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Herzklopfen und Liebesbriefe zwischen Chur und Davos

Zwei Menschen, zwei Wohnungen und eine Liebe: Ilona La Ferrara und Adrian Eggenberger zeigen, dass grosse Gefühle kein Alter kennen. Das ist die zehnte Folge der Serie «Herzensgschichta us Graubünda».

Karin
Hobi
17.11.25 - 17:00 Uhr
Graubünden
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Ilona La Ferrara aus Chur und Adrian Eggenberger aus Davos: Seit zweieinhalb Jahren gehen sie gemeinsam durchs Leben.
Bild: Olivia Aebli-Item

Es ist ein wunderschöner Herbsttag im November in einem grossen Garten mitten in Chur. Die Berge wirken wie gemalt unter dem strahlend blauen Himmel, bunte Blätter liegen auf dem Gras. Mitten in dieser idyllischen Kulisse stehen zwei junge Menschen: Sie lachen, reden und schauen einander immer wieder tief in die Augen. Fast so, als würden sie in ihrer eigenen, zweisamen Welt leben, die sie sich gemeinsam aufgebaut haben.

Ilona La Ferrara und Adrian Eggenberger werden Ende Jahr beide 17 Jahre alt. Seit zweieinhalb Jahren gehen sie ihren Weg gemeinsam. Es ist alles andere als eine unverbindliche Jugendliebe. Auch wenn sie noch sehr jung sind und sich in der Ausbildung befinden, spürt man die Tiefe ihrer Beziehung: Liebe, Nähe und der feste Wille, den Weg gemeinsam zu gehen, Pläne zu schmieden und Träume zusammen zu verwirklichen.

Die beiden Verliebten im Garten in Chur: Sie verbringen jedes Wochenende zusammen und sind ein starkes Team.
Bild: Olivia Aebli-Item

Sie sind seid zweieinhalb Jahren ein Paar. Seit wann kennen Sie sich?

Sie: Wir haben uns schon in der ersten Oberstufenklasse vom Sehen her gekannt.

Er: Ein Kumpel von mir hat mir damals Klassenfotos gezeigt. Darauf ist mir Ilona sofort aufgefallen. Und ich wollte sie unbedingt kennenlernen.

Ach so, Sie kennen sich also schon länger, waren zuvor aber noch nicht ineinander verliebt?

Er: Ich ehrlich gesagt schon, doch.

Sie: Für mich war es wirklich rein freundschaftlich. Aber als wir uns mit 14 Jahren nach einem Eishockeyspiel gesehen haben, waren die Gefühle für ihn auf einmal ganz anders.

Was hat Sie an Adrian fasziniert?

Sie: Wir haben uns sofort gut verstanden und konnten über alles reden. Und: Er hat mich bei unserem zweiten Date mit Kino, Eis essen und Spazierengehen überrascht – es hat mich sehr beeindruckt, wie sehr er sich bemüht hat.

Er: Ja, ich habe mir tatsächlich viele Gedanken gemacht, wie ich ihr eine Freude bereiten kann. Aber ich war schon sehr nervös.

Und Sie wussten dann schnell, dass es passt?

Sie: Ja, auf jeden Fall. Geküsst haben wir uns beim ersten Date zwar noch nicht, aber bei einem weiteren Treffen – als ich ihn zum Bahnhof begleitete – ist es passiert.

Er: Du spürst es einfach, wenn der richtige Mensch an deiner Seite ist. Darum fand ich es nach unserem Kuss eine schöne Geste, sie auch zu fragen, ob wir offiziell ein Paar sind. Beim nächsten Treffen gingen wir mit dem Hund spazieren, lagen irgendwann bei einem Spielplatz auf einer grossen Schaukel. Ich habe sicher zehn Minuten gebraucht, bis ich mich traute, sie zu fragen.

Sie: Das war schön. Und ich habe natürlich Ja gesagt. (Beide lächeln sich an)

Ilona La Ferrara und Adrian Eggenberger: Hier mit vierzehn Jahren, als sie ein Paar wurden.
Pressebild

Was sagten Ihre Eltern zu dieser Beziehung? Sie waren ja erst 14 Jahre alt.

Er: Meine Eltern waren sofort begeistert von Ilona. Sie unterstützen uns bei allem.

Sie: Meine Mutter ist, glaube ich, total zufrieden mit ihrem zukünftigen Schwiegersohn. (lächelt)

Adrian, Sie leben in Davos und machen eine Sportlerlehre. Und Sie, Ilona, sind in Ausbildung in Chur. Das heisst: Sie führen eine Wochenendbeziehung. Vermissen Sie sich jeweils sehr?

Sie: Oh ja! Das ist manchmal schwierig. Aber es hat auch eine positive Seite: Wir freuen uns immer extrem aufeinander.

Er: Ja, die Wiedersehensfreude ist umso grösser. Meistens verbringen wir das ganze Wochenende zusammen.

Sie: Wir reden auch oft darüber, wie wir es nach unseren Ausbildungen in eineinhalb Jahren handhaben wollen. Da wir noch nicht wissen, ob wir danach studieren oder eine Weiterbildung machen, lassen wir alles offen. Aber eines steht fest: Irgendwann wollen wir ein gemeinsames Zuhause haben.

Adrian hat an den Wochenenden oft auch Eishockeyspiele. Erschwert das Ihr Zusammensein?

Sie: Am Anfang fand ich es schon schwierig. Aber mittlerweile hat sich das gut eingependelt. Wenn Adrian in Davos spielt, bin ich auf jeden Fall dabei. Und manchmal auch auswärts.

Er: Als ich neu in die U17 gewechselt bin, nahmen die Anforderungen und Trainingszeiten natürlich zu. Aber Ilona unterstützt mich sehr, und wir finden immer eine Lösung, wie wir Zeit miteinander verbringen können. Ausserdem schreiben wir uns viel und telefonieren täglich.

Träumen Sie auch schon von Ihrer gemeinsamen Zukunft – Heirat, Kindern oder anderen Zielen?

Sie: Ja, klar. Ich habe ihm sogar schon gesagt, wie ich mir den Heiratsantrag wünsche. (beide lachen) In vielleicht sechs Jahren würden wir gerne heiraten. Aber zuerst, also nach der Ausbildung, wollen wir zusammen reisen.

Er: Ja, wir möchten jedes Jahr gemeinsam neue Orte auf der Welt entdecken.

Das klingt alles sehr harmonisch. Sind Sie sich immer so einig?

Er: Nein. Zum Beispiel bei der Filmauswahl haben wir ganz unterschiedliche Vorstellungen.

Sie: Wir wechseln uns einfach ab beim Auswählen. Wir können uns beide gut anpassen. Auch wenn er mal aufs Eis will und ich vielleicht nicht unbedingt, gehe ich trotzdem mit. Und er macht dasselbe für mich, wenn mir etwas wichtig ist.

Gibt es auch Dinge, die Sie am anderen manchmal nerven?

Sie: Ja. Zum Beispiel, wenn wir weggehen wollen und Adrian so lange braucht, bis er parat ist. Ich plane die Zeit immer ein. Er schafft das irgendwie nie.

Er: Und ich würde am Wochenende gerne etwas länger schlafen. Aber Ilona ist eher eine Frühaufsteherin.

Sie: Ja, aber wenn wir schon so wenig gemeinsame Zeit haben, möchte ich die ja mit dir nutzen.

Wird es manchmal auch etwas lauter, wenn Sie sich streiten?

Er: Ja! Sie! (beide lachen) Ich bleibe eher ruhig.

Sie: Ich wäre manchmal froh, er würde nicht immer so ruhig bleiben, wenn ich verärgert bin, das macht mich fast noch wütender, auch wenn er es gut meint.

Er: Wir können aber nach jedem Konflikt sehr gut miteinander reden, wenn sich die Situation beruhigt hat. Meistens gehe ich dann auch auf sie zu. Und wenn ich merke, dass ich mich falsch verhalten habe, kann ich mich gut entschuldigen.

Was schätzen und lieben Sie am meisten aneinander?

Sie: Seine emotional offene Art. Und dass er seine Gefühle so gut zeigen kann.

Er: Ihr Verständnis, wenn ich wegen meines Sports mal keine Zeit habe, und dass sie immer eine Lösung findet, wie wir uns trotzdem sehen können.

Sie: Und ich liebe seinen Umgang mit Tieren. Ich habe zwei Nymphensittiche, die oft frei in meinem Zimmer herumfliegen. Adrian kümmert sich so liebevoll um sie.

Das Liebespaar in Ilona La Ferraras Zuhause in Chur: Sie schätzt es, dass ihr Partner so tierlieb ist.
Bild: Olivia Aebli-Item

Was ist das Schönste, das der eine je für den anderen getan hat?

Sie: Er schreibt mir immer wieder Liebesbriefe. Und zwar handgeschriebene! Das ist heute ja nicht mehr üblich, und darum umso schöner. Und manchmal bringt er mir einfach ohne Grund Blumen mit. Oder steht plötzlich vor meiner Haustür, obwohl ich ihn gar nicht erwarte.

Er: Sie überrascht mich auch oft. Kürzlich zum Beispiel mit einem Essen in meinem Lieblingsrestaurant. Und was ich besonders schätze: Nach einem Spiel ist sie immer für mich da, egal wie ich gespielt habe. Sie macht mir Komplimente oder baut mich auf.

Sagen Sie einander, dass Sie sich lieben?

Sie: Mindestens einmal täglich.

Er: Und immer vor dem Schlafengehen.

Sie: Ja und uns ist wichtig, dass wir vor dem Schlafen Konflikte klären, wenn es welche gibt. Das gibt uns Sicherheit.

Sie sind nun seit zweieinhalb Jahren zusammen. Verändert sich die Liebe mit der Zeit?

Sie: Am Anfang waren sicher mehr Schmetterlinge im Bauch. Aber genau dann, wenn das nachlässt, sollte man die Beziehung nicht beenden, denn dann beginnt die echte Liebe. Da geht es darum, füreinander da zu sein.

Er: Das sehe ich genauso. Obwohl – wenn sie mich überrascht, ist das Kribbeln immer noch da.

Was macht für Sie eine schöne Partnerschaft aus?

Er: Viel miteinander zu reden und gemeinsam Erinnerungen zu schaffen.

Sie: Und einander mit Respekt zu begegnen. Das ist mir sehr wichtig.

Er: Ja, und auch mal akzeptieren, wenn man nicht derselben Meinung ist. Mir ist ausserdem gegenseitige Loyalität wichtig. Wenn wir Schwierigkeiten haben, geht das nur uns etwas an und wir sollten nie schlecht übereinander reden.

Obwohl Sie noch so jung sind, wirkt Ihre Liebe sehr reif. Haben Sie das Gefühl, Sie sind in dieser Hinsicht anders als andere?

Er: Vielleicht ja.

Sie: Und wir haben nicht das Gefühl, etwas zu verpassen, nur weil wir nicht jedes Wochenende feiern gehen. Wenn wir mal ausgehen wollen, tun wir das – einfach gemeinsam. Wir kleben ja nicht permanent aneinander und haben beide auch unsere Freunde und Freundinnen.

Das verliebte Paar Ilona La Ferrara und Adrian Eggenberger erzählt im folgenden Video über Ihre Liebe:

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karin.hobi@somedia.ch

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