ich auch einen Ausgleich. Diesen habe ich in der Eventbranche gefunden.»
In dieser ist er nun bereits seit über 20 Jahren unterwegs. Sei es als DJ oder als helfende Hand für Veranstalter. Angefangen hat alles mit zwei Plattenspielern im Keller. «Ich war schon immer verliebt in die Musik. Dass ich DJ wurde, war deshalb die logische Konsequenz.» Auch wenn er es nie gerne zugibt, Renzo gehört zur Davoser Szene wie der Kafi Sex zur Jatzhütte. Egal in welchem Betrieb man sich umhört, etwas Schlechtes vermag niemand über den Engadiner zu sagen. «Ich mag es mich einzubringen, zu helfen, wo es mich braucht. Im Mittelpunkt stehe ich aber nicht wirklich gerne. Ein spezieller Satz für einen DJ, das muss ich zugeben. Aber das Wichtigste für mich war nie Fame oder Geld. Mein Ziel war es immer, schöne Feste mit guten Leuten zu haben und gemeinsam etwas zu schaffen.»
Mit den Leuten gehen, die da sind
Vielleicht genau dank diesem sympathischen Wesenszug ist Renzo ein gern gesehener Gast. Mittlerweile ist er Resident-DJ in der Bolgenschanze und auch oft auf der Jatz anzutreffen. Immer mit dem Ziel, den Leuten das zu geben, was sie wollen. Nicht um das zu spielen, was er grad will. «Über die Jahre habe ich sehr viel Musik angesammelt. Ich glaube, mit meinem Repertoire kann ich alle happy machen. Und das ist doch das, was zählt. Man muss mit den Leuten gehen, die da sind, nicht für sich selbst spielen.»
Ja, über die Jahre hat er sich in der Region bekannt gemacht und definitiv seine Spuren hinterlassen. Nicht nur im Detailhandel, auch in der Eventszene. Und dank seines bodenständigen Charakters und der stets konstruktiven Zusammenarbeit wurde er gerade bei Veranstaltern zum «guten Herz der Davoser Nacht».
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