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Davoser Persönlichkeiten – ein Epilog

Davoser Persönlichkeiten – ein Epilog

Letzte Woche beendete die DZ die Serie zu den Davoser Persönlichkeiten. Die 28 Lebensbilder bedeutender Geburts- und Wahldavoser wurden rund40 Jahre nach ihrer Ersterscheinung nochmals veröffentlicht. Eine kurze Rekapitulation.

Andri
Dürst
15.01.22 - 08:00 Uhr
Aus dem Leben
Der Buchumschlag des 1981 erschienenen Werkes.
Der Buchumschlag des 1981 erschienenen Werkes.
Archiv DZ

1981 erschien das Buch «Davoser Per­sönlichkeiten» im Verlag Buchdruckerei Davos AG. Verfasser Max Pfister – einst DZ-Chefredaktor – hielt in seinem Vorwort Folgendes fest: «Es ist mir bewusst, dass sowohl die einzelnen Lebensbilder als auch ihre Auswahl ergänzungsbe­dürftig sind. Ich hoffe, dass in einer eventuellen späteren Ausgabe entsprechende Ergänzungen angebracht werden können». Gemäss dem Kenntnisstand der Redaktion kam es nie zu einer «späteren Ausgabe». Dafür lässt sich nun wunderbar darüber spekulieren, wer wohl in einer Neuauflage aufgenommen würde.

Begonnen hat Pfister mit dem Porträt von Hans Ardüser (dem Jüngeren), der 1557 das Licht der Welt erblickte. Es ­folgen weitere Herren – vor allem solche, die in der Kurortzeit gewirkt haben – ehe die Serie mit Walter Mörikofer (1892–1976) ihr Ende findet. Aufnahme ins Buch fanden also nur Leute, die beim Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits verstorben waren. Sonst hätten wohl damals bereits gewisse Personen Einzug ins Buch gefunden, wie Christian Jost (1925–2007), der von 1956 bis 1980 als Landammann amtete. Mit seinem Engagement katapultierte er Davos in ein neues Zeitalter. Der Bau zahlreicher touristischer Infrastrukturen fiel in seine Amtszeit, und auch nach dem Rücktritt als Landammann ­bekleidete er wichtige Ämter in Politik und Wirtschaft. Es erstaunt deshalb nicht, dass heute neben dem Kongresshaus ein ihm gewidmeter Gedenkstein zu finden ist.

Beim Zeitpunkt der Buchveröffentlichung bereits tot war zwar Rudolf Gaberel (1882–1963). Doch das Schaffen des berühmten Architekten stösst in Fachkreisen auch heute noch auf Bewunderung. Verschiedene Bauwerke von ihm sind heute als schützens- oder erhaltenswert eingestuft, wie beispielsweise die Chirurgische Klinik in Clavadel. Aus der Sparte Kultur und Musik dürfte auch Ernst ­Haefliger (1919–2007) als Kandidat für ein «Lebensbild» genannt werden. Der Tenor begeisterte mit seiner farben­reichen Stimme Zuhörende auf der ganzen Welt. Er erhielt sogar das Deutsche Bundesverdienstkreuz. Grosses Engagement zeigte auch Bruno Gerber (1936–2005). Der langjährige Direktor von Davos Tourismus gründete mehrere Stiftungen – darunter auch das Sportgymnasium – und Fördervereine in Davos.

Aus heutiger Sicht mag es erstaunen, dass keine einzige Frau in den erlauchten Kreis der «Davoser Persönlichkeiten» aufgenommen wurde. Dabei fänden sich auch bei den Davoserinnen einige spannende Figuren: Elsa Buol (1892–1920) gilt als Pionierin der Frauenförderung in Graubünden. Die erste Davoser ­Kindergärtnerin gründete 1919 die heutige Bündnerinnen-Vereinigung. Eine erstaunliche Biografie hat auch Fida Gadmer (1861–1956). Nach dem Brand des Bades Clavadel baute sie an seiner Statt ein neues Kurhaus auf. Die weltgewandte Hôtelière wirkte ein paar Jahre später auch als Mitbegründerin des Sanatoriums Clavadel. Und wenn in Pfisters Buch Jules Ferdmann Erwähnung findet, so dürfte sicherlich auch dessen Frau einen Beitrag gewidmet werden. Nach dem Tod des Ehegatten übernahm Helga Ferdmann (1908–1994) die Redaktion der «Davoser Revue». Ab 1962 führte sie die Kulturzeitschrift für 17 Jahre weiter. Helga Ferdmann wurde unter anderem mit dem Kulturpreis der Landschaft Davos ausgezeichnet.

Die Auflistung genannter Damen und Herren ist bei Weitem nicht abschliessend. Und sicher fänden auch einige heute noch lebende Personen Aufnahme in eine allfällige Neuauflage. Man denke da an ältere, aber auch jüngere Davoserinnen und Davoser. Denn eines gilt heute wie damals, als Max Pfister folgende treffende Formulierung zu Papier brachte: «In der Geschichte des Ortes Davos sind es – wie auch anderswo – immer wieder einzelne Persönlichkeiten gewesen, welche die Entwicklung ­vorangetrieben haben».

Folge 1 handelt von Hans Ardüser.
Folge 1 handelt von Hans Ardüser.

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