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Das Kongresszentrum in tamilischer Hand

Am Wochenende war im Kongresszentrum Tamil Economic Future zu Gast. Der Kongress ist Teil des «The Rise»-Netzwerkes, das tamilisch sprechende Unternehmer und Unternehmerinnen weltweit miteinander verbindet.

Barbara
Gassler
10.06.24 - 17:00 Uhr
Ereignisse
Sri Rasamanickam (l.) und Rupan Sivaganesan im Kongresszentrum.
Sri Rasamanickam (l.) und Rupan Sivaganesan im Kongresszentrum.
bg
Tamilisch werde weltweit von rund 100 Millionen Menschen gesprochen. Am häufigsten in Indien mit knapp 83 Millionen Tamilisch-Sprechenden. Weitere fast vier Millionen Menschen in Sri Lanka sprechen tamilisch. Der Rest befindet sich über die ganze Welt verstreut. Sie alle zu vereinen, ist das Ziel von «the Rise». Die 2018 gegründete Organisation beschreibt sich selber als das grösste globale Netzwerk von tamilisch sprechenden Unternehmern, Investorinnen, Forschern, Akademikerinnen, Künstlern und öffentlichen Personen. Gemeinsam seien ihnen die Ideale eines gemeinsamen Wohlstands, wirkungsvoller Zusammenarbeit, Empathie, Umweltbewusstsein und Frieden, beschreiben sie sich selber. Das Netzwerk ist in über vierzig Ländern tätig, darunter auch der Schweiz, und organisiert zweimal im Jahr ein Treffen für seine Mitglieder.

Da, wo das WEF tagt

Dieses Mal fiel diese Aufgabe an Sri Rasamanickam, Präsident der hiesigen Gruppe, und die Wahl des Tagunsgsortes fiel auf Davos. Sie sehen sich dabei im guter Nachbarschaft mit dem World Economic Forum. «‹Davos› zeigt, wie das Zusammenkommen und die Diskussion unter Entscheidungsträgern zu besseren Losungen führt.» Diesem Ruf seien sie gefolgt und würden nun in exakt den gleichen Räumlichkeiten tagen wie das grosse Vorbild, freut er sich. An der Konferenz vom Donnerstag bis Sonntag würden rund 1000 Personen teilnehmen. «Darunter auch mehrere hochrangige Regierungsvertretende aus Indien und Sri Lanka.» Es gehe um ein weltumspannendes Netzwerk für Tamilen, darum, erfolgreiche Menschen mit solchen zusammenzuführen, die erst am Anfang ihrer Karriere stehen würden. «Wir wollen auch Brückenbauer sein», ergänzt Rupan Sivaganesan, Mitorganisator und Zuger Kantonsrat. Zum Beispiel zwischen ihren beiden Heimaten – der Schweiz und Sri Lanka. Während die Schweiz einen der grössten ökologischen Fussabdrücke habe, habe Sri Lanka einen der kleinsten, erklärt er die Überlegung. «Wir in der Schweiz können von ihnen lernen.» Dort sei es üblich, von Bananenblättern zu essen, die anschliessend verrotten. Umgemünzt auf eine Geschäftsidee bedeutet das, dass in der Schweiz anstelle von Plastiklöffeln essbare verwendet würden. «Unter unseren Teilnehmern ist jemand, der genau so etwas vertreibt», berichtet Rasamanickam, und Sivaganesan fährt fort: «Selbst wenn diese aus pflanzlichem Material hergestellten Löffel erst in die Schweiz verschifft werden müssen, sind sie deutlich ökologischer als jene aus Plastik.»

Auf jeden Fall generierte der Kongress für den touristisch gerade beginnenden Sommer bereits willkommene Übernachtungen und ein Kongresszentrum, in dem für einmal exotische Gerüche und farbenfrohe Speisen die Überhand hatten.

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