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Spital Davos: Gemeinde plant Um- und Neubau am bestehenden Standort

Die Gemeinde will das Spital modernisieren und gleichzeitig die Spital Davos AG finanziell entlasten. Ein Um- und Neubau am heutigen Standort soll das Haus zukunftsfähig machen – angepasst an veränderte Bedürfnisse, energetische ­Vorgaben und medizinische ­Entwicklungen. Eine erste Abstimmung ist für November 2025 geplant.

Davoser
Zeitung
29.08.25 - 17:00 Uhr
Leben & Freizeit
Der Spital Davos soll fit für die Zukunft gemacht werden.
Der Spital Davos soll fit für die Zukunft gemacht werden.
DZ Archiv
Das Spital Davos wurde 2008 in seiner heutigen Form eröffnet. Seither hat sich nicht nur im Gesundheitswesen vieles verändert – sowohl medizinisch als auch strukturell. Die einst auf 77 Betten ausgelegte Infrastruktur entspricht nicht mehr dem tatsächlichen Bedarf. Bereits heute wird die Pflegeabteilung aus Effizienzgründen nur noch auf zwei Etagen mit 47 Betten betrieben. Die zunehmende Verlagerung von stationären zu ambulanten Behandlungen reduziert den Bettenbedarf weiter. Aktuell wird mit einem künftigen Bedarf von 28 Zimmereinheiten gerechnet, die flexibel als Einzel- oder Doppelzimmer nutzbar sein sollen.

Auch die bauliche Infrastruktur genügt nicht mehr den heutigen Anforderungen. Technologisch und energetisch besteht umfassender Sanierungsbedarf. Diese Ausgangslage war der Anlass, sich intensiv mit der baulichen Weiterentwicklung des Hauses auseinanderzusetzen.

Drei Varianten – eine Entscheidung

Insgesamt wurden drei Szenarien geprüft: eine Sanierung des bestehenden Gebäudes, ein kompletter Neubau auf dem Medizincampus Davos sowie die Lösung eines Um- und Neubaus am heutigen Standort. Die Sanierungsvariante erwies sich als wirtschaftlich nicht tragbar. Die grob geschätzten Sanierungskosten beliefen sich bereits vor drei Jahren auf 63 Millionen Franken. Inzwischen wird unter Berücksichtigung der Baukostenentwicklung, energetischer Anforderungen, baulicher Auflagen und der Erdbebenertüchtigung mit rund 85 Millionen Franken gerechnet – ohne dass dabei die mit einer möglichen Auslagerung des Spitals verbundenen Zusatzkosten vollständig beziffert wären.

Auch ein Neubau auf dem Medizincampus wurde verworfen. Zwar hätte es dort gewisse Kooperationspotenziale, beispielsweise mit der Hochgebirgsklinik, gegeben, doch die dafür anfallenden Landkosten sowie die geringe Einsparwirkung machten diese Variante wirtschaftlich wenig attraktiv.

Vorteile des bestehenden Standorts überwiegen

Die Entscheidung fiel schliesslich auf eine Lösung am bestehenden Standort. Hier lassen sich zentrale Teile der bestehenden Infrastruktur weiter nutzen, darunter die modernisierten Operationssäle, die Gerätesterilisation, in die kürzlich über eine halbe Million Franken investiert wurde, sowie die geschützte Operationsstelle (GOPS). Auch die Parkierung kann in der heutigen Form erhalten bleiben. Hinzu kommen logistische Vorteile: Die Nähe zu den Personalhäusern und zur Kinderkrippe sowie die zentrale Lage in der Gesundheitsregion sprechen aus Sicht des Verwaltungsrats für den Erhalt des Standorts.

Die Grobkosten für den geplanten Um- und Neubau wurden auf rund 70 Millionen Franken veranschlagt. Jürg Zürcher, Kleiner Landrat und Vorsteher des Departements Gesellschaft, Gesundheit und Sicherheit, präzisiert: «Die Kostenschätzung ist eine Grobkostenschätzung im Bereich von plus/minus 25 Prozent.» Eine genauere Planung mit belastbaren Zahlen sei nur möglich, wenn der beantragte Planungskredit von einer Million Franken bewilligt werde. Über diesen entscheidet der Grosse Landrat in der Septembersitzung.

Stimmbevölkerung soll im November entscheiden

Parallel zur baulichen Planung will die Gemeinde die Spital Davos AG finanziell entlasten. Dazu sollen Bankdarlehen im Umfang von 8,45 Millionen Franken übernommen und ein Gemeindedarlehen in Höhe von 5,666 Millionen Franken abgeschrieben werden. Diese Entschuldung ist aus Sicht der Gemeinde notwendig, um die Handlungsfähigkeit der Spitalgesellschaft langfristig zu sichern. Weil die entsprechenden Summen die Finanzkompetenzen des Grossen Landrats überschreiten, wird die Vorlage der Davoser Stimmbevölkerung im November zur Abstimmung vorgelegt.

Spitalbetrieb soll aufrechterhalten werden

Ein zentrales Anliegen in der Projektentwicklung ist der kontinuierliche Betrieb während der Bauzeit. Eine Auslagerung des Spitals ist nicht vorgesehen. Zürcher betont: «Der Spitalbetrieb soll während der Bauarbeiten nicht ausgelagert werden. Es ist ein Teil der detaillierten Gesamtplanung, dass der Betrieb vor Ort auch während der Bau- und Umbauphase bestmöglich weitergeführt werden kann.» Wie genau das gelingen soll, wird im Rahmen der Detailplanung erarbeitet, die bis Ende 2027 abgeschlossen sein soll.

Noch nicht abschliessend definiert ist das künftige medizinische Angebot des Akutspitals. Dieses soll im Rahmen der Spitalplanung weiterentwickelt und mit dem überarbeiteten Leitbild des Kantons abgestimmt werden. Klar ist laut Zürcher jedoch das strategische Ziel: «Grundsätzlich ist es unser Ziel, das Angebot des Akutspitals möglichst vielfältig zu erhalten.»

Auch Wohnraum ist Teil der Vision

Der geplante Um- und Neubau schafft nicht nur Raum für eine moderne medizinische Infrastruktur, sondern soll auch städtebauliche Perspektiven eröffnen. Im künftig nicht mehr benötigten Gebäudeteil sollen rund 60 neue Erstwohnungen entstehen. Auf einer Fläche von etwa 4000 Quadratmetern sind vor allem 2.5- und 3.5-Zimmerwohnungen geplant. «Der zusätzlich geschaffene Wohnraum hilft bei der Umsetzung der Wohnraumstrategie der Gemeinde», erklärt Zürcher. Die dafür nötigen Investitionen sind allerdings nicht Bestandteil der aktuellen Grobkostenberechnung für das Spitalprojekt.

In einem ersten Schritt soll nun der Grosse Landrat im September über den Planungskredit von einer Million Franken befinden. Im November folgt die Volksabstimmung zur Entschuldung der Spital Davos AG. Bis Ende 2027 soll dann die detaillierte Projektvorlage erarbeitet und danach wiederum dem Souverän zur Abstimmung vorgelegt werden.

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