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Für Gartenarbeiten war der April fast zum Vergessen

Für Gartenarbeiten war der April fast zum Vergessen

Er ist ein widerspenstiger Geselle, eine Lotterie und wegen Wetterkapriolen schwer einzuschätzen. Dieses Jahr ist der April besonders hartnäckig. Die Devise fürs Gärtnern: Weniger kann mehr sein.

Südostschweiz
vor 3 Wochen in
Aus dem Leben
Es ist angerichtet: Nach Regen, Schnee und Frost ist der Boden endlich parat für das Bepflanzen.
WERNER BEERLI-KAUFMANN

von Werner Beerli-Kaufmann

Eigentlich ist Liberato di Leo von seinem Heimatdorf Carife in den Abruzzen ähnliche klimatische Verhältnisse wie im Glarnerland gewohnt. Jedoch beginnt man dort etwas früher im Jahr mit dem Bepflanzen, sodass bei wenigen Gemüsesorten auch zwei Ernten pro Saison möglich sind.

Über all die Jahre in der Schweiz weiss Di Leo mittlerweile, dass sich im Glarnerland zu frühes Auspflanzen nicht lohnt. Die eigentliche Pflanzzeit beginnt hier erst so richtig nach der Landsgemeinde. Der April stellt somit einen Übergangsmonat dar. Der Winter hat auch dieses Jahr wieder seine Zähne gezeigt, mit Schnee nach Ostern und später mehreren Frostnächten mit Minusgraden. Das Frühlingswetter pendelt sich nun langsam ein und lässt Versäumtes nachholen.

Zieht seine Setzlinge selbst auf

Anfang bis Mitte April stünde eigentlich die Anzucht von Setzlingen im Vordergrund. «Ich ziehe die Setzlinge meist selber auf: Zucchetti, Tomaten, verschiedene Salatsorten sowie Kohlrabi und Kabis.» Liberato Di Leo zählt die ganze Palette von möglichen Sorten auf. «Dieses Jahr war alle Arbeit umsonst», klagt er. «Wenig Wärme und kaum Sonne liessen die Samen in den Töpfen nicht keimen.» Dies, obwohl sie im vom Wind geschützten, kleinen Treibhaus lagerten. Nun beginnt die Arbeit von vorne.

Zu den Hauptarbeiten im April gehört unter anderem die Aufarbeitung der Erde. Diese geschieht bei Di Leo auf traditionelle Art mittels Umstechen mit der Stechgabel. Dabei kommt er jeweils arg ins Schwitzen, auch dieses Jahr, trotz der kalten Bise. Gedüngt wird mit Kuhmistpellets, welche er im Gartenzentner sackweise kauft. «Ich verwende kein Gift. Eigentlich bin ich ein Biogärtner», meint er schmunzelnd. Kuhmist sei ein guter Dünger, auch wenn er vielleicht nicht ganz den biologischen Kriterien entspricht.

Die «Glarner Nachrichten» begleiten den italienisch- schweizerischen Doppelbürger Liberato Di Leo aus Ennenda durch das Gartenjahr. In loser Folge gibt es so Einblick in dessen Gärtnerdasein mit all seinen Freuden und Sorgen.

Saisonale Gartentipps

Im April sollte man sich wegen Temperaturschwankungen mit Säen und Setzen zurückhalten. Es empfiehlt sich, alles, was im Freien steht, vor Kälte mit Plastik oder Tüchern zu schützen. Werden Kartoffeln nach der Landsgemeinde eingepflanzt, kann man sie 14 Tage im Licht, aber nicht an der Sonne vorkeimen lassen. Peterli gedeihen besser im Schatten von Beerensträuchern. Mit Brennnesseln und Schachtelhalm lässt sich gute Pflanzenjauche herstellen. Gestank kann man mit Kalk neutralisieren. Mit der Jauche nur die Wurzeln giessen.

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