Mit Baba Shrimps, Nubya, Marius Bear und vielen mehr
Von Freitag, 5., bis Samstag, 20. Dezember, findet zum 18. Mal das Songbird Festival Davos statt. Headliner des Festivals sind Pat Burgener, Baba Shrimps, Nubya, Marius Bear, Ilira, Bastian Baker, Trummer, Valeska Steiner und Samora. Die Davoser Zeitung sprach mit Festivalgründer und -direktor Michel Pernet über das diesjährige Festival, seine Highlights und persönliche Anekdoten.
Von Freitag, 5., bis Samstag, 20. Dezember, findet zum 18. Mal das Songbird Festival Davos statt. Headliner des Festivals sind Pat Burgener, Baba Shrimps, Nubya, Marius Bear, Ilira, Bastian Baker, Trummer, Valeska Steiner und Samora. Die Davoser Zeitung sprach mit Festivalgründer und -direktor Michel Pernet über das diesjährige Festival, seine Highlights und persönliche Anekdoten.
Michel Pernet, in der Presse war gerade zu lesen, dass die Konzertbranche unter sehr viel höheren Produktionskosten leide und viele Künstler – beispielsweise auch Nemo – Konzerte ihrer Tour aus wirtschaftlichen Gründen absagen müssen. Spüren auch Sie den wirtschaftlichen Druck?
Michel Pernet: Ja, klar. Die Produktionskosten sind nach der Pandemie um 50 Prozent gestiegen. Und mit ihnen die Künstlergagen. Eigentlich sind darum Konzerte in der Grösse, wie wir sie am Songbird Festival veranstalten, gar nicht mehr refinanzierbar. Das geht nur mit starken Partnern, wie bei uns mit der Gemeinde Davos, der DDO und den Bergbahnen sowie engagierten Hoteliers und Gastronomen. Und mit ganz viel Leidenschaft und Engagement von mir, auch finanziell.
Trotz diesen herausfordernden Rahmenbedingungen liest sich das Programm des diesjährigen Songbird Festival Davos wieder wie das Who is Who der Schweizer Pop Musik. Wie ist das möglich?
Seit Gründung des Festivals 2008 sind junge Schweizer Künstler unsere DNA. Viele Stars von heute hatten bei uns als talentierte Newcomer ihre ersten Auftritte. Das sorgt in Künstlerkreisen für viel Wohlwollen, Respekt und Reputation – und hilft mir beim Zusammenstellen eines Programms, auch wenn unsere finanziellen Möglichkeiten beschränkt sind.
Marius Bear etwa hatten Sie ein erstes Mal angefragt, als er noch Strassenmusiker war.
Ja, das stimmt. Aber Marius hatte schon als Strassenmusiker einfach diese unglaubliche Kraft in seiner Stimme. Sein (barfüssiger) Weg zum erfolgreichen Popstar war vorgezeichnet. Ich freue mich sehr, dass Marius bei uns eines seiner letzten Konzerte spielt, bevor er mit seiner Verlobten Jasmine nach Australien auswandert. Ich mag mich gut an den letzten Auftritt am Songbird Festival erinnern: Da hatte er ganz spät in der Nacht ein paar treuen Songbird-Fans, namentlich Beat Wipf und Christian Rutishauser, und mir backstage seinen ESC-Song vorgesungen, den er tags darauf vor der SRF-Jury vorzusingen hatte. Bekanntlich fuhr er damit dann nach Turin.
Auch Bastian Baker kontaktierten Sie lange vor seinem ersten Hit.
Ja, tatsächlich – für eine super bescheidene Gage von 300 Franken. Das klappte damals aber nicht, weil er dann doch lieber nach Australien zum Surfen fuhr. Kurz darauf folgte der erste grosse Hit, und die Karriere nahm ihren Lauf. Erst Jahre später klappte der Gig, allerdings gerade als Festival-Headliner. Das Schöne ist, dass Bastian nie vergessen hat, wer zu Beginn seiner Karriere an ihn geglaubt hat. Darum kommt er auch heuer direkt von seiner Tour in Holland und Belgien auf die Jatzhütte zum mittlerweile berühmten Gratis-Konzert der Bergbahnen. Und freut sich extrem, auch aufs Skifahren.
Was sind eigentlich Ihre Festival-Highlights?
Die Frage aller Fragen, die für mich immer extrem schwer zu beantworten ist, weil ich ja das Programm kuratiere und entsprechend alle Künstler, wirklich alle, grossartig finde. Eine taktisch kluge Antwort wäre Alpha und Omega, also der erste und das letzte. Das Eröffnungskonzert mit der gegenwärtig besten Schweizer Popband Baba Shrimps, der Zürcher Antwort auf die Bieler Pegasus, die Luzerner Dada ante Portas und die Basler Lovebugs. Und das Abschlusskonzert mit Pat Burgener, der mittlerweile weltweit mit seinem Happy Sound weit mehr als an Snowboard- und Surfevents auftritt.
Pat Burgener hat angekündigt, am Abschlusskonzert Olympiasieger Dario Cologna auf die Bühne zu holen. Stecken Sie als Kommunikationsprofi hinter dieser Story?
Nein. Ausnahmsweise nicht. Das war alleine Pat Burgeners Idee. Er ist mit Davos sehr verbunden, auch weil er am Sportgymnasium studiert hat. Und er liebt das Songbird Festival – hier spielte er mit seinem Bruder eines seiner ersten grösseren Konzerte. Darum will er ein ganz speziellen Konzerterlebnis kreieren, er kommt ja auch direkt vom Snowboard-Weltcup in Colorado, wo er für Brasilien startet. Für mich steht Pat Burgener für pure Lebensfreude, was sich auch in seiner Musik spiegelt. Mit Happy Music im Stil von Jack Johnson und Bastian Baker will er mit dem Publikum ganz einfach die maximale Party feiern. Und da darf sein Freund, der Dario, nicht fehlen. Aber ob er tatsächlich auf der Bühne singen wird, werden wir sehen.
Einen ganz besonderen Crush haben Sie auf Ilira. Ihr Geheimtipp?
Sie ist für mich DER Geheimtipp überhaupt. Ilira’s Stimme kennt man vom Welthit «Fading» des deutschen Star-DJs «Alle Farben». Die wenigsten wissen aber, dass Ilira Schweizerin mit kosovarischen Wurzeln und in Brienz aufgewachsen ist. Sie hat eine charakterstarke Stimme, wie ich sie selten gehört habe – vielleicht vergleichbar mit Lana del Rey, einfach noch viel besser. Sie macht nun erstmals eine kleine internationale Akustik-Tour im Duo – und wir sind ihre erste Station. Darauf bin ich extrem stolz. Sie hat für mich Weltstar-Potenzial – eine Meinung, die ich im übrigen mit DJ Tiësto teile, der auch schon mit ihr gearbeitet hat.
Kein Geheimtipp mehr ist Nubya, die bekannteste und erfolgreichste Soulstimme der Schweiz. Wieso hat es 18 Jahre gedauert, bis Sie sie erstmals ins Lineup aufgenommen haben?
Normalerweise ist Nubya im Dezember immer wahnsinnig gut gebucht. Und mit den Gagen grosser Firmen können wir leider nicht annähernd mithalten. Aber wir sind gut befreundet – und ich habe ihr immer wieder vom Festival vorgeschwärmt. Und siehe da, dieses Jahr hat es gepasst – endlich! Ich denke, sie ist ganz einfach neugierig.
Neugierig sind wir auch auf Valeska Steiner, die international mit Boy grosse Erfolge gefeiert hat. Sie hat sich nun mit dem Berner Troubadour Trummer zusammengetan. Was ist hier zu erwarten?
Ganz viel Poesie. Valeska Steiner ist eine sehr feine Künstlerin mit einer unglaublicher Aura. Sie macht die Popmusik zur Kunst und versprüht immer einen Hauch Magie. Trummer seinerseits ist ein Geschichtenerzähler in der Tradition der Berner Troubadoure und für mich der Mani Matter unserer Zeit.
Sie sind ein kreativer Tausendsassa. Haben Sie überhaupt Zeit, selber am Songbird Festival Davos präsent zu sein?
Zu einer kreativen Begabung gehört mit dazu, mit Zeit kreativ umgehen zu können. Nein, im Ernst: Für mich ist das Songbird Festival Davos Jahr für Jahr gleichsam eine Inspirationsquelle und ein Kaleidoskop unserer Zeit. Und entsprechend ein Must.
Und was bringt die Zukunft?
Mein Sohn ist diesen Sommer 18 Jahre alt geworden. Er ist somit gleich alt wie das Festival. Ihn in den nächsten Jahren operativ sehr viel stärker einzubinden mit dem Ziel, ihm das Festival dereinst zu übergeben und es so in die Zukunft, in die nächste Generation zu führen, das wird mein nächstes Ziel sein. Darauf freue ich mich extrem.
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