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Weihnachtsträumereien

Weihnachtsträumereien

Single
Böckin
vor 4 Monaten in
PIXABAY

Bau ein Haus, pflanz einen Baum, mach ein Kind – dass dieser Lebensentwurf nicht zwangsläufig auf jeden Menschen zugeschnitten ist, beweisen die anonymen Liebesbriefe ans wunderschöne, elende Single-Leben. Ein Hoch auf Selbstgespräche, Dosen-Ravioli und Liebeleien.

Weihnachten kommt. In ziemlich genau einer Woche. Diese Weihnachten werden jedoch anders als alle vorherigen, doch das trübt meine Vorfreude auf das Fest kein bisschen. Ein kleiner Dämpfer war zwar, dass das alljährliche Glühweintrinken ausfiel. Gut, dass die Rezepte dafür allerdings sehr einfach sind.

 

Zur Vorweihnachtszeit gehören natürlich auch «Guatzli» und auch wenn ich normalerweise nie backe, so wurde dies mittlerweile zu einem Ritual. Ich übernehme mich dabei immer und gegen Schluss fehlt mir die Motivation, um den Teig auszustechen, aber es gehört fast schon dazu. Während dem «Guatzla» wird allerdings keine Weihnachtsmusik gehört, denn die kann mir gestohlen bleiben. Viel lieber schaue ich kitschige Weihnachtsfilme. Es ist quasi eine heimliche Vorliebe von mir.

 

Der Plot ist dabei immer derselbe und das ist genau das, was ich daran liebe. Innerhalb der ersten Minuten trifft ein natürlich ausserordentlich gutaussehender Mann auf eine natürlich ausserordentlich gutaussehende Frau, die Weihnachten meistens verachtet und dann gibt’s etwa eine Stunde Drama im Weihnachtslook, ehe sie sich bestenfalls unter einem Mistelzweig küssen. Er bringt sie dazu, dass sie Weihnachten eine zweite Chance gibt, schliesslich hat sie dem Fest ja die Liebe ihres Lebens zu verdanken und tada: Abspann!

Vollkommen realistisch, klar. Ich bin in meinen Lebensjahren zwar noch niemandem beim Geschenkekaufen begegnet, aber das könnte auch daran liegen, dass diese Aktivität für mich durchaus mit einer Prise Stress verbunden ist und ich nicht nachdenklich vor den Regalen stehe. Auch sehe ich leider keiner Prinzessin zum Verwechseln ähnlich, die lieber das Leben einer normalen Bürgerin leben würde. Deswegen fällt das Kennenlernen eines Prinzens auch weg.

Da ich mittlerweile nicht einmal mehr zählen kann, wie viele stumpfe Weihnachtsfilme ich mir reingezogen hab, hier meine Top Fünf. Klassiker aussen vor, es geht nur um die romantischen, unrealistischen Liebesgeschichten:

5) The Holiday Calendar

4) Holidate

3) Prinzessinnentausch (so gut, sie haben einen zweiten Teil produziert!)

2) Weihnachten zu Hause (zwar eine Serie, aber trotzdem)

1) A Christmas Prince (so gut, sie haben sogar drei Teile produziert!)

Einige Tage bleiben mir ja noch, um meinen Weihnachtsprinzen zu finden und wenn mir das nicht gelingt, so ist das in diesem Jahr auch weniger schlimm. Gefeiert wird im kleinen Kreis und so kann ich den lästigen «Und, wie läufts in der Liebe»-Fragen aus dem Weg gehen. Hoffnung, dass ersteres eintritt habe ich nämlich kaum.

Bis dahin, bleibt gesund und feiert schön! Mit oder ohne Prinzen.

Eure Singleböckin

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Grundrezept für Weihnachtsfilme:

 

Man nehme...

1 erfolgreiche urbane Mittzwanzigerin, die es über die Feiertage in ihren Heimat-Krachen auf dem Land zieht, um mit ihrer Familie Weihnachten zu feiern

1 ehemaligen, mittlerweile unglaublich gut aussehenden Schulkollegen, der seinen Facharzt-Abschluss in Pädiatrie gegen einen kleinen Kiosk in oben genanntem Krachen getauscht hat (weil er wieder mehr für die Gemeinde tun wollte)

1 viel zu aufgedrehte, etwas schusselige BFF der Hauptdarstellerin - wenn auch für den Plot absolut irrelevant

1 Handvoll Kunstschnee

2 Handvoll Lametta

1-3 Missverständnisse (je nach Geschmack dosieren)

1 Zungenkuss (ohne Zunge) vor idyllischer Kulisse

7-12 von Studiosängerinnen eingesungene B-Seiten bekannter Weinhachts-Singles

 

An Guata und eine schöne Weihnachtszeit wünscht

 

Claudio Candinas, Leiter Dialog bei der Medienfamilie Südostschweiz ;-)