Mehr als zwei Abende im Schnee
Zwei Abende, viel Applaus und noch mehr Arbeit dahinter.Die Demo-Show der Schweizer Schneesportschule Davos zeigt sich nach aussen als choreografiertes Spektakel. Intern ist sie ein komplexes Gemeinschaftsprojekt.
Zwei Abende, viel Applaus und noch mehr Arbeit dahinter.Die Demo-Show der Schweizer Schneesportschule Davos zeigt sich nach aussen als choreografiertes Spektakel. Intern ist sie ein komplexes Gemeinschaftsprojekt.
Vom Plan zum ersten Auftritt
Entsprechend unterschiedlich erlebten die Beteiligten die beiden Abende. Der erste Auftritt war mit einer Generalprobe zu vergleichen, geprägt von Spannung und hoher Konzentration. Am zweiten Abend rückte dank der ersten Routine der Genuss stärker in den Vordergrund. Einen vollständig gemeinsam geprobten Ablauf gebe es im Vorfeld nicht, erklärt Daniel Ammann, Leiter der Skischule Davos und Mitglied des Organisationskomitees. «Vieles lässt sich auf dem Papier planen», sagt Ammann. «Ob es mit rund 140 Leuten im Schnee wirklich funktioniert, zeigt sich erst vor dem Publikum.»
Zusätzlicher Aufwand während der Hochsaison
Das fünfköpfige Organisationskomitee sowie der finanzielle Rahmen für Technik, Infrastruktur und Rahmenprogramm liegen in der Verantwortung der Schweizer Schneesportschule Davos. Zahlreiche Führungspersonen der Skischule sind in verschiedenen Bereichen eingebunden und übernehmen zusätzliche Aufgaben, parallel zum regulären Betrieb während der Hochsaison. Das ist eine enorme Herausforderung: Die Kapazitäten seien in dieser Zeit besonders eng, sagt Ammann, zugleich sei es aber auch der ideale Zeitpunkt für die Umsetzung. Viele Skilehrer sind vor Ort, ebenso das Publikum.
Hoher Anspruch, engere Spielräume
Dass die Demo-Show mehrere Jahre nicht durchgeführt wurde, hat verschiedene Gründe. Auslöser waren die Einschränkungen während der Corona-Zeit, hinzu kamen in den Folgejahren zunehmend komplexere Rahmenbedingungen. Gleichzeitig sei der Anspruch hoch geblieben, Inhalte weiterzuentwickeln und das Niveau zu halten. «Man will sich stetig verbessern», sagt Ammann. «Gleichzeitig werden die Spielräume aber immer enger.» Auch infrastrukturelle Veränderungen spielten eine Rolle: So hatte die frühere Halfpipe am Bolgen bei den Demo-Shows eine zentrale Rolle eingenommen und viele Elemente ermöglicht, was heute zusätzliche Kreativität verlange.
Neue Generation, neue Zugänge
In diesem Jahr wurde zudem eine jüngere Generation in die Organisation eingebunden. Dabei trafen unterschiedliche Arbeitsweisen aufeinander: Erfahrung und eingespielte Abläufe auf der einen Seite, neue Zugänge und digitale Planungsformen auf der anderen. Ziel sei es gewesen, diese Perspektiven zusammenzuführen und sinnvoll zu verbinden.
Vielfalt auf und neben der Piste
Inhaltlich orientierte sich die Demo-Show am olympischen Rahmen, der sich heuer besonders anbot und beim Publikum gut ankam. Das Konzept setzte sich aus verschiedenen Ebenen zusammen: klassisches Demofahren, unterschiedliche Schneesportgeräte, Sprünge, humorvolle Elemente und Lichteffekte, unterbrochen von kurzen Gesprächen. Die einzelnen Programmpunkte griffen dabei immer wieder Motive aus olympischen Disziplinen auf und übersetzten sie spielerisch auf den Schnee.
Besonders beeindruckt zeigte sich Ammann von den Sprüngen der Freestyler des Sportgymnasiums. Daneben prägten viele weitere Beiträge das Gesamtbild: Kinder nach einer ersten Skikurswoche, Demo-Teams der ortsansässigen wie auch benachbarten Skischulen, Monoskifahrer oder der Rodelclub Davos waren ebenso Teil der Show wie Gäste aus dem Spitzensport. Patrick Wälte, U23-Europameister im Skimo-Sprint, zeigte eindrücklich die Dynamik der jungen Olympia-Disziplin.
Auch die Einbindung prominenter Namen gehörte zum Konzept. Mit Ambrosi Hoffmann, Therry Brunner, Marisa Walliser und Paul Accola waren sogar ehemalige Olympiamedaillengewinner am Bolgen präsent. Dass Persönlichkeiten dieser Generation Zeit für die Demo-Show einplanen, sei keineswegs selbstverständlich, sagt Ammann, und werde sehr geschätzt.
Den Schneesportgedanken leben
Für Ammann liegt die Stärke der Demo-Show nicht in einzelnen Programmpunkten, sondern im gemeinsamen Tun. Jede beteiligte Einheit trage ihren Teil bei, erst das Zusammenspiel gebe dem Anlass Gewicht. Innerhalb der Skischulen bedeute das, gemeinsam etwas zu erarbeiten, Verantwortung zu übernehmen und einander zu unterstützen. Nach aussen zeige sich dieselbe Haltung: Die Skischulen verstehen sich nicht als Konkurrenz, sondern als Teil einer gewachsenen Gemeinschaft, die den Schneesportgedanken lebt.
Genau das soll die Demo-Show vermitteln. Nicht nur Tempo und Präzision auf Schnee, sondern das, was den Schneesport in Davos seit jeher prägt: das Miteinander, die Bereitschaft zum Engagement und die Freude daran, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Das Gesamtfazit nach zwei Abenden fällt entsprechend positiv aus. Wie es organisatorisch weitergeht, wird nach der Nachbesprechung entschieden.
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