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Eiskalt pitchen und heiss diskutieren

Was braucht es, um ein Unternehmen zu gründen? Kapital? Ideen? Netzwerke? Sicher aber vor allem Mut. Genau darum geht es am 7. Februar beim 2. «Polar Bear Pitching» Event in der Arena in Klosters. Start-ups pitchen ihre Visionen unter extremen Bedingungen und daneben liefern sich Politik und Wirtschaft ebenfalls ein rhetorisches Kaltbad rund um die unbequeme Frage: Wie start-up-freundlich sind wir wirklich?

Davoser
Zeitung
31.01.26 - 17:00 Uhr
Ereignisse
Nach dem Erfolg vom letzten Jahr wagen sich am 7. Februar wieder Start-ups ins Eiswasser.
Nach dem Erfolg vom letzten Jahr wagen sich am 7. Februar wieder Start-ups ins Eiswasser.
zVg

Das «Polar Bear Pitching» bringt Gründerinnen und Gründer raus aus dem warmen Co-Working-Space – und rein in den Eispool. Im wahrsten Sinne des Wortes. Unter freiem Himmel, bei winterlichen Temperaturen, pitchen Start-ups ihre Ideen im Eisbad. Keine PowerPoint-Schlacht. Kein Bullshit-Bingo. Hier gilt es, den Fokus zu behalten, denn es darf nur so lange gepitcht werden, wie der Bauchnabel im Wasser ist. Wer hier teilnimmt, glaubt definitiv an sein Unternehmen. Und das muss man auch, muss man doch die prominent besetzte Jury von der Geschäftsidee überzeugen, um sich als Siegerin oder Sieger küren und mit einem Preisgeld von 1000 Franken zum Weltfinale nach Finnland fliegen zu dürfen.

Die Arena als Marktplatz für Ideen

Wer jetzt allerdings denkt, der Event sei Start-ups vorbehalten, liegt definitiv falsch. Neben den Frierenden im Eiswasser sind zig Investoren sowie Menschen aus der Politik und Wirtschaft vor Ort. «Nach dem grossen Erfolg von der ersten Durchführung vom letzten Jahr war für uns klar, dass wir den Event wieder organisieren», so Basil Rüedi vom Organisationskomitee. «Insgesamt kamen im letzten Jahr rund 400 Zuschauerinnen und Zuschauer und deren Feedback war sehr positiv. In diesem Jahr haben wir noch etwas mehr Rahmenprogramm und hoffen so, dass wir noch mehr Interessierte anlocken können. Schliesslich ist es ein Netzwerkanlass, wo man sich untereinander austauschen, Neues lernen und inspiriert werden soll.»

So gibt es neben den sieben im Eiswasser pitchenden Start-ups ebenfalls vier physisch ausstellende Firmen. Alles, um das Netzwerken zu fördern und den Besuchenden möglichst viel zu bieten.

Auch die Politik steigt ins rhetorische Eisbad

Und noch bevor gepitcht wird, wird diskutiert. In einer Podiumsdiskussion treffen Regierungsrat Markus Caduff, Standespräsidentin Valérie Favre Accola, Ökonom Rudolf Minsch und Start-up Entrepreneur Philipp Dick aufeinander. Das Ziel sind klare Antworten auf unbequeme Fragen. Warum kämpfen Start-ups um Kleinstbeträge, während Standortmarketing Millionen verschlingt? Haben Politik und etablierte Wirtschaft wirklich den Mut, jungen Unternehmen Raum zu geben – oder bleibt Innovation ein Lippenbekenntnis?

Erfolg, der über den Event hinausreicht

Dass der Event viel bieten kann, hat er bereits im letzten Jahr gezeigt. Ebenfalls, dass er weit mehr ist als ein Wettbewerb unter Start-ups. Das zeigen auch die rund dreissig Bewerbungen, welche bei den ­Organisierenden eingegangen sind. Auch von den letztjährigen Siegerinnen der ­Firma «Swijin» gibt es nur Positives, wenn sie auf letztes Jahr zurückblicken. «Es braucht extrem viel, eine Brand bekannt zu machen. Für uns war der ‹Polar Bear Pitch› vom letzten Jahr ein unglaublicher Startschuss. Wir konnten grandiose Netzwerke auf­bauen und gerade auch in der Region Graubünden tolle Investoren und Partner finden. Ich freue mich riesig, diese einzigartige Plattform für Jungunternehmerinnen und -unternehmen in diesem Jahr ­eröffnen zu dürfen», erklärt Claudia Glass, CEO und Gründerin von «Swijin».

Ein Engagement aus Überzeugung

Organisiert wird der Event, wie bereits im letzten Jahr, ehrenamtlich von Mitgliedern der Jungenwirtschaftskammern Davos-Klosters und Sarganserland in Zusammenarbeit mit starken Partnern und Sponsoren. Einen Gewinn wollen die Organisierenden nicht erzielen. So sind auch die Tickets gratis. Sie seien einzig dazu da, abzuschätzen, wie viele Leute man erwartet. Rüedi erklärt: «Wir wollen Start-ups eine Plattform bieten, aber auch dem Publikum eine interessante, lehrreiche und kurzweilige Show bieten. Mit dem ganzen Programm rund um das Eisbecken treffen wir den Nerv der Zeit. Und mit unserer kompetenten Jury sowie den Persönlichkeiten aus der Politik und Wirtschaft wird das ein grossartiger Anlass für alle.»

Weitere Informationen zum Event findet man unter: www.polarbearpitching.ch

QR Code.
QR Code.
zVg

«Polar Bear Pitching»

Am 7. Februar ab 16 Uhr findet zum zweiten Mal das «Polar Bear Pitching» in der Arena in Klosters statt. Der Event spricht aber nicht nur Start-ups an. Vielmehr soll er ein Platz zum Netzwerken und für Inspiration bieten. Deshalb ist der Event kostenlos. Allerdings müssen trotzdem Tickets bestellt werden. Dies kann man über diesen QR-Code.

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