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Die Schweiz geht den «Bündner Weg»

Die Schweiz geht den «Bündner Weg»

Der Bundesrat will die Kosten sämtlicher Tests in der Schweiz übernehmen. Martin Bühler freut sich im Interview mit Radio Südostschweiz über den «Bündner Weg» der Schweiz.

Südostschweiz
vor 1 Monat in
Aus dem Leben
1. Rollout von Testmaterial an Firmen
Martin Bühler freut sich, dass die Schweiz nun den Bündner Weg bestreitet.
PHILIPP BAER

Herr Bühler, der Bundesrat hat heute entschieden, dass schweizweit Massentests durchgeführt werden. Das ist quasi der Bündner Weg, der ja nun auf die Schweiz ausgeweitet wird. Ist das für Sie ein grosser Meilenstein?

Martin Bühler: Das ist in der Tat eine hübsche Weiterführung von all den Schritten, die bisher bereits passiert sind. Und es ist eine Genugtuung zu sehen, dass das, was man hier probiert hat, auch in einem grösseren Rahmen funktionieren könnte.

Der sogenannte «Bündner Weg» zeigt sich als guter Weg. Trotzdem wollten viele Kantone nicht mitmachen. Werden diese Kantone nun auch an Bord kommen, jetzt, wo der Bund die Kosten fürs Testen übernimmt?

Ich bin davon überzeugt, dass dies von vielen Kantonen mitgetragen wird. In den letzten Wochen stand ich in regem Kontakt mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Kantonen, und sie sind dabei ein Konzept zu erstellen und sie interessieren sich durchaus für unseren Weg.

Der Kanton Graubünden hat nicht darauf gewartet, dass der Bund die Tests finanziert. Warum nicht?

Unsere Regierung hat die Grundlagen, die wir erarbeitet haben, von Anfang an sehr wohlwollend aufgenommen. Nach dem ersten Massentest in Südbünden hat sie dieses Konzept vorangetrieben. Sie wollte das Testen als weiteren Pfeiler haben. Die Regierung war stets bereit, diese Kosten zu übernehmen, egal ob der Bund sich daran beteiligt oder nicht.

Der Bund möchte nun einen Schritt weiter gehen – sobald es möglich ist, soll jeder Haushalt regelmässig Selbsttests durchführen. Wird dadurch der Bündner Weg verändert oder macht man weiter wie bisher?

Das müssen wir anschauen, sobald diese Selbsttests wirklich da sind. Es gibt diesbezüglich noch einige Fragen, die geklärt werden müssen – aber durchaus auch geklärt werden können. Schön ist, dass wir dies nun schweizweit miteinander besprechen können, der Bund gemeinsam mit dem Kanton Graubünden. Wichtig ist einfach, dass wir den Überblick behalten. Die Personen, die sich mittels Selbsttest testen, erhalten ihr Resultat. Dieses Resultat ist im Gegensatz zu den Tests in den Betrieben, nirgends erfasst. Damit dieses Resultat erfasst wird, muss die getestete Person zum PCR-Test. Ein Monitoring einzig aus Selbsttests ist nicht möglich.

In Graubünden laufen die Massentests in Betrieben bereits gut einen Monat. Wie sind die Rückmeldungen bisher?

Wir haben sehr viele, sehr positive Rückmeldungen erhalten. Es gibt vereinzelt noch Probleme bei der Resultatübermittlung. Auch wird nicht jede Probe erkannt. Hier sind wir dabei, Optimierungen vorzunehmen.

Wie geht es nun weiter?

Am Montag geht es los mit den Massentests in den Schulen. Inzwischen haben sich 104 Schulen dazu angemeldet. Über 18'000 Schülerinnen und Schüler haben von ihren Eltern die Erlaubnis erhalten, an diesen Tests teilzunehmen. In den nächsten Wochen sind all jene gefordert, die an diesem Projekt beteiligt sind.

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