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Die Villa am Stein erhält eine «Nachfolgerin»

An der Buolstrasse 10 am Platz wird derzeit gebaut. Hinter der unscheinbaren Adresse versteckt sich ein geschichtsträchtiger Ort. Wo bis vor Kurzem die Villa am Stein stand, entsteht nun Neues. Doch auch der Ersatzbau wird kein 08/15-Haus.

Andri
Dürst
26.06.22 - 12:00 Uhr
Aus dem Leben
So wird der Neubau aussehen.
So wird der Neubau aussehen.
zvg

Es war um 1880, als das damalige Hotel Buol (heute Standort der Überbauung «Carlton am Park») eine Dependance weiter oben am Hang errichten liess. «Haus am Stein» nannte man den Bau. Kurz darauf, von 1881 bis 1882, wohnte der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson, bekannt geworden durch «die Schatzinsel», dort. Eine Dekade später, 1892 bis 1894, war mit Sherlock-Holmes-Erfinder Sir Arthur Conan Doyle erneut eine literarische Berühmtheit zugegen. Und mit Thomas Mann («der Zauberberg»), der 1912 an der Buolstrasse 10 logierte, reihte sich einer der bekanntesten Schriftsteller des deutschen Raums in die Reihe prominenter Gäste ein.

Originalgetreues kaum mehr vorhanden

Bereits 1904 wurde die «Villa am Stein», wie sie nun hiess, zusammen mit dem Villensanatorium Oberhof durch Professor Friedrich Jessen betrieben. Anstelle des Oberhofs wurde dann schliesslich 1911 das Waldsanatorium erstellt, an dessen Geschichte das heutige Waldhotel anknüpft. Die Villa am Stein wurde in den darauffolgenden Jahrzehnten diverse Male umgebaut. Von ihrem ursprünglichen Charme blieb aber nicht mehr viel übrig. «Der Zustand hatte zuletzt rein gar nichts mehr mit dem ursprünglichen Bau zu tun», erklärt der Immobilien-Manager des Bauherrn, Silvio Renke, im Gespräch mit der DZ. «Das Ganze war auch nicht mehr erhaltenswert. Das Erd- und das Untergeschoss waren gar unbewohnbar geworden.» Bereits vor einigen Jahren wurde deshalb die Planung eines Ersatzneubaus angegangen.

Nach den diesjährigen Osterfeiertagen war es soweit, und die Bagger fuhren auf, um das altehrwürdige Gebäude, das eben doch nicht mehr ganz so ehrenwert war, abzureissen (siehe DZ vom 22. April). Wie Renke erklärt, seien derzeit die Baumeisterarbeiten im Gange. Konkret werde am Fundament gearbeitet. Froh ist man über die geologischen Bedingungen: «Wir müssen praktisch keinen Fels abtragen.»

Mittlerweile sind bereits die Baumeisterarbeiten im Gange.
Mittlerweile sind bereits die Baumeisterarbeiten im Gange.
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Ein Holzhaus mit Finessen

Die «Aufrichte» könne man noch in diesem Sommer feiern, denn: «Aus Nachhaltigkeitsgründen hat sich der Bauherr für ein Holzhaus entschieden», so der Immobilien-Manager. Dank Elementbauweise lasse sich das Ganze innert zwei bis drei Wochen aufbauen. Erstellt werde das Haus von einer Schweizer Firma, die inländisches Holz verwende. Und die beauftragte Generalunternehmung achte darauf, ihre Aufträge grösstenteils an einheimische Firmen zu vergeben. Bezugsbereit sein werde der Bau zwischen August und Oktober 2023. Konkret entstehen auf 890 Quadrat­metern Mietfläche fünf 2½-, fünf 3½-, sowie eine 4½-Zimmer-Wohnung. Davon können vier als Erst- und sieben als Zweitwohnungen genutzt werden. Gebaut wird das Ganze auf drei Etagen. Um den prächtigen Ausblick auf das Landwassertal zu geniessen, werden die Fronten verglast. Und auch das Dach wird nicht ungenutzt gelassen: Es wird nämlich begrünt. «Ich freue mich auf das Endergebnis und bin froh, dass an dieser tollen Lage etwas Attraktives entstehen kann», meint Renke.

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