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‹Klimabahn›, E-Bike, Herz und Heidi

‹Klimabahn›, E-Bike, Herz und Heidi

Hans Peter
Danuser
vor 1 Jahr in
PIXABAY

Hans Peter Danuser und Amelie-Claire von Platen sind im Engadin zu Hause und zeigen uns ihren Blickwinkel. Was bewegt Land und Leute? Wo ist das Engadin stark und wo hinkt es einzelnen Mitbewerbern hinterher? Und was geschieht auf politischer Bühne? Der Blog «Engadin direkt» berichtet persönlich und authentisch.

Dr. Hans Peter Danuser von Platen, 25. Januar 2020

«Was machst Du denn so das Jahr hindurch?», ist die übliche Frage, wenn sich Bekannte aus früherer Zeit begegnen. Das passiert mir seit einigen Jahren penetrant häufig, und eine spontane Antwort ist heikler als zu Berufszeiten. Die Inhalte und Prioritäten meiner Interessen haben sich tatsächlich komplett verschoben, ohne mir dessen richtig bewusst zu sein.

Eine gelegentliche Lagebeurteilung hilft und führt oft zu überraschenden Resultaten. Planung und Ziele sind privat ab einem gewissen Reifegrad lascher als im Berufsleben. Entsprechend zufällig muten meine aktuellen Tätigkeitsfelder an.

Familie und Freunde haben endlich jene Priorität, die über Jahrzehnte unter dem beruflichen Engagement gelitten hat. Sie prägen meine Tage heute in Raum und Zeit. Nicht mehr die Welt und die touristischen Hauptmärkte sind entscheidend, sondern die Schweiz, Italien und Deutschland. Neben dem Familien-Fokus kommen traditionelle Zirkel zum Tragen, wie die Alphorngruppe seit bald 30 oder der 'Lunch der Happy Few' im Hotel Waldhaus seit gut 16 Jahren.

Die beruflichen Interessen konzentrieren sich aktuell auf die vier Felder 'Klimabahn', E-Bike, Herz und Heidi, die nur in zwei Fällen mit formellen Mandaten verbunden sind.

Bei der 'Klimabahn' geht es um das Verlängerungsprojekt der Vinschger Bahn im Südtirol von Mals nach Scuol: 26 Kilometer, wovon 19 in einem Tunnel, sollen die riesigen Eisenbahnnetze der RhB, SBB und DB im Norden mit jenem Italiens und des Balkans verbinden. Elektrifiziert und mit minimaler Beeinträchtigung der Umwelt durch Bauten und Lärm, darum 'Klimabahn'.

Die Südtiroler sehen darin einen Zubringer zum Brenner-Basistunnel (2028) und eine umweltfreundliche Entlastung der Pass- und Talstraßen aus der Schweiz und Deutschland nach Italien. Sie sind bereit und in der Lage, Graubünden und der Schweiz beim Bau, Unterhalt und Betrieb der neuen Strecke finanziell stark entgegenzukommen – eine ähnliche Situation wie vor 200 Jahren, als Österreich/Habsburg den Bau der Passstraße über den Splügen finanziert hatte.

Seit 2004 verfolge ich mit großem Interesse die faszinierende Entwicklung der E-Bikes/Elektrovelos und deren touristischen Impact. Seit zehn Jahren bin ich VR der Herzroute vom Bodensee zum Genfersee, einer ehemaligen 'Tochter' der heutigen Flyer AG. Zusammen mit den regionalen Herz Schlaufen umfasst die Schweiz Mobil Route 99 heute über 1000 km perfekt signalisierter Panorama Radwege durch wunderschöne, oft unbekannte Voralpen-Landschaften der Schweiz.

Aktuell planen wir die Öffnung/Verbindung der Herzroute mit Süddeutschland. Im Gespräch ist ein zweiter Radweg-Ring auf den Höhenzügen um den Bodensee, der weltweit erfolgreichsten Radweg-Route mit gut 1/4 Mio. Radlern pro Jahr. Die E-Bike Technik macht es möglich, und das Potential ist gewaltig – gerade in Deutschland.

Herz- und Kreislaufprobleme zählen zu den Haupt-Todesursachen in Europa. Die Santasana AG St. Moritz bietet die Möglichkeit, medizinisch perfekt betreute ambulante Reha- und Präventions-Aufenthalte in Engadiner Hotels und Ferienwohnungen zu verbringen. Dies insbesondere auch in den düsteren Wintermonaten, wenn im Mittelland Nebel liegt und im Engadin die Sonne scheint und die Patienten mit ihrem Licht mental aufbaut.

Heidi von Johanna Spyri begleitet mich, seit ich 1978 die Marke Heidiland kreiert habe. Als ich letzthin für das Heididorf ob Maienfeld in Gotha war, wurde mir wieder gewusst, welches Potenzial für Graubünden und die Schweiz in Heidis Namen liegt.

Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm und das Astrid Lindgren Archiv mit der Pippi Langstrumpf Geschichte sind 2005 in das UNESCO «Memory of the World» – Register.

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