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Sichtbarkeit ist kein Zufall

Auf vier Standorte – Basel, Zürich, Chur und Davos – verteilt, erfassten Freiwillige am vergangenen Dienstag wieder Profile für Wikipedia. Beim Edit-a-thon geht es darum, den Vorsprung der Männer in der Online-Enzyklopadie aufzu­holen.

Barbara
Gassler
29.11.25 - 12:00 Uhr
Ereignisse
Das nicht ganz vollständige Edit-a-thon-Team vom Dienstagabend.
Das nicht ganz vollständige Edit-a-thon-Team vom Dienstagabend.
zVg
«Denn es gibt noch immer mehr Biografien von Männern mit Vornamen Peter, als es Sportlerinnen-Portraits gibt», sagte Franziska Kälin, Initiatorin des Davoser Schreib-Marathons. Das geschehe nicht aus Bosheit, sondern weil es halt schon immer so gewesen sei. «Genau das ändern wir heute!» Denn wer nicht sichtbar sei, existiere nicht. Man könne darüber diskutieren, warum das so sei, fand Kälin. «Doch warum diskutieren, wenn wir schreiben können?» Wikipedia sei der Spiegel der Erinnerung, doch dieser Spiegel habe einen Sprung. «Deshalb schreiben wir heute gegen das Verschwinden. Nicht aus Wut, aber aus Verantwortung.» Damit Mädchen in hundert Jahren Vorbilder finden könnten. «Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Pionierinnen.» Die Veränderung wünschten sich zwar alle, doch etwas dagegen zu unternehmen, sei Knochenarbeit. «Denn Sichtbarkeit ist kein Zufall, es ist eine Entscheidung.»

So beugten sich an diesem Abend nach einer gründlichen Einführung 209 Personen über die Aufgabe. 179 neue Artikel wurden erfasst oder aktualisiert. In Davos waren die Freiwilligen mit Speis und Trank Gast der SAMD und wurden von einem erfahrenen «Wikipedianer» über mögliche Schwierigkeiten hinweg begeleitet. So konnte Davos mit seinem kleinen Team – es war trotz krankheitsbedingten Abwesenheiten noch immer grösser als jenes von Chur – seine Bestleistungen vom letzten Mal wiederholen: Mehr Artikel wurden erfasst, als Teilnehmende anwesend waren. Die Profile werden nun noch von erfahrenen Wikipedia-Freiwilligen auf Struktur und Belege geprüft und über die nächsten Wochen freigeschaltet.

Der Termin für den nächsten Edit-a-thon steht übrigens auch schon fest: Es ist Dienstag, 21. April 2026, wieder in der ­Aula der SAMD.

Und noch ein Name wird hinzugefügt.
Und noch ein Name wird hinzugefügt.
zVg
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