Otto Furter – das fotografische Gedächtnis von Davos
Davos wurde im 20. Jahrhundert auch durch Fotografien bekannt: als Kurort, Wintersportdestination und Landschafts-verspechen. Einer der prägenden Bildchronisten dieser Zeit war Otto Furter. Seine Aufnahmen sind bis heute ein visuelles Archiv der Davoser Geschichte.
Davos wurde im 20. Jahrhundert auch durch Fotografien bekannt: als Kurort, Wintersportdestination und Landschafts-verspechen. Einer der prägenden Bildchronisten dieser Zeit war Otto Furter. Seine Aufnahmen sind bis heute ein visuelles Archiv der Davoser Geschichte.
Erste Jahre im Atelier Meerkämper
Otto Furter wurde 1905 in St. Gallen geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre führten ihn Wanderjahre durch verschiedene Orte der Schweiz und bis nach Paris. Anfang der 1930er-Jahre kam er nach Davos, wo er im Atelier von Emil Meerkämper, der zu den etablierten Fotografen des Kurorts zählte, eine Stelle als kaufmännischer Mitarbeiter antrat. Neben Bürotätigkeiten im Bildvertrieb sowie in der Ansichtskartenproduktion trug er auch Ausrüstung und begleitete den Fotografen. Dabei entwickelte er seinen Blick für die Fotografie.
Der Schritt ins eigene Geschäft
1943 folgte ein Einschnitt: In den Kriegsjahren verschärften sich die wirtschaftlichen Bedingungen auch für die Davoser Fotografie. Furter entschloss sich, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Noch im selben Jahr eröffnete er ein eigenes Fotogeschäft – anfänglich unter bescheidenen Bedingungen, mit Wohnung, Laden und Dunkelkammer auf engstem Raum. Mit grossem Einsatz baute er sich Schritt für Schritt eine Existenz in Davos auf.
Seine Frau Salomé, die Furter kurz nach seiner Ankunft in Davos kennengelernt und 1931 geheiratet hatte, war in den Aufbaujahren eine wichtige Stütze. Neben der fotografischen Arbeit fielen Verkauf, Organisation und Laborarbeiten an, die sie massgeblich unterstützte. Später stiegen die beiden Söhne Walter und Hans in den Betrieb ein und führten ihn schliesslich weiter.
Davos in Bildern – weit über das Tal hinaus
Zu Beginn seiner Selbständigkeit dokumentierte Furter Landschaften und Dorfleben ebenso wie Sportanlässe, Hotels und das Davos im Wandel und verdiente sich mit Einzelaufträgen im Ort zunächst mühsam seinen Lebensunterhalt. Charakteristisch war dabei sein präziser Blick für Licht, Komposition und Atmosphäre, der vielen Bildern eine besondere Stimmung verleiht. Erst später folgte die Produktion von Postkarten sowie Veröffentlichungen in Kalendern und Publikationen, mit denen er Davos in die Welt trug.
Bedeutend wurde Otto Furter weniger durch einzelne herausgehobene Motive als vielmehr durch die Konstanz, Qualität und Breite seines fotografischen Schaffens. Tausende sorgfältig komponierte Schwarzweissaufnahmen entstanden, die heute ein besonderes visuelles Archiv von Davos im 20. Jahrhundert bilden. Ergänzt wird dieses Archiv durch ältere Fotografien und Nachlässe anderer Fotografen, die Furter im Laufe der Jahre erwarb und bewahrte. Als fotografisches Gedächtnis erzählen die Bilder von Davos, von Graubünden und weiten Teilen der Schweiz.
Archiv in dritter Generation
Das umfangreiche Archiv wird heute von seiner Enkelin betreut. Annina Pfiffner-Furter, die Foto Furter in dritter Generation führt, bereitet die historischen Aufnahmen digital auf und erhält sie so für die Zukunft.
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