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So geht ihr bei einem Zeckenbiss vor

Es gibt Tage, da läuft nichts wie geplant. Damit ihr euch in allen misslichen Lagen zu helfen wisst, gibt es die #sofunktionierts-Artikel. Heute: Was tun, wenn euch eine Zecke beisst?

Nicole
Nett
12.04.22 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben
Vorsicht vor Zecken: Sie sind unschön anzusehen, stechen und übertragen Krankheiten.
Vorsicht vor Zecken: Sie sind unschön anzusehen, stechen und übertragen Krankheiten.
Bild Olivia Aebli-Item

Die warme Jahreszeit lockt viele Naturliebhaberinnen und Naturliebhaber wieder nach draussen. Die Wanderschuhe werden hervorgeholt und spätestens zu Beginn der Pilzsaison lockt es uns in die Wiesen und Wälder. Dort lauern aber einige Gefahren: Denn die Sommerzeit ist Zeckenzeit. Früher waren die kleinen Blutsauger in höher gelegenen Gebieten eher selten. Doch heute gibt es sie nahezu überall in der Schweiz. In Graubünden und Glarus gibt es besonders gefährliche Zecken, welche zu starken Erkrankungen führen können. Damit ihr euch aber vor Zecken schützen könnt, helfen folgende Tipps.

Lange Kleider anziehen

Sommerzeit ist nicht zur Zeckenzeit, sondern auch «Kurze-Hosen-Zeit». Doch auf kurze Hosen solltet ihr bei einer Wanderung oder einem Spaziergang möglichst verzichten. Denn die Haut ist direkt der Gefahrenzone ausgesetzt. Da die Zecken meist am Boden oder auf halbhohem Gras lauern, können sie direkt auf eure Beine überspringen. Es gilt also: Lange Hosen anziehen. Vermeiden könnt ihr dies auch, indem ihr die Wandersocken bis zu den Knien hochzieht. Das sieht zwar nicht besonders attraktiv aus – aber es nützt. Denn Zecken halten sich lieber auf der Haut statt auf den Kleidern auf.

Impfen lassen

Borreliose oder die «Frühsommer-Meningoenzephalitis» (FSME) gehören zu den häufigsten Zeckenerkrankungen. Borreliose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die von Zecken über den Stechrüssel auf den Menschen übertragen wird. Diese Krankheit kann mit Medikamenten behandelt werden. Kein direktes Mittel gibt es hingegen für die Bekämpfung von gefährlichen FSME-Viren. Aber gegen die FSME-Viren kann man sich impfen lassen. Und das solltet ihr unbedingt in Betracht ziehen, wenn ihr viel wandert und gerne in der Natur unterwegs seid.

Gründlich untersuchen

Zecken sind dort, wo es keinen Beton oder Stein hat. Das heisst, sie halten sich ziemlich überall auf. Nach jeder Wanderung ist deshalb eine gründliche Untersuchung angesagt. Am besten gelingt dies unter der Dusche, indem ihr euch mit den Augen genau absucht. Schaut unbedingt auch an Orten wie hinter den Ohren nach. Denn das ist für die Zecken ein gemütliches Versteck. Eine Zecke spürt man gut auf der glatten Haut. Optisch sieht sie aus wie ein kleiner, schwarzer Punkt.

Arzt aufsuchen

Wer tatsächlich eine Zecke aufgelesen hat, der sollte sie sofort mit einer Pinzette entfernen und das Lavabo runterspülen. Denn mit Zeckenbissen ist nicht zu spassen. Damit ein Zeckenbiss jedoch bedrohlich sein kann, muss die Zecke einige Stunden Blut gesaugt haben. Bemerkt und entfernt man die Zecke sofort, dann ist in der Regel kein Arztbesuch notwendig. Bei folgenden Beschwerden sollte jedoch in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden: Die Zecke konnte nicht richtig entfernt werden oder es bleibt ein Teil der Zecke in der Wunde stecken. Oder wenn sich um die Einbruchstelle eine grössere Rötung bildet. 

Und bei Tieren?

Ja, auch eure geliebten Fellnasen haben Zecken – sogar mehr als wir. Da sich Tiere mehr auf «Zeckenhöhe» aufhalten, sind sie häufiger von Zeckenbissen betroffen. Ebenfalls sind sie in der Regel mehr in der Natur unterwegs oder halten auf einer Wiese ein Mittagsschläfchen. Aber keine Bange, auch dem Tier kann geholfen werden. Am besten findet man die Zecke beim sanften Streicheln durch das Fell. Gibt es eine seltsame Unebenheit, dann solltet ihr diese Stelle gründlich durchsuchen. Entfernen könnt ihr die Zecke, indem ihr das Fell beiseite schiebt und die Zecke freilegt. Dann kann sie vorsichtig mit einer Zeckenzange oder Pinzette entfernt werden. Wichtig ist, dass ihr die Zecke nicht «ärgert», sondern ziemlich rasch, aber vorsichtig aus dem Fell zieht. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Zecke mit den Beinen noch stärker in das Fell einhakt. Das macht es nicht einfacher, die Zecke zu entfernen.

Wie beim Menschen, kann man auch bei Tieren einen Zeckenbiss nie vollumfänglich ausschliessen. Aber auch für Tiere gibt es diverse Möglichkeiten. So könnt ihr das Tier mit Zecken-Halsbändern, Sprays oder Medikamenten ausrüsten und somit möglichst vor Zecken fernhalten. Ebenfalls gibt es eine Zeckenimpfung – speziell für Tiere.

Nicole Nett schreibt und produziert hauptsächlich Geschichten für «suedostschweiz.ch». Die gelernte Kauffrau hat Multimedia Production studiert und lebt in der Bündner Herrschaft. Sie arbeitet seit 2017 für die Medienfamilie Südostschweiz.

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